25. Dezember 2014, 03:23 Uhr | Aktualisiert vor - min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 03.12.2012 um 15:48 UhrKommentare

Alles neu im Strompoker

Der Aufsichtsrat der Energie Steiermark hat beschlossen, die Verbund-Anteile am Tochterunternehmen Steweag-Steg um 250 Millionen Euro zurückzukaufen. Damit wird der Landesenergiekonzern wieder rein "steirisch".

Foto © Kanizaj/Sujetbild

Es war eine fulminante strategische Verirrung: Im Zuge der "Südpol-Verträge" übergab 2001 die steirische Steweag ihre Kraftwerke an den Verbund. Dieser brachte umgekehrt die Steg in die "Steweag-Steg" (SSG) ein und erhielt ein Drittel an der neuen, gemeinsamen Firma. Für die Steirer war das damals ein schlechtes Geschäft, zumal der Landesenergieversorger Estag plötzlich ohne eigene Kraftwerke dastand.

Strom wird 2013 nicht teurer

Am Montag wurde nun dieses peinliche Kapitel geschlossen. Der Aufsichtsrat der Energie Steiermark genehmigte den Rückkauf des Verbund-Drittelanteils an der SSG. Kaufpreis: rund 250 Millionen Euro in bar und dazu noch einige Anteile an zwei gemeinsamen Thermal-Power-Gesellschaften, an denen die Estag künftig nur noch 20 statt 35 Prozent hält.

Immerhin ist jetzt die Doppelbindung der Estag an gleich zwei strategische Partner - Verbund und Electricité de France - beendet. Vorstandssprecher Christian Purrer zeigt sich erleichtert über die "Vereinfachung der Struktur" und darüber, dass die Estag nun "steirischer" werde. Für die 600.000 Kunden würde das Kostensenkungen bedeuten. Für 2013 schließt Purrer eine Strompreiserhöhung "bereits heute" aus.

Auch im Verbund heißt es, die "klaren Mehrheitsverhältnisse" würden nun beide Unternehmen stärken. Allerdings bleibt als Schönheitsfehler übrig, dass die atomstromlastigen Franzosen als Estag-Partner bleiben, während der Wasserkraftkonzern Verbund den Hut nimmt. Beobachter halten es für möglich, dass der Verbund seine Zurückhaltung bei der Anwerbung steirischer Stromkunden aufgibt und als härterer Konkurrent der Estag in deren Heimmarkt auftritt. Den Kunden kann ein Preiskampf freilich nur recht sein. Ob das SSG-Drittel den hohen Kaufpreis auch wert ist, werden künftige Bilanzen zeigen.

Der Aufsichtsrat der Energie Steiermark stellte am Montag auch die Weichen für die neue Geschäftsführung der Energie Graz. Neben Gert Heigl wurde wie erwartet Werner Ressi als neuer Geschäftsführer nominiert. ERNST SITTINGER

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