Zuletzt aktualisiert: 11.01.2012 um 19:31 UhrKommentare

23 Kilometer in die nächste Schulklasse

Protesten zum Trotz beschließt die Landesregierung am Donnerstag die Schulschließungen. Freie Schulwahl für betroffene Eltern, die Lehrer sollen fair aufgeteilt werden.

Foto © APA

Ein Wirbel, wie in der großen Pause herrscht, nachdem die Landesregierung ihre Schulreformpläne gelüftet hat. Das Aus für 36 einklassige Volksschulen, zwei Hauptschulen und für Polytechnik-Klassen an drei Standorten hat in den Gemeinden eingeschlagen. Nicht minder tut es die "Standortoptimierung" auf Fachschul- und Berufsschulebene mit vier beziehungsweise zwei Auflassungen. Prompt wirft der Bundesvorsitzende der Landwirtschaftslehrer-Gewerkschaft, Dominikus Plaschg, der Politik "Versagen" vor. "Da wollen sich zwei ein Denkmal setzen - ohne Rücksicht auf Verluste", kritisiert der Naintscher Bürgermeister Herbert Schoberer (ÖVP) die Landesspitzen Franz Voves (SPÖ) und Hermann Schützenhöfer (siehe Reaktionen). Sauer stößt den Direktoren und Ortschefs auch auf, von den Plänen aus der Zeitung erfahren zu haben. "Man hat sie vor der Pressekonferenz informiert", widerspricht man im Büro von SP-Bildungslandesrätin Elisabeth Grossmann.

Diese hält an den Empfehlungen der Experten fest und wird über einzelne Standorte nicht nachverhandeln. Weder bei der Volksschule Rechberg, wo erst im Herbst 2010 eine neue Leiterin angefangen hat, noch bei der Hauptschule Breitenau, obgleich dort die nächste Schule 23 Kilometer entfernt ist. Vielmehr demonstrieren Rot und Schwarz bei der nächsten unbequemen Reform Einigkeit. Intern nimmt die SPÖ der ÖVP aber übel, dass Agrarlandesrat Hans Seitinger - er ist für die Betriebe der Fachschulen zuständig - bei der Vorstellung des Bildungsplans fehlte. Doch das hat keinen tieferen Grund, betont Seitingers Sprecherin, dass der Landesrat voll zu den Reformplänen stehe.

Freilich haben Eltern so kurz vor der Einschreibung andere Fragen. Wohin mit dem Kind? "Bei einer Schulauflassung haben die Eltern Wahlrecht", erläutert Albert Eigner, Abteilungsleiter für Pflichtschulen im Land. Siehe Volksschule Laintal (Bezirk Leoben), wo die nächstgelegenen Schulen in Trofaiach (2,7 Kilometer entfernt) und St. Peter-Freienstein (3,2 Kilometer) sind. Im Fall von Hohentauern (Bezirk Judenburg) sind es St. Johann am Tauern und Trieben, wo die Entfernung aber schon mehr als zehn Kilometer beträgt. Die jeweiligen Bezirksschulräte sind angehalten, die Eltern gut zu beraten. Laut Landesschulrat wird die Aufteilung der "heimatlosen" Lehrer (1000 Wochenstunden) auf Bezirksebene beraten. Man will möglichst fair und im Interesse der Kinder vorgehen.

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