21. Dezember 2014, 18:17 Uhr | Aktualisiert vor - min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 20.01.2012 um 18:18 UhrKommentare

Kitzbühel kämpft mit aller Macht um seine Abfahrt

Kitzbühel kämpft um seine Abfahrt: Trotz des vielen Neuschnees hofft man am Samstag auf den Abfahrts-Klassiker auf der Streif - und arbeitet dafür die ganze Nacht.

Foto © APA

Am Donnerstagabend ging es los - zuerst mit heftigem Regen, dann kam der Schnee. Und schon in aller Früh war klar: Der Super-G von Kitzbühel war kein Thema. Schon vor sieben Uhr früh wurde das Rennen abgesagt und ein neuer Kampf begonnen: der um die Abfahrt, die man am Samstag unbedingt fahren will - wenn es das Wetter zulässt, um 11.30 Uhr. Aber zunächst schien der Kampf ein fast aussichtsloser zu sein - obwohl 500 Mann auf dem Hahnenkamm arbeiteten. In den Flachstücken wurde der Neuschnee mit Maschinen entfernt, in den steilen Passagen wurde gerutscht und geschaufelt. "Rund 90 Prozent der Strecke sind vom Neuschnee befreit", erklärte FIS-Renndirektor Günter Hujara.

"Es ist fast zum Weinen"

Michael Huber, Präsident des Kitzbüheler Skiclubs und damit auch Chef des Organisationskomitees, versuchte weiterhin, Optimismus zu verbreiten. "Ich bin davon überzeugt, dass wir die Piste rennfertig bekommen. Ich hoffe, dass wir das vorausgesagte wetterbegünstigte Fenster nützen können." Aber: Allzu rosig sind die Aussichten nicht. Auch für Samstag waren Niederschläge vorhergesagt, dazu soll es wärmer und windig werden, Nebelbänke könnten ebenfalls zum Störfaktor werden. Deshalb wurden neben dem Original-Start gleich drei Reservestarts angelegt, um bei möglichen Wetterfenstern schnell reagieren zu können. "Was Wind, Nebel oder Regen anbelangt, sind wir eben machtlos", sagt Huber und ergänzt: "Es ist fast zum Weinen, aber wir geben nicht auf. Für uns, die in den Bergen leben, gibt es nichts Herrlicheres als Schnee. Aber alles Schöne hat im Leben auch seine Kehrseite. Und klar: Dieser Tage schmerzt der Schnee. Ungemein sogar."

Um die Piste in einigermaßen gutem Zustand zu halten, wurde auf der Streif eine Nachtschicht eingelegt, ab 20 Uhr waren Rutschkommandos unterwegs.

Weil das Wetter auch am Sonntag nicht besser werden soll, wird in Kitzbühel aber sogar um den Slalom gezittert: "Auch wenn wir davon ausgehen, dass wir am Samstag eine Abfahrt haben: Auch der Sonntag wird ein extrem schwieriger Tag. Wir werden auch um den Slalom hart kämpfen müssen."

Rennleiter Peter Obernauer sah die Chancen aber relativ groß: "Wir haben den Neuschnee entfernt und darunter eine kompakte Piste - wenn es in der Nacht nicht schneit, dann zieht die sofort wieder an." So oder so: Auch wenn am Samstag die Abfahrt gestartet werden kann - solch spektakuläre Bilder wie im zweiten Training bei Sonne wird man kaum sehen.

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