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Zuletzt aktualisiert: 24.02.2013 um 17:07 UhrKommentare

Anders Bardal, ein neues Siegergesicht

Der Norweger Anders Bardal holte WM-Gold am kleinen Bakken und verwies Gregor Schlierenzauer auf den zweiten Platz. Bei allem Bedauern sieht der Tiroler auch einen positiven Aspekt am Sieg des Norwegers.

Foto © APA

Natürlich hatte Gregor Schlierenzauer sich seine erste WM-Goldmedaille auch vom kleinen Bakken erhofft. Doch der 23-jährige Tiroler wirkte am Samstagabend nach dem ersten seiner vier Einsätze letztlich mit seinem Vize-Weltmeister-Titel hinter dem Norweger Anders Bardal zufrieden. Und Schlierenzauer sah es letztlich auch als gut für seinen Sport, dass nach der Dominanz der Österreicher auch bei der WM 2011 wieder ein anderes Siegergesicht ganz oben steht.

"Er hat letztes Jahr den Gesamt-Weltcup gewonnen, also weiß jeder, dass er gut ist. Jeder, der auf dem Podium steht, hat es verdient", sagte Schlierenzauer, der Bardal als fairen und guten Sportler beschreibt, mit dem er immer gerne Späße macht. "Ich sage immer, dass er so gut ist, weil er einen österreichischen Coach hat", erinnerte Schlierenzauer schmunzelnd daran, dass Norwegens Cheftrainer Alexander Stöckl aus der Schule des ÖSV kommt.

"Aber es ist gut für den gesamten Sport, dass nicht immer die Österreicher an der Spitze sind", gab Schlierenzauer zu, ehe er doch ein bisschen den Patrioten zeigte. "Es ist gut zu wissen, dass die österreichische Skisprung-Philosophie die ziemlich beste auf der Erde ist."

Man müsse immer erst einmal eine Medaille machen, denn eine WM habe oft andere Gesetze. "Mir war bewusst, dass man genauso auch mit null Medaillen heimfahren kann. Daher war ich recht locker und habe auf mich geschaut. Es waren nicht meine besten Sprünge, um Gold zu machen. Der Anders hat sicher einen besseren Job gemacht, vielleicht auch das nötige Glück gehabt."

Abwechslung, die gut tut

Der angesprochene Stöckl sah es gegenüber der APA - Austria Presse Agentur freilich hauptsächlich als Riesenerfolg für seinen Schützling. Aber: "Ich denke, dass es für den Sprungsport eine gute Sache ist, wenn nicht immer die Gleichen oben stehen. Das ist gut, weil es dann spannend ist und mehr Leute zuschauen, weil nicht von vorneherein klar ist, dass ein Österreicher gewinnt."

Zum Luken-Schachzug von Alexander Pointner in Abstimmung mit Schlierenzauer, vor beiden Sprüngen je zwei Luken weniger Anlauf zu nehmen, um damit am Ende mehr Bonuspunkte zu bekommen, äußerte sich Stöckl zwiespältig. "Mit einem Bombensprung kann Gregor sehr weit springen, aber ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass es zu viel Anlauf war. Man weiß, dass Gregor auch bei sehr weiten Sprüngen einen Super-Telemark setzen kann. Aber ich weiß nicht, was die beiden vereinbart haben." Er selbst habe noch nie aus taktischen Gründen verkürzt, sondern nur dann, wenn der (zu große) Anlauf ein Risikofaktor ist.

Bardal hat sich den letzten Feinschliff für die WM übrigens in Seefeld geholt. "Da haben wir zwei richtige Trainingseinheiten gemacht, das war auch wichtig." Bardal habe gelernt, sich zu fokussieren. "Es geht um die Kunst, dass man fern vom Ergebnis bleibt, und sich auf das konzentriert, was man selbst steuern kann, und das ist die Sprungtechnik."

Familienmensch Bardal hat nun - ähnlich wie Wolfgang Loitzl 2009 in Liberec - erst spät sein erstes Einzel-Gold geholt. Und er ist auch ein ganz ähnlicher Typ wie der Steirer. "Er ist ein Familienmensch, zweifacher Vater und kein Popstar", sagte Stöckl.

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