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Zuletzt aktualisiert: 21.10.2012 um 06:20 UhrKommentare

Hundeauslauf auf eigene Gefahr

Für Hunde sind sie die einzige Auslauf-Möglichkeit in der Stadt. Trotzdem werden Hundewiesen von vielen Besitzern gemieden. Immer wieder ist es in der Vergangenheit zu Zwischenfällen mit scharfen Hunden gekommen.

Foto © Vidady - Fotolia

Es war eine besonders dramatische Situation: Ein Bub war mit dem York-shireterrier seiner Nachbarn auf der Hundewiese im Augarten spazieren und der kleine Hund wurde von einem Rottweiler schwer verletzt", erinnert sich die diensthabende Tierärztin der Arche Noah, zu der der verletzte Hund gebracht wurde. Wenig später war er seinen Verletzungen erlegen. Der Bub und die Besitzer des Hundes waren geschockt.

Angst vor Attacken

Der Fall, der sich schon im Juli ereignet hat, der aber nie bei der Polizei angezeigt und auch nicht medial verbreitet wurde, macht vor allem Besitzern von kleineren Hunden immer noch Angst. "Ich fürchte mich jedes Mal, wenn ich durch den Park gehe", erzählt die Besitzerin einer Mischlingshündin, die anonym bleiben möchte. Auch ihre Hündin wurde ein paar Tage später von demselben scharfen Rottweiler attackiert. Es ging gerade noch gut aus.

"Viele gehen mit ihren Hunden nur noch um den Park herum, nicht mehr hinein", bestätigt das Frauchen eines West Highland Terriers. Besonders schlimm sei es auf der Murpromenade.

Das Problem: Konsequenzen gibt es - wenn überhaupt - erst, wenn etwas passiert. "Ich habe mich bei verschiedenen angeblich zuständigen Stellen erkundigt, was man tun könnte, wenn Gefahr im Verzug besteht. Doch: Man kann nichts unternehmen", so die erste der beiden Hundehalterinnen. Auf den zehn eingezäunten Hundewiesen der Stadt dürfen die Vierbeiner ohne Maulkorb oder Leine frei laufen - egal, ob sie scharf sind oder nicht. Kontrolliert wird nicht.

"Die Hundewiese darf nur dann betreten werden, wenn der Besitzer der Ansicht ist, dass der eigene Hund keinen Schaden anrichtet", sagt Peter Fürst, Referatsleiter für Veterinärangelegenheiten. "Die Besitzer müssten das wissen."

Auch gegen Giftköder und Fallen - gerade wurde auf der Hundezone am Hilmteich ein mit Nägeln präparierter Tennisball gefunden - ist man machtlos: "Ein konkreter Nachweis ist bis jetzt nicht gelungen", so Fürst. "Das ist ein Problem, das alle Großstädte haben. Niemand weiß, wie man dem habhaft werden kann."

Hoffen auf Hundeführerschein

Besserung erhofft man sich nun vom neuen Hundeführerschein (genau: "Hundekundenachweis", siehe Info unten), der wie berichtet ab 1. Jänner 2013 Unterricht für alle neuen Hundebesitzer vorschreibt. Details dazu werden allerdings erst bekannt gegeben.

Am Modell Hundewiese will die Stadt aber auf jeden Fall festhalten, schließlich sind die Hundewiesen die einzigen Flächen, auf denen freier Auslauf erlaubt ist. Und den wenigen scharfen Hunden stehen viele wohlerzogene gegenüber - weit mehr als 7000 sind in der Stadt gemeldet.

Zu den zehn bestehenden Wiesen und sechs Hundezonen soll bald eine neue im neu gestalteten Bereich des Rückhaltebeckens in Alt-Grottenhof kommen, sagt Birgit Zelinka, Abteilung für Grünraum und Gewässer: "Der Bedarf ist groß. Ziel der Stadt ist es, in jedem Bezirk mindestens eine Hundewiese zu errichten." Ein Unterfangen, das immer wieder an Anrainerprotesten oder am Mangel an geeigneten Grundstücken scheitert. Die Hundewiese in der Ragnitz liege auf Eis, auch in Eggenberg und Puntigam sei es schwierig, ein geeignetes Grundstück zu finden.

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