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Melzer-Coach Waske: "Jürgen hat sich bewaffnet"

Foto © GEPA

Rückschläge wie zuletzt im Davis Cup gehören im Tennis-Geschäft dazu. Gemeinsam mit seinem neuen Coach Alexander Waske will Jürgen Melzer aber noch einmal alles aus sich herausholen, hat sich intensiv wie lange nicht auf dieses Jahr vorbereitet und mit dem Deutschen einen guten Motivator an Bord geholt. In Zagreb soll es ab dieser Woche wieder aufwärtsgehen. Es ist wohl noch nicht so oft vorgekommen, dass ein Tennis-Spieler unmittelbar nach seinem letzten Profi-Match noch auf dem Court als Trainer angeheuert wird – vom Gegner auf der anderen Seite des Netzes. So geschehen im Herbst 2012: Melzer beendete Waskes Karriere im Doppel in der Wiener Stadthalle und vereinbarte danach die Zusammenarbeit.

Melzer kennt Waske, der in Offenbach seit einigen Jahren mit Rainer Schüttler eine Tennis-Akademie führt, schon lange. Immerhin haben sie gemeinsam 2005 das Doppel-Halbfinale der Australian Open erreicht. Waske ließ im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur in der Südstadt erkennen, dass er noch einiges mit Melzer vorhat. Er steht voll hinter dieser "Mission". "Dafür gebe ich mein letztes Hemd, dass er jetzt noch mal diesen Vollgastrip macht." Und er bedient sich da einer martialischen Ausdrucksweise. "Jürgen hat sich jetzt bewaffnet, um wieder in den Krieg zu ziehen. Er hat sich eine neue Armee hingestellt und einen neuen Ansatz gefunden. Er ist bereit, Sachen zu tun, die wehtun."

In beinharten vier Wochen in Offenbach hat Melzer eine völlig neue Saisonvorbereitung absolviert, deren Früchte nicht alle sofort geerntet werden können. "Ich fand es sehr gut, dass er sich vier Wochen lang nur dem Tennis gewidmet hat", sagte Waske. Gearbeitet wurde an vielen Mosaiksteinen wie an der Ernährung schon auf dem Platz. "Weil sich erwiesen hat, dass die Regenerationszeit kürzer ist, wenn er schon direkt während oder kurz nach dem Training etwas isst." Spielerisch standen vorerst der Aufschlag und die Rückhand im Fokus. "Für mich war wichtig, dass die Konzentrationsphase besser wird vor dem Aufschlag, weil in meinen Augen ist Aufschlag gleich Konzentration. Dann wollte ich den Ballwurf links neben seiner Schulter haben, wo er die maximale Kraftentfaltung hat und dass er mit dem Körpergewicht nachgeht. Er ist viel zu oft nach rechts weggeknickt, und das war ein Kraftverlust", beschreibt Waske akribisch den geänderten Bewegungsablauf.

"Wenn wir unsere Ziele erreichen und ihn wieder bombenstark machen wollen, dann muss er vom Aufschlag her an seinem Limit sein", ist Waske, selbst früher ein ausgezeichneter Aufschläger, überzeugt. "Er wird niemals ein Raonic werden, das wissen wir auch, er hat aber dafür Qualitäten, die ein Raonic nicht hat. Er ist ein ganz komplexer Spieler, er kann ja alles spielen." Bei der beidhändigen Rückhand ortete der Deutsche zu viele Rahmenfehler und zu wenig Stabilität. "Er hat im Endeffekt während des Schlages teilweise schon den Schritt zurück zur Mitte gemacht. Ich wollte, dass er den Schlag fertig macht und 'durchgeht' durch den Ball, der wird dann stärker und sicherer." Melzer habe aber keinesfalls eine schlechte Rückhand, betonte Waske.

Für ihn zählt nicht, dass Melzer heuer schon 32 wird. "Vor dem Alter habe ich keine Angst, auch ich war erst mit 33 am fittesten." Waske ist es wichtig, dass Melzer im Gegensatz zu 2012 fit, stabil und gesund bleibt. Christian Rauscher ist Fitness-Coach im Waske-Team und arbeitet mit Melzer sehr viel an dessen Stabilität. "Jürgen ist 'box-solide' geworden in Bauch, Rücken und Rotationsbewegung. Die Muskulatur hilft seiner ganzen Statik, diese Kräfte auszuhalten." Den Erfolg will Waske aber nicht am Ranking messen. "Jeder Tennisfan auf der Welt soll sehen, dass Jürgen Melzer wieder ein ganz hohes Niveau spielt - oder einfach der beste Jürgen sein, der er mit 31 sein kann." In den nächsten rund sechs Wochen geht es für Melzer auch in die USA, und er nimmt nicht nur Waske, sondern auch Fitness-Coach Rauscher mit. "Respekt an Jürgen. Er hat auch in Australien vier Wochen lang drei Leute dabei gehabt und will absolut alles tun, um da oben mitzuspielen", betonte Waske.

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