27. November 2014, 18:21 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 27.12.2012 um 19:46 UhrKommentare

Weihnachtsruhe ist am Semmering schnell vorbei

Österreichs "Speed-Queen" Renate Götschl berichtet für die Kleine Zeitung vom alpinen Ski-Zirkus.

Foto © KLZ/Fuchs

Kurz war sie die Weihnachtspause. Zwei, maximal drei Tage bleiben dir, wenn du im Weltcup fährst. Meine Pause hat ja ein wenig länger gedauert. Aber umso schöner, dass ich meine Erfahrungen und mein Wissen ab sofort mit Ihnen teilen kann. Aber zurück zu den Aktiven: Du bist wirklich froh, wenn du für ein paar Tage dem Hamsterrad entkommen kannst, deine Ruhe hast. Weihnachten ist dafür bestens geeignet, da fällt es leichter. Außer, dein Saisonstart war nicht nach Wunsch. Das beschäftigt dich dann auch unterm Christbaum noch. Du denkst daran, was du verbessern kannst, was du am Materialsektor noch testen musst. Insbesondere Allrounderinnen haben es da schwer. Ich bin einst sogar am 24. Dezember noch ein paar Läufe gefahren. Da kann es schon sein, dass dir irgendwann alles über den Kopf wächst - so wie bei Lindsey Vonn wohl. Dann fordert der Körper seine Auszeit aber vehement ein.

Mit dem Tag nach Weihnachten gehen die Gedanken dann aber schon zum nächsten Rennen, besonders bei unseren Mädels. Schließlich wartet das Heimrennen auf dem Semmering. Und du weißt: Da hast du viel zu tun; zumindest wenn du zu den Bekannteren gehörst. Man braucht Jahre, bis man mit dem hohen Interesse und dem intensiven Kontakt mit den Fans richtig umgehen kann. Ich gestehe, dass mir das anfangs auch schwer viel. Aber später habe ich es anders gesehen: Es war lässig, dass viele Fans da sind. Den Rummel als positives Element zu akzeptieren, ist wohl eine Alterserscheinung - aber natürlich kostet es auch da manchmal noch Nerven. Zumindest habe ich aber verstanden: Es gehört dazu, es ist der Grund, warum ich mein Hobby zum Beruf machen konnte.

Ich habe irgendwann einen Schalter umgelegt. Soll heißen: Ich war freundlich, aber ich hab' alles nicht mehr richtig wahrgenommen. Nur die letzten fünf Minuten vor dem Start, da hatte ich es lieber ganz ruhig. Auch da gibt es ja andere, die noch im Starthaus Spaß haben wollen, für mich war das aber anders.

Dazu kommt, dass heuer eine besondere Saison ist: Die Heim-WM wartet. Der Gedanke an Schladming ist sicher bei allen seit Sommer im Kopf. Und wer sein Ticket noch nicht hat, wird langsam nervös. Du weißt, dass du Resultate brauchst und das macht zusätzlich Druck. Damit umzugehen, ist eine eigene Geschichte - ich komm drauf zurück, versprochen.

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Zur Person

  • Renate Götschl (37) gewann 46 Weltcup-Rennen und drei Weltmeistertitel.

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