Zuletzt aktualisiert: 07.06.2015 um 05:06 UhrKommentareErste Weihe seit 1969

So läuft die Bischofsweihe nächsten Sonntag ab

Ein neuer Hirte für die Steiermark: Wilhelm Krautwaschl wird am 14. Juni zum 58. Bischof der Diözese Graz-Seckau geweiht. Alles zum Ablauf der Feier. Kleine.TV überträgt übrigens live! Von Monika Schachner

Krautwaschl wird zum Bischof der Diözese Graz-Seckau geweiht Foto © Sabine Hoffmann

Es ist fast so etwas wie ein Jahrhundertereignis: Wenn in einer Woche Wilhelm Krautwaschl im Grazer Dom zum Bischof der Diözese Graz-Seckau geweiht wird, ist das die erste Weihe seit 1969. Die Vorbereitungen dafür laufen seit Bekanntwerden der Entscheidung Mitte April auf Hochtouren.

Franz Lackner, Erzbischof von Salzburg, wird die Weihe vornehmen. Die beiden Altbischöfe Johann Weber und Egon Kapellari werden an seiner Seite sein. In den Dom geführt wird der Erwählte von zwei langjährigen Wegbegleitern: Pater August Janisch – bei dem ehemaligen Hartberger Pfarrer verbrachte Krautwaschl seine ersten Kaplansjahre – und Markus Madl. Er ist Pfarrer in Graz-Graben und damit nur einen Wurf vom Bischöflichen Seminar entfernt, dessen Regens Krautwaschl zuletzt war.

Gleich zu Beginn des Festgottesdienstes bittet Diözesanadministrator Heinrich Schnuderl Erzbischof Lackner um die Weihe. „Notar“ Bernhard Körner wird das päpstliche Ernennungsschreiben vorlesen – auf das die Gemeinde mit „Dank sei Gott, dem Herrn!“ antwortet.

Liebe als Motto im Wappen

„Deus Caritas est“ – „Gott ist Liebe“ – so lautet nicht nur die Botschaft der folgenden Lesung aus dem ersten Johannesbrief. Es ist auch das Motto, unter das Krautwaschl sein Bischofsamt stellt – und das in sein Wappen eingelassen. Die vier Felder darüber zeigen die Segenshand aus dem Wappen der Diözese, eine goldene Lilie, die für Christus steht, eine Weide als Symbol für Lebensfreude sowie eine Himmelsleiter, die zwischen Himmel und Erde vermittelt. Der Entwurf dafür stammt von Schülern des Bischöflichen Gymnasiums.

Urchristlicher Ritus

Auf die Predigt folgt die eigentliche Weihe: Nach der Anrufung des Heiligen Geistes erklärt sich der Kandidat bereit zur Verkündigung, zum Dienst an der Einheit und an den Armen. Die Bischöfe legen dem Erwählten daraufhin die Hand auf, verbunden mit der Bitte: „Gieße jetzt aus über deinen Diener, den du erwählt hast, die Kraft, die von dir ausgeht, den Geist der Leitung.“ Bei diesem Ritual wird dem neuen Bischof auch das Evangeliar über das Haupt gehalten – Zeichen für den Auftrag zur Verkündigung. Die anschließende Salbung weist hin auf Jesus Christus, den Gesalbten. Zuletzt bekommt der Erwählte das Evangelienbuch ebenso wie die bischöflichen Insignien Ring, Mitra (Bischofsmütze) und Hirtenstab. Damit und mit dem Einnehmen des Bischofstuhls übernimmt Krautwaschl offiziell die Diözese.

Nach der gemeinsamen Eucharistiefeier wird Nuntius Stephan Zurbriggen, der Botschafter des Vatikans in Österreich, das Wort ergreifen. Am Ende steht der bischöfliche Segen.

Alle eingeladen

Das große Ereignis gefeiert wird nach der Messe rund um den Dom. Alle sind eingeladen. Anstelle von Geschenken bittet Wilhelm Krautwaschl um Spenden für „Refugio – Bischöfliche Flüchtlingshilfe“: Das Geld geht je zur Hälfte an Projekte für Jesiden und Christen im Irak sowie Flüchtlingshilfe in der Steiermark.

Bankverbindung: IBAN AT 34 6000 0000 0792 5700, BIC OPSKATWW.

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Zeitplan

  • Vor Ort: 13 Uhr Einlass (Zählkarten für die Plätze in Dom, Mausoleum und Priesterseminar sind vergriffen), 14.30 Uhr Beginn, Ende gegen 17 Uhr. Danach: Agape, zu der alle Gläubigen eingeladen sind.

    Über Leinwand: Public-Viewing-Areal vor dem Dom.

    Livestream: auf www.kleinezeitung.at. Zudem übertragen ORF 2 Steiermark und ORF III ab 14 Uhr.

Die Insignien

  • Hirtenstab & Brustkreuz. Der Stab steht für das Hirtenamt, das dem Bischof durch die Weihe anvertraut wird. Er soll gleich wie Jesus Christus für die Menschen Sorge tragen. Das Brustkreuz symbolisiert die Zugehörigkeit zu Christus und die Gewissheit, auch in schweren Momenten unter dem christlichen Siegeszeichen des Kreuzes zu stehen. Beide Insignien wurden vom steirischen Künstler Christoph Rothwangl gestaltet.

    Mitra & Pileolus. Die Mitra, oft auch Bischofsmütze genannt, ist bei der Bischofsweihe Zeichen der Heiligkeit. Der Bischof trägt sie bei der Messe, aber nicht beim Gebet. Der Pileolus ist eine kleine runde Scheitelkappe. Er wird auch Soli-Deo (nur vor Gott) genannt, da der Bischof ihn vor dem Allerheiligsten abnimmt.

    Ring. Er ist Zeichen der Treue zu Christus und seiner Kirche. Früher nutzten die Bischöfe den Ring auch als Siegelring. Alle Insignien sind eigentlich Ehrenzeichen und stehen für religiöse Würde und kirchliche Vollmacht. Der Bischof trägt sie bei Ausübung seines Amtes, vor allem bei liturgischen Feiern.

3 Kommentare

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DUerSIEesICH am 07.06.2015 08:39 Kommentar melden

Krautwaschl und der 14. Juni:

Der 14. Juni "steht im Zwilling", ein Licht(-Kälte)tag;

Am Dienstag folgte ein Blatttag als der richtige Zeitpunkt, Blattgemüse zu pflanzen.
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Hohenwanger am 07.06.2015 08:14 Kommentar melden

Die Kirche ändert nichts.

Ist nur ein Verwalter und Bewahrer
der kirchlichen Dogmen.
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Antwort von DUerSIEesICH am 07.06.2015 08:41 Kommentar melden

... ein Verwalter und Bewahrer kann aber goldwert sein, ...

... macht er seine Sache gut?
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