Zuletzt aktualisiert: 02.01.2013 um 19:50 UhrKommentare

Nachkriegsrekord bei Arbeitslosen

In der Steiermark gibt es um acht Prozent mehr Arbeitslose als im Vorjahr - 3500 mehr arbeitslose Steirer als Ende 2011 verzeichnet das AMS und das Stellenangebot geht deutlich zurück. Auch 2013 wird ein hartes Jahr.

Foto © APA

Die gezügelte Konjunkturentwicklung belastet den heimischen Arbeitsmarkt stark - die Dezember-Zahlen machen das erneut augenscheinlich. So stieg die Zahl der Arbeitslosen (inklusive Schulungsteilnehmer) in Österreich per Jahresende im Vergleich zum Jahr davor um 6,9 Prozent. Knapp 385.000 Menschen sind ohne Job ins neue Jahr gestartet. Damit erreichte die Arbeitslosigkeit in absoluten Zahlen einen Nachkriegsrekord.

Die Steiermark liegt, wie auch schon in den letzten Monaten, an der traurigen Spitze derlei Statistiken. 3500 mehr arbeitslose Steirer als Ende 2011 (+ 8,0 Prozent) verzeichnet das Arbeitsmarktservice (AMS). Dessen Steiermark-Chef, Karl-Heinz Snobe, hat mit einem tristen Jahresende gerechnet: "Die Arbeitslosigkeit hält sich auf sehr hohem Niveau und das Stellenangebot geht deutlich zurück." Nur im ebenfalls auf Industrie spezialisierten Oberösterreich stieg die Arbeitslosigkeit noch um einen Prozentpunkt stärker als in der Steiermark. Betroffen sind so gut wie alle Branchen. Die meisten, neuen Arbeitslosen kommen in der Steiermark aus dem Bau-Sektor, der von dem frühen Wintereinbruch und den niedrigen Temperaturen in der ersten Dezemberhälfte getroffen wurde.

Unselbstständig Beschäftigte

Als Erfolg verbucht hingegen Arbeits- und Sozialminister Rudolf Hundstorfer die beständig steigende Anzahl an Beschäftigten: "Mit 3,47 Millionen unselbstständigen Beschäftigten hat es noch nie zuvor so viele Arbeitsplätze gegeben." Auch in der Steiermark ist die Beschäftigung weiterhin leicht steigend - um die Arbeitslosenquote stabil zu halten, ist die Dynamik aber zu schwach. Für 2013 sieht das AMS die Arbeitslosigkeit leicht ansteigen, rechnet aber damit, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresschnitt unter 36.000 bleiben wird (2012: 35.100). Speziell in der Zeitarbeit sieht Snobe 2013 eine Herausforderung durch rechtliche Änderungen, "die das Instrument wahrscheinlich etwas teurer machen. Wir erkennen zunehmende Vorsicht unter Personalentscheidern, offene Stellen zu besetzen."

Zeitarbeit als Chance

Zeitarbeit ist gerade für Langzeitarbeitslose eine Wiedereinstiegschance. Deshalb wird das AMS die Eingliederungshilfe - eine Förderung für Betriebe, die solche Menschen einstellen - erhöhen. Viele Jobsuchende reagieren auf die Krise, indem sie längere Wege und weniger Bezahlung in Kauf nehmen.

Auch von Landesseite gehen die Arbeitsförderungsmaßnahmen 2013 ohne Kürzungen weiter, betont Landeshauptmannstellvertreter Siegfried Schrittwieser und verweist auf den alle zwei Jahre erscheinenden steirischen Arbeitsförderungsbericht, der jetzt für 2010 und 2011 vorliegt. In den beiden Jahren wurden 26,9 Millionen Euro in Qualifizierungs- und Beschäftigungsprogramme investiert, davon jeder dritte Euro für Jugendliche. Weitere Zielgruppen der Maßnahmen sind Frauen, ältere Menschen und Langzeitarbeitslose.

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