29. November 2014, 07:28 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 27.12.2012 um 20:27 UhrKommentare

Hofer: "Riesiges Potenzial im Osten"

"Skispringen kann man nicht mit Fußball oder Skifahren vergleichen": Vor der Vierschanzentournee spricht FIS-Direktor Walter Hofer über die Anzüge der Athleten, überdachte Sprunganlagen und das riesige Potenzial in den osteuropäischen Ländern.

Foto © GEPA

Am Samstag beginnt in Oberstdorf die Vierschanzentournee. Steigt das Interesse am Skisprungsport weiter oder ist es auf Großereignisse begrenzt?

WALTER HOFER: Es ist vorhanden, wir müssen aber wissen - wir reden über eine Nischensportart. Skispringen kann man nicht mit Fußball oder Skifahren vergleichen. Wir können nicht auf die Industrie, den Tourismus zurückgreifen. Es ist uns gelungen, ein Produkt zu schaffen, welches wir optimal präsentieren können.

Was heißt das?

HOFER: Ein Bewerb dauert nicht länger als 90 Minuten, es gibt keine langen Pausen zwischen den Durchgängen, die Entscheidung fällt immer am Schluss.

FIS-Präsident Gian-Franco Kasper erklärte, dass viele Länder aus dem Osten in den alpinen Weltcup-Kalender drängen. Gilt das auch für das Skispringen?

HOFER: Gerade in den östlichen Ländern haben wir riesiges Potenzial. Wir sind gerade dabei, 20 schlafende Riesen wieder aufzuwecken. Dazu zählen Länder wie Georgien, Kasachstan und Estland. Aus diesen Ländern, die früher bei der Sowjetunion waren, kommen wir auch her.

Ein leidiges Thema sind die Anzüge der Springer. Ist hier, was die Änderungen betrifft, das Ende der Fahnenstange erreicht?

HOFER: Für die nächsten zwei Jahre auf alle Fälle. Nur muss man eines wissen - wir verändern die Beschaffenheit der Anzüge seit zehn Jahren. Durch die immer neuen Materialen mussten wir so rigoros reagieren.

Reagieren musste die FIS auch bei den Schanzen, richtig?

HOFER: Seit der Erfindung des V-Stils vor 20 Jahren wurden alle Schanzen umgebaut, um dem neuen Stil gerecht zu werden, die Sicherheit der Aktiven zu gewährleisten.

Apropos Sicherheit. Da könnten man doch noch viel mehr tun, man könnte beispielsweise überdachte Sprunganlagen bauen?

HOFER: Wenn wir noch viel mehr tun würden, also Schanzen überdachen, geben wir die Attribute des Freiluftsports her. Das wollen wir nicht. Wir werden nur akzeptiert, wenn wir authentisch bleiben.

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Zur Person

  • Geboren: 25. Februar 1955 in Seeboden/Millstätter See.

    Karriere: Masseur und Assistenztrainer beim SV Spittal, Studium der Sportwissenschaften in Salzburg, 1982 Konditionstrainer beim österreichischen Skiverband. 1988 Co-Trainer der deutschen Skispringer.

    Seit 1992 als Renndirektor des internationalen Skiverbandes (FIS) mit der Organisation der Sprungbewerbe beauftragt.

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