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Zuletzt aktualisiert: 21.12.2012 um 22:00 UhrKommentare

Ex-Chef will die ACC retten

Knalleffekt rund um die insolvente ACC Austria in Fürstenfeld. Ex-Chef Repnik will das Unternehmen gemeinsam mit namhaften Industriellen und vielen Millionen auffangen. Und alle 700 Arbeitsplätze erhalten.

Foto © ACC

Fast 30 Jahre war Claus Repnik beim Kühlkompressorhersteller ACC tätig. Davon viele Jahre an der Spitze. Im Vorjahr folgte der Paukenschlag. Repnik wurde von der italienischen ACC-Muttergesellschaft als Geschäftsführer abgelöst. Offizieller Grund: Das Management sollte verjüngt werden. Inoffiziell wurde freilich gemunkelt, dass die teils gravierenden Auffassungsunterschiede zwischen Repnik und den Italienern ein Hauptgrund für den überraschenden Abschied waren.

Jetzt könnte es zu einem spektakulären Comeback bei "seiner" ACC kommen, die ihm, so betont er noch heute, "mir ein absolutes Herzensanliegen ist". Repnik hat eine Reihe "renommierter österreichischer Industrieller" um sich versammelt und will die insolvente ACC Austria in Fürstenfeld auffangen. Und im Gespräch mit der Kleinen Zeitung unterstreicht er: "Wir wollen den Standort und alle 700 Arbeitsplätze erhalten." Mittelfristig sehe er sogar eher zusätzlichen Mitarbeiterbedarf.

Millionenschweres Angebot

Man sei bereit, "einen namhaften zweistelligen Millionenbetrag in die Hand zu nehmen", so Repnik, der im Falle einer erfolgreichen Übernahme auch wieder als Geschäftsführer der ACC fungieren und sich auch selbst geringfügig am Unternehmen beteiligen würde. Namen zu den potenziellen Gesellschaftern wolle er noch nicht nennen. Er betont jedoch: "Sie alle haben eine nachhaltige strategische Orientierung. Es ist kein Finanzinvestor oder Fonds dabei, denn das hatten wir ja in der Vergangenheit."

Er sei vom Potenzial der ACC Austria überzeugt. "Es gibt hier bestens qualifizierte Mitarbeiter, zukunftsweisende Produkte und Patente sowie enorme Entwicklungskompetenz." Außerdem sei Fürstenfeld operativ immer gut unterwegs gewesen, auch jetzt stimme die Auftragslage.

Die Insolvenzursachen liegen ja, wie berichtet, vor allem an externen Problemfeldern. Neben der Insolvenz des italienischen Mutterkonzerns ist auch die deutsche Tochter in die Pleite geschlittert. Massive Schwierigkeiten bereitet auch die chinesische Tochterfirma. Der italienischen Mutter wirft er vor, dass die "gesamte Gruppe in den vergangenen Jahren vom Standort Fürstenfeld gelebt hat" und diesen ausgesaugt habe.

Repnik zeigt sich zuversichtlich, dass er mit seinem Konsortium zum Zug kommt. Ein konkretes Angebot soll spätestens am 7. Jänner auf dem Tisch liegen. Die Herausforderungen? "ACC Austria hat ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Der eingereichte Sanierungsplan muss jetzt binnen 90 Tagen von den Gläubigern angenommen werden." Der Sanierungsplan werfe Fragen auf, so sieht dieser u. a. vor, dass rund 14 Millionen Euro an offenen Forderungen von der insolventen italienischen Mutter zurückfließen. Und auch der Verkauf der wankenden China-Tochter müsste rasch Geld hereinspielen. Kein einfaches Unterfangen. Die große Unbekannte ist daher, ob sich die für den eingereichten Sanierungsplan erforderlichen Mittel tatsächlich realisieren lassen. Repnik ist skeptisch.

Barquote in Aussicht

Eine rasche, geordnete Verwertung des Unternehmens hält er für wahrscheinlicher. Das würde den Weg für das Angebot von Repniks Auffang-Konsortium ebnen. "Wir bieten einen fairen Preis und eine Barquote für die Gläubiger." Der von der ACC eingereichte Sanierungsplan würde die 30-prozentige Mindestquote für die Gläubiger vorsehen - zahlbar binnen 24 Monaten.

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