Zuletzt aktualisiert: 06.10.2015 um 05:38 UhrKommentare

"Flüchtlinge sind Chance, keine Bürde"

Plattform aus 20 Organisationen, die sich um die Flüchtlinge im Land kümmert, stellt Forderungskatalog an politisch Verantwortliche auf.

Treffen der 20 Organisationen im Kulturzentrum der Minoriten in Graz
Treffen der 20 Organisationen im Kulturzentrum der Minoriten in Graz Foto © KK

Mit geeinter Stimme gegenüber den politischen Verantwortungsträgern auftreten zu können – das ist Ziel jener 20 steirischen Organisationen (Auflistung siehe Info-Kasten), die die auf Einladung des Ökumenischen Forums bei einem ersten Netzwerktreffen einen gemeinsamen Forderungskatalog erstellt haben.

Einer der wichtigsten Punkte darin: Angstabbau. „Ängste sind normal. Objektive und zeitgerechte Information helfen da sehr“, meint Sabina Dzalto, Leiterin der Flüchtlingsunterbringung der Caritas. Bürgermeister, die Flüchtlinge in ihrer Gemeinde aufgenommen und vorab etwa zu Infoabenden eingeladen haben, hätten immer wieder die Rückmeldung bekommen: Er nimmt unsere Ängste ernst. „Die Nachfrage ist sehr groß“, bestätigt auch Astrid Kury von der Akademie Graz. Es gehe um den Multiplikationseffekt und darum, „ein gesellschaftliches Gegengewicht zum Rechtspopulismus zu sein“.

Junge Flüchtlinge

Was die Flüchtlinge selbst betrifft, geht es vor allem um Perspektiven, betont Pfarrer Hermann Glettler: „Wenn  junge Menschen nicht Fuß fassen können, ist das Enttäuschungspotenzial groß.“ Der Schlüssel dabei sei neben dem Spracherwerb eine entsprechende Ausbildung, aber auch Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylwerber und Flüchtlinge – inklusive der Anerkennung ausländischer Ausbildungen. Erst in der Vorwoche haben Wirtschaftsforscher den Flüchtlingszustrom für den heimischen Arbeitsmarkt als verkraftbar eingestuft: 30.000 zusätzliche Kräfte im Jahr wären kein Problem, wenn es eine Strategie gebe, meinte Wifo-Chef Karl Aiginger.
Diese Diagnose teilt auch Dzalto: „Die Wirtschaft reagiert sehr positiv, viele Unternehmer scheitern aber an der Bürokratie.“

Kritik übt das Netzwerk indes am Verteilungsschlüssel: Derzeit kommt auf 170 Flüchtlinge ein Betreuer, viel zu wenig, um gute Integrationsarbeit leisten zu können. Was die Qualität gewisser Unterkünfte betrifft, brauche es eine genaue Kontrolle. 7651 Asylwerber hielten sich übrigens mit Stand 5. Oktober in der Steiermark auf.

Von der Seele reden

Für die Helfer, haupt- und ehrenamtlich, fordert die Expertengruppe Angebote zur Supervision, um sich Sorgen und Ärger von der Seele reden zu können und einen „enttäuschten Idealismus“ rechtzeitig abzufangen.

Auf europäischer Ebene ist ein einheitliches Asylrecht mit möglichst hohen Rechts- und Unterbringungsstandards dringend notwendig. Außerdem sollen jene Länder, die sich solidarisch um die Aufnahme von Flüchtlingen bemühen einen EU-Finanzausgleich erhalten.

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