24. November 2014, 01:11 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 12.06.2012 um 22:43 UhrKommentare

Abschiebung droht eine Familie zu zerreißen

Asyl suchende Familie in St. Johann in der Haide fürchtet sich vor der Abschiebung: Vater müsste mit einem Kind in den Kosovo, die Mutter mit drei Kindern in die Ukraine.

Foto © Harald Hofer

Vor zweieinhalb Jahren kam das Ehepaar Vladislava und Sherif Spahija mit seinen Kindern aus dem Kosovo nach Österreich. Er Kosovare, sie Ukrainerin, hatten sie sich in Deutschland kennengelernt und vor 16 Jahren geheiratet. Zuletzt war es für das Paar im Kosovo immer unsicherer geworden. "Ukrainer und Russen werden dort verdächtigt, auf Seite der Serben zu stehen", erzählt Vladislava Spahija, die in der Ukraine Deutsch studiert hat.

Sie konnte kaum außer Haus gehen, örtliche Mafiosi erpressten Schutzgeld, um ihre Identität nicht preiszugeben. "Ich habe kaum eine Nacht geschlafen, immer in der Angst, dass etwas durch das Fenster geflogen kommen könnte", erzählt Sherif Spahija. Hilfe von der Polizei war kaum zu erwarten: "Die haben mir nur geraten, auszureisen."

Nach Akten entschieden

Also suchte die Familie, die durch den Kosovokrieg schon einmal getrennt worden war, um Asyl in Österreich an. Mit den Kindern Naxhie, Melinda und Denis kam man zunächst nach Schäffern, dann in die Nähe von Mürzzuschlag. 2010 kam Sohn Darian auf die Welt. Die vergangenen drei Monate lebte die Familie in St. Johann in der Haide. Nun kam der endgültige negative Asylbescheid. Die Abschiebung droht.

"Mich stört, dass der Asylgerichtshof rein nach den Akten entschieden hat. Die Familie wurde nie persönlich vorgeladen", ärgert sich Martin Löschberger von der Caritas in Hartberg, der die Familie betreut. Die Familienmitglieder sprechen gut Deutsch, die Kinder gehen hier zur Schule und Sherif Spahija hätte sogar Arbeit in Aussicht.

Die Abschiebung würde die Familie hingegen auseinanderreißen: Vater Sherif würde mit dem achtjährigen Sohn Denis in den Kosovo abgeschoben, Mutter Vladislava mit den Töchtern Naxhie (13), Melinda (11) und dem zweijährigen Darian in die Ukraine. "Der Asylgerichtshof glaubt, die Familie werde schon irgendwo wieder zusammenfinden", so Löschberger. Doch als Kosovare darf Sherif Spahija nicht in die Ukraine einreisen, Vladislava wäre im Kosovo weiter bedroht.

Letzte Hoffnung für die Familie ist humanitäres Aufenthaltsrecht in Österreich. Gestern wurde der Antrag gestellt.

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