Zuletzt aktualisiert: 09.05.2012 um 21:54 UhrKommentare

In der Industrie kehrt der Optimismus zurück

Die steirischen Industriebetriebe blicken zuversichtlich in das zweite Halbjahr, jedes fünfte Unternehmen will bis Sommer den Mitarbeiterstand erhöhen.

Foto © SCHERIAU

Optimistisch wie selten blickt die steirische Industrie in das zweite Halbjahr 2012. War nach den deutlichen Rückgängen im vierten Quartal 2011 die Stimmung in den Betrieben zu Jahresbeginn noch sehr verhalten, hellt sie sich nun merkbar auf. "Wir sind heute in erfreulicher Mission unterwegs", betonte daher Industrie-Präsident Jochen Pildner-Steinburg im Rahmen der Präsentation des jüngsten Konjunkturbarometers. Lediglich drei Prozent der befragten Industrieunternehmen berichten demnach von einer schlechten Geschäftslage (siehe Grafik), "im nächsten halben Jahr gehen auch nur vier Prozent der Unternehmen von einer Verschlechterung aus", so IV-Geschäftsführer Thomas Krautzer.

Trotz des international schwierigen Umfelds sei es der steirischen Industrie gelungen, die konjunkturelle Stagnation zu überwinden. Das sollte sich auch stimulierend auf die zuletzt deutlich eingetrübte Stimmung am steirischen Arbeitsmarkt auswirken. Jeder fünfte Betrieb will bis Sommer neue Mitarbeiter einstellen.

Ertragslage als Sorgenkind

Ein Problem sieht Steinburg indes in der Entwicklung der Ertragslage. "Nur acht Prozent vermelden eine gute Ertragssituation." Hier könne keine wirkliche Erholung festgestellt werden. Besonders zu spüren bekommen das derzeit die steirischen Auto-Zulieferer, so Krautzer.

Die Gründe seien vielfältig und reichen von den hohen Rohstoffkosten bis hin zum steigenden internationalen Wettbewerb. "Erträge sind die Grundlage für Investitionen", so Steinburg. Das heißt: Magere Erträge, magere Investitionen. "Trotz einiger punktueller Großinvestitionen ist hier das allgemeine Klima in der Steiermark noch sehr zurückhaltend." Für die kommenden sechs Monate zeigen sich die Betriebe jedoch etwas optimistischer: 22 Prozent rechnen mit einer Verbesserung der Ertragssituation. An der jüngsten Konjunkturumfrage haben sich 66 steirische Industrieunternehmen mit insgesamt 41.000 Beschäftigten beteiligt.

Ausdrückliche Unterstützung gebe es weiterhin für die steirische Reformpartnerschaft und deren Bemühungen um Konsolidierung und Strukturwandel. Steinburg mahnt aber ein, dabei den Wirtschaftsstandort nicht zu vernachlässigen. Im Rahmen des Sparbudgets sei die Wirtschaftsförderung, die bei jährlich rund 50 Millionen Euro liege, um 25 Prozent gekürzt worden. "Weitere Einschnitte wären völlig kontraproduktiv, weil so die Investitionsbereitschaft weiter sinken würde", so Steinburg. Ihm sei jedoch klar, dass der Steiermark und damit dem Landesbudget ein weiterer Gewaltakt bevorstehe, um die Ziele des Stabilitätspakts zu erreichen. Mögliche Einsparungspotenziale sehe er in der Struktur der Wirtschaftsförderung, "man könnte die Anzahl der Förderprogramme straffen, es gibt zu viele Parallelförderungen".

Von der Politik erwarte er sich zudem, dass man klare Anreizsysteme schafft, um gut qualifizierte - und dringend benötigte - Fachkräfte aus Ländern wie Spanien oder Griechenland, wo es kaum Arbeitsplätze für sie gibt, in die Steiermark zu bringen.

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