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Zuletzt aktualisiert: 01.12.2012 um 19:34 UhrKommentare

Formel 1 macht Graz zu "Vettelheim"

Die Grazer Altstadt war "ausverkauft"! 30.000 Fans feierten Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel beim Showrun. Die ersten Zuseher kamen um 5.30 Uhr morgens und sicherten sich die besten Plätze.

Foto © GEPA

Keine Maus kommt mehr rein, keine Maus kommt mehr raus!" - Moderator Walter Zipser versuchte der "Völkerwanderung" in der Grazer Altstadt mit Humor zu begegnen. Denn Faktum war: Bereits eine halbe Stunde, bevor Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel in seinem Red-Bull-Boliden einige Ehrenrunden drehen sollte, hatte die Polizei die Zugänge rund um den Freiheitsplatz und das Burgtor dichtgemacht. Rund 30.000 Fans säumten zu Mittag die Gehsteige, mehr wurden aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen.

Die größten Vettel-Fans haben es natürlich gerochen, dass es eine Woche nach dem dritten WM-Titel des 25-jährigen Deutschen in Graz zu einem Massenansturm kommen würde. "Die ersten Leute waren bereits um 5.30 Uhr morgens da. Sie wollten sich einfach die besten Plätze sichern", erzählt Security-Mann Robert Knotz.

Die lautstärkste Gruppe kam aus Heppenheim, der Heimatstadt von Sebastian Vettel. "Als Sebastian beim WM-Finale in Brasilien in der vierten Kurve plötzlich zum Geisterfahrer geworden ist, war es bei uns im Klubhaus totenstill. Jetzt können wir unsere Freude über den dritten WM-Titel vor ihm herausschreien. Darum sind wir hier", erzählen Tobias Markowiak und Benjamin Nicklisch vom "Ersten Vettelheimer Fanclub". Rund 200 Personen sind mit dem Flieger aus Frankfurt kommend zur Vettel-Show in die steirische Landeshauptstadt angereist. Ihre Botschaft an ihren Helden stand auch auf einem großen Transparent: "Danke für das Wahnsinnsjahr!"

Aus acht Nationen

Aber nicht nur die Fans, auch internationale Pressevertreter sind zu Vettels erstem offiziellen Auftritt nach seiner Glanzleistung beim Saisonfinale in Sao Paulo nach Graz gekommen. "Wir haben 160 Journalisten aus acht Nationen - Frankreich, Deutschland, Ungarn, der Slowakei, Dänemark, Italien, Slowenien und Österreich - zu Gast", erklärte der für die Akkreditierung zuständige Christian Reiter. Der mediale Ansturm lässt sich auch mit folgendem Faktum erklären: Red Bull organisiert weltweit 25 Formel-1-Show-Events. Aber nur hier in Graz saß der Weltmeister hinter dem Lenkrad.

Bevor Vettel den Motor seines Boliden aufheulen ließ (siehe dazu auch "Aufwecker" auf Seite 17), durfte er sich in der Aula der Alten Universität in das Goldene Buch der Stadt Graz eintragen. Bürgermeister Siegfried Nagl ließ es sich nicht nehmen, darauf hinzuweisen, dass sich unmittelbar vor Vettel James Bond oder besser gesagt Sir Roger Moore im Goldenen Buch verewigt hatte. Nach 007 kam nun 001 ...

Erinnerungen an Rindt

Der Vettel-Auftritt hat in Graz für ein weiteres Novum gesorgt: Mit Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko hat erstmals ein Grazer im Goldenen Buch der steirischen Landeshauptstadt unterschrieben. Der Ex-Le-Mans-Sieger war sichtlich gerührt und erinnerte auch an seinen Freund Jochen Rindt, die Grazer-Formel-1-Legende, die 1970 tödlich verunglückt und posthum zum Weltmeister erklärt worden war.

"1960 haben Jochen und ich in Graz auch schon für Show-Runs mit dem Auto gesorgt - ohne Absperrung, ohne Führerschein, mitten in der Nacht. Dass einmal ein Formel-1-Bolide mit dem Weltmeister durch Graz fahren würde, ist für mich die Erfüllung eines Jugendtraums. Schade, dass Jochen das nicht erlebt hat", meinte Marko.

"Ein Weltmeister fährt mit dem Auto eines österreichischen Rennstalls durch Graz, stoppt vor dem Schauspielhaus und gibt dann stundenlang (!) Autogramme - wer das vor Jahren behauptet hätte, wäre wohl ein Fall für die Psychiatrie gewesen", war Sportstadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg am Samstag wohl nicht der Einzige mit dieser Meinung.

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  • Kleine Zeitung-Redakteur Gerald Pototschnig berichtet aus der Welt der Formel 1.