23. November 2014, 08:27 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 19.01.2013 um 14:06 UhrKommentare

Armstrong nennt Sperre "Todesstrafe"

Im zweiten Teil des Interviews mit Winfrey äußerte Armstrong die Hoffnung, "irgendwann wieder an Wettkämpfen teilzunehmen" und betonte, sich wegen seiner Kinder zum Geständnis entschlossen zu haben.

Foto © AP

Im zweiten Teil seines TV-Interviews hat der geständige Dopingsünder Lance Armstrong seine lebenslange Sperre als "Todesstrafe" bezeichnet. "Ich verdiene es, bestraft zu werden, aber ich bin nicht sicher, ob ich die Todesstrafe verdiene", sagte Armstrong am Freitag in der TV-Sendung mit Star-Moderatorin Oprah Winfrey.

"Erniedrigendster Moment"

"Was haben andere Sportler bekommen?", fragte der ehemalige Radprofi und spielte damit - ohne den Namen zu nennen - auf Marion Jones an. Der frühere Leichtathletik-Star musste wegen zweimaligen Meineides 2008 für sechs Monate ins Gefängnis. "Ich erhalte die Todesstrafe und sie bekommt sechs Monate. Ich sage nicht, das ist unfair, aber es ist anders."

Einen Tag nach der Ausstrahlung des ersten Teils, in dem der 41-jährige Texaner Dopingmissbrauch bei all seinen sieben Tour-de-France-Siegen gestanden hatte, äußerte Armstrong die Hoffnung, "irgendwann wieder an Wettkämpfen teilzunehmen".

Dass er sich im Herbst von seiner gegründeten Krebsstiftung zurückzog, sei für ihn der "erniedrigendste Moment" seines Dopingskandals gewesen. Sein Rücktritt sei das Beste für die Stiftung gewesen. "Aber es hat sehr wehgetan. Sie war wie mein sechstes Kind." Nachdem er seinen Hodenkrebs besiegte, hatte Armstrong 1997 in seiner Heimatstadt "Livestrong" aufgebaut.

Die gemeinnützige Organisation hat seitdem mehr als 500 Millionen Dollar an Spendengeldern gesammelt. "Ich hoffe, dass sie ohne mich überleben kann", meine Armstrong. Nachdem die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA umfangreiches Beweismaterial gegen ihn gesammelt hatte, gab er seinen Posten im Herbst auf.

Interview wegen Kinder

Zudem gab Armstrong an, dass er sich zu dem Interview bei Winfrey im US-Fernsehsender OWN entschieden habe, damit seine fünf Kinder nicht länger unter der Sache leiden müssten. Dabei zeigte sich der US-Amerikaner emotional. "Ich beobachtete, wie mein Sohn Luke mich verteidigte und sagte: 'Das stimmt nicht. Was ihr über meinen Vater sagt, ist nicht wahr'. Das war der Zeitpunkt, als ich wusste, dass ich es ihm (Luke) sagen muss", sagte Armstrong und ergänzte: "Ich schäme mich." Der 13-jährige Luke ist der älteste seiner fünf Kinder.

Erstmals machte der gefallene Star Angaben über seine finanziellen Verluste. "Ich mag gar nicht daran denken, aber das war ein 75-Millionen-Dollar-Tag", sagte er in Anlehnung an den 10. Oktober 2012, als die USADA die Ergebnisse ihres Untersuchungsberichts veröffentlichte. Zahlreiche Sponsoren hatten daraufhin die Zusammenarbeit mit Armstrong beendet. Zudem entgehen ihm künftig Einnahmen als Motivationsredner. In der Vergangenheit hatte er bisweilen sechsstellige Summen pro Auftritt kassiert.

Er hoffe, so Armstrong am Ende des Interviews, dass er künftig nicht wieder ausrutschen und vom rechten Weg abkommen werde. "Dies ist die größte Herausforderung für den Rest meines Lebens."

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3,2 Millionen TV-Zuschauer

  • Rund 3,2 Millionen US-amerikanische Fernsehzuschauer haben den ersten Teil des Doping-Geständnisses von Ex-Rad-Star Lance Armstrong verfolgt. Das teilte der TV-Kanal OWN von Moderatorin Oprah Winfrey am Freitag mit. Den Angaben zufolge war es die zweithöchste Quote für den Kanal in dessen Geschichte. Noch 300.000 Zuschauer mehr verfolgten im März 2012 ein Interview mit der Familie der verstorbenen Pop-Sängerin Whitney Houston.

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Eisel bei Tour Down Under

  • Unter dem Eindruck des Doping-Geständnisses von Lance Armstrong startet zu Wochenbeginn die internationale Radsport-Rennsaison. Bei der Tour Down Under in Australien steigt neben einigen Topstars wie Andy Schleck und Weltmeister Philippe Gilbert auch der Steirer Bernhard Eisel frühestmöglich ins Renngeschehen ein. Die San-Luis-Rundfahrt in Argentinien nehmen ohne österreichische Beteiligung unter anderem Eisels Ex-Sky-Teamkollege Mark Cavendish und Alberto Contador in Angriff.

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