25. November 2014, 01:41 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 19.04.2012 um 20:00 UhrKommentare

Der Große schluckt den kleinen Nachbarn

Die beiden Bezirke kooperieren bereits stark. Die Thermen sind eine Klammer.

Von einem Zusammenschluss zweier Partner auf Augenhöhe kann man bei der Fusion der Bezirke Hartberg und Fürstenfeld kaum reden. Beide Regionen leben zwar im Namen "Hartberg-Fürstenfeld" weiter, die Bevölkerung empfindet es aber - auf beiden Seiten der Grenze - stark so, dass sich Hartberg (965 Quadratkilometer) den kleineren Nachbarn (264 Quadratkilometer) einverleibt. Tatsächlich bleibt die Bezirkshauptmannschaft in Hartberg und Max Wiesenhofer Chef des Hauses. Fürstenfeld erbt wohl eine Servicestelle. Im Unterschied zu Feldbach und Knittelfeld ist Fürstenfelds Bezirkshauptfrau Beatrix Pfeifer (56) noch nicht im Pensionsalter - sie wird sich einen anderen Job suchen (müssen).

Unerwartet kommt die Fusion nicht. Die Gerüchteküche brodelte schon länger einschlägig, mit 1. Juli nimmt die Bauernkammer die neue Struktur vorweg. Die Baubezirksleitung Hartberg betreut Fürstenfeld schon länger, seit 1960 gibt es den Waldverband Hartberg-Fürstenfeld. Während die Polizei nachziehen will, hat sich die Feuerwehr bereits abgesichert: Als die Bildung des Bezirks Murtal ruchbar wurde, taufte man die steirischen Bezirkskommandos flugs in Bereichskommandos um.

Im Alltag existiert die Grenze kaum. Die Menschen im südlichen Hartbergerland zieht es nach Fürstenfeld zum Einkaufen oder abends in die Lokale. Auch die Thermen sind eine Klammer.

Unmut ist, abseits der Verwaltungsebene, allenfalls vom kleineren Partner Fürstenfeld zu erwarten. Als Zuckerl werde nun an einer - freilich in der Kompetenz des Bundes liegenden - Rettung des Bezirksgerichtes Fürstenfeld gearbeitet, wird geflüstert.

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