Zuletzt aktualisiert: 29.05.2012 um 20:17 UhrKommentare

Narzissenwiese mit dem Bagger transplantiert

In Halbenrain wurde zum ersten Mal in der Region eine Wiese erfolgreich verpflanzt. Das seltene Transplantationsverfaren gilt als Musterbeispiel für angewandten Naturschutz.

Foto © Privat

Transplantationen von Herz, Lunge, Leber und anderen menschlichen Organen stehen hierzulande längst auf der Tagesordnung. Dass eine Wiese von A nach B verpflanzt wird, ist hingegen eher selten. In Halbenrain ist nun das erste Kunststück dieser Art in der Region geglückt. Im Rahmen eines Grundzusammenlegungsverfahrens wurde im März eine ökologisch besonders wertvolle Narzissenwiese um rund 40 Meter versetzt. "Das war die einzige Möglichkeit, um zu verhindern, dass aus der Wiese ein Acker wird. Es war natürlich ein Risiko, weil wir keine Erfahrungswerte hatten und nicht wussten, ob die Wiese wieder anwächst. Umso größer war die Freude, als kürzlich die Narzissen tatsächlich wieder geblüht haben", berichtet Helmut Ulf Jost, zuständiger Ökologe der Agrarbezirksbehörde für Steiermark.

Dass es überhaupt dazu kommen konnte, ist nicht zuletzt dem Halbenrainer Bürgermeister Dietmar Tschiggerl zu verdanken, der sich als Vermittler zwischen Bauern und Naturschützern einbrachte. "Dem Landwirt geht es bei einer Grundzusammenlegung in erster Linie um die Optimierung seiner Flächen. Dass dabei auch der Naturschutz nicht zu kurz kommen darf, bedurfte schon einiges an Überzeugungsarbeit", so der Ortschef. Das bestätigt auch Edmund Grof, selbst Bauer und eines von rund 50 Mitgliedern der Zusammenlegungsgemeinschaft: "Am Anfang war natürlich Skepsis da, ob so etwas überhaupt möglich ist. Jetzt, wo man sieht, dass es funktioniert, ist die Akzeptanz aber groß." Und zwar nicht nur, was die Wiesentransplantation, sondern auch andere ökologische Ausgleichsmaßnahmen im Zuge der Grundzusammenlegung betrifft (siehe Infokasten).

Operation mit dem Bagger

Das Bravourstück ist dem Ökologen-Team - bestehend aus Jost, Natura 2000-Gebietsbetreuer Andreas Breuss und dem Bezirksnaturschutzbeauftragten Johann Pfeiler - aber mit der Wiesentransplantation gelungen. Neuland war dieser Auftrag auch für jenen Baggerfahrer, der 20 bis 30 Zentimeter dicke Wiesenstreifen abhob und auf einen nahe gelegenen Acker verpflanzte. "Das Wachstum ist noch nicht so gleichmäßig, wird sich aber bald wieder einpendeln", ist Jost überzeugt. Interessantes Detail: Neuer Eigentümer der transplantierten Narzissenwiese ist die Marktgemeinde Halbenrain.

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FAKTEN

  • Bereits 1991 wurde um eine Grundzusammenlegung in Halbenrain angesucht.

    Im März 2009 wurde das Verfahren auf einer Fläche von fast 100 Hektar eingeleitet.

    Dabei werden die Besitzverhältnisse neu geordnet, um die Bewirtschaftung der Flächen zu erleichtern.

    Um das ökologische Gleichgewicht zu erhalten, werden Ausgleichsflächen mit Lebensräumen für Tiere und Pflanzen geschaffen (3,2 Hektar in Halbenrain).

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