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Zuletzt aktualisiert: 16.11.2012 um 18:16 UhrKommentare

"Ich möchte Millionen Frauen glücklich machen"

"Waschechter" Tüftler aus Sonnhofen werkt seit 13 Jahren an einer Waschmaschine, die trocknen und bügeln kann. Der Erwartungsdruck ist groß, das Patent hat er jetzt in der Tasche.

Foto © KANIZAJ

Ein Dauer-Abo für die Aufnahme ins Abendgebet von Millionen Hausfrauen und Hausmännern - davon dürfte Franz Josef Diethart nicht mehr weit entfernt sein. Wobei: Die Erfindung des Oststeirers klingt fast zu schön, um jemals wahr zu werden.

Seit 1999 tüftelt der Tischlermeister, der seit vielen Jahren auf Außendienst unterwegs ist "und dabei schon Hunderte Hausfrauen vor großen Bügelwäschebergen verzweifeln sah", an einer Waschmaschine, die auch trocknen und bügeln kann. Quasi in einem Aufwaschen.

Vor kurzem gab Österreichs Patentamt seinen Segen unter die Entwicklung des 53-Jährigen aus Prätis (nahe Pöllau), der nun unter positivem Erwartungsdruck steht. Denn von "Her damit" bis "Wann kommt jetzt endlich dein Wunderding", reiche das Spektrum der Reaktionen, sobald er von seinem Wasch-Trockner-Bügelgerät erzähle, das die Größe und Form eines amerikanischen Kühlschranks haben und 2000 bis 4000 Euro kosten soll.

Der Clou dabei: die Wäsche dreht sich nicht mehr wie in den letzten Jahrzehnten im Kreis, sondern wird senkrecht in Lauge getaucht. Dazu hat Diethart in jahrelanger mühsamer Tüftelarbeit Bügel entwickelt ("Anfangs hab' ich mit Holzstücken und Föhn gearbeitet"), auf die dann Hose, Hemd & Co. gespannt werden. Hunderte kleine Löcher in den Bügeln, durch die heiße Luft geblasen wird, sollen dann faltenfreie Trocknung, etwa auch bei Hemdkragen, garantieren. Und das Bügeln damit obsolet machen.

Bis zu 28 Kleidungsstücke können in einem einstündigen Durchgang gereinigt werden, für Unterwäsche gibt's extra noch eine kleine Wäschetrommel.

Die besten Einfälle, erzählt Diethart, kämen bei ihm immer an den unmöglichsten Orten. Und dann muss alles schnell gehen . . .

Geistesblitze auf dem Klo

. . . oder eben das Klopapier als Kritzelpapier herhalten. Nichtsdestotrotz passt Diethart auf seine Geistesblitze auf wie ein Haftelmacher. Denn so mancher Waschmaschinenhersteller hat schon auf die Naivität von Erfindern gehofft.

Auch Diethart sei von Firmen, "die sich allesamt sehr interessiert zeigen", gebeten worden, ihnen Konstruktionspläne zu schicken, noch lange, bevor es ein Patent gab. Stattdessen besuchte er Kurse am Patentamt und geht erst jetzt, nachdem seine Idee gegen Diebstahl (vulgo Geistesblitzableiter) geschützt ist, auf die Suche nach Lizenznehmern - zusammen mit einem internationalen Patent-Vermarktungsunternehmen. "Interessenten gibt es bereits viele."

Sein Wunschtraum: "Ich wäre gern bei der Konstruktion des ersten kommerziellen Gerätes miteingebunden." Sein Verhandlungstrumpf: "Ich hab' noch so vieles im Kopf, was noch auf keinem Konstruktionsplan steht."

Bei allen bleibenden Fragezeichen hat Diethart, der beteuert, sich daheim die Hausarbeit brav mit seiner Frau zu teilen, aber ein Ziel vor Augen: "Ich will mit meiner Erfindung Millionen Frauen froh und glücklich machen."

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