23. November 2014, 23:17 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 09.05.2012 um 21:30 UhrKommentare

Ein Rätsel: Zwölf Tage ohne Wasser

Dass der Oststeirer zwölf Tage ohne Flüssigkeit in einem Abbruchhaus überlebt hat, grenzt an ein Wunder. Die kritische Grenze liegt bei vier bis fünf Tagen.

Foto © BREITEGGER

Er hat überlebt. Zwölf Tage ohne Flüssigkeit, zwölf Tage ohne Nahrung, "eingesperrt" in einem Abbruchhaus. Wie ist so etwas möglich? Der Fall Robert G. sorgt in Baumgarten bei Gnas nach wie vor für Gesprächsstoff.

Aus medizinischer Sicht hat er erstaunlich lange ohne Flüssigkeit ausgehalten. Die kritische Grenze liegt bei vier bis fünf Tagen. Robert G. überlebte zwölf Tage ohne Wasser, zwei Tage länger als Georg Heinzl, der nach dem Grubenunglück in Lassing zehn Tage lang im Berg eingeschlossen war. Noch länger hielt es ein Häftling in einem Vorarlberger Gemeindearrest aus, auf den die Gendarmerie vergessen hatte. Er trank seinen eigenen Urin, um zu überleben. Nach 17 Tagen wurde er befreit.

Es hänge immer vom Gesundheitszustand des Betroffenen ab, sagt Professor Alexander Rosenkranz vom Grazer LKH. "Ein alter Mensch wird schneller sterben, als ein junger gesunder." Der Körper trocknet aus. Der Betroffene kann verdursten, es kann zu einem Organversagen kommen. Ein paar Tage noch und Robert G. wäre bewusstlos geworden und in seinem "Verlies" gestorben.

Wie berichtet, wurde G. Montagabend in einem Abbruchhaus gefunden. Jetzt liegt das Opfer im LKH Feldbach, er dürfte aber noch diese Woche entlassen werden. Der Oststeirer behauptete bei einer kurzen Befragung durch die Polizei, dass er im Abbruchhaus gefangen gewesen sei. Er habe das Gebäude nicht verlassen können. Der Grazer Psychiater Manfred Walzl hat eine Erklärung dafür. Ein alleiniger Schockzustand nach dem Sachschadenunfall, den Robert G. verursacht hatte, dürfte es wohl nicht gewesen sein, glaubt Walzl. Es dürfte eine Verkettung mehrerer Problemsituationen ausschlaggebend gewesen sein.

Halluzinationen

Walzl will nicht ausschließen, dass sich der Oststeirer im Schock im Abbruchhaus verkrochen hat. Es könnten durch den Flüssigkeitsmangel schon nach zwei Tagen Halluzinationen und Desorientiertheit aufgetreten sein. Das Opfer konnte aufgrund seines Zustandes nicht mehr aus dem Gebäude entkommen.

Walzl: "Zwei Prozent weniger Flüssigkeit im Kreislauf bedeutet 20 Prozent weniger Aufmerksamkeit und Konzentration."

Robert G. konnte von der Polizei im Krankenhaus noch nicht befragt werden. Wie berichtet, war der 45-Jährige seit 25. April abgängig. Sein schwerbeschädigtes Auto stand in einem Schuppen. Die Haustor- und Autoschlüssel und Papiere lagen in der Küche des Wohnhauses, das er gemietet hat. Nur etwa zwei Kilometer von diesem Haus entfernt, hielt es der Mann zwölf Tage ohne Nahrung und Flüssigkeit aus. Durch Klopfzeichen hatte er sich Montagabend bemerkbar gemacht. Ein Anrainer hatte Gras gemäht und ihn gehört. Als er die von außen zugebundene Tür öffnete, torkelte ihm Robert G. entgegen und brach zusammen. Der Fall bleibt rätselhaft.

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