21. November 2014, 03:48 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 20.05.2012 um 15:04 UhrKommentare

Moniz: "Wollen Geschichte schreiben"

Gemessen an Cup-Siegen hat Titelverteidiger SV Ried die Nase vor dem Finale gegen Meister Red Bull Salzburg am Sonntag im Wiener Happel-Stadion klar vorne.

Foto © GEPA

Mit dem Vorjahreserfolg über Zweitligist Austria Lustenau holten sich die einst despektierlich als "Dorfklub" bezeichneten Oberösterreicher die Trophäe bereits zum zweiten Mal, der regierende Meister hechelt dem Cup hingegen noch immer hinterher. Das erste Double der Vereinsgeschichte soll bei den "Bullen" aber trotz der erfolgreichen Meistermission die letzten Kräfte freisetzen. "Wir wollen Geschichte schreiben", sagte Salzburg-Coach Ricardo Moniz.

Müdigkeit durch allfällige Feierlichkeiten sollte die Salzburger nicht hindern, zum Saisonende noch einmal alles zu geben. "Wenn du das nicht verstehst, dann hast du hier nichts zu suchen", betonte Moniz, der freilich auf die erste Party nach dem 5:1 in Wr. Neustadt am vergangenen Sonntag verwies: "Die Mannschaft hat extrem gefeiert, wie ich gehört habe. Ich bin froh, nicht dabei gewesen zu sein", meinte der Niederländer mit einem Augenzwinkern.

"Für mich stehen die Chancen 50:50"

Auch wenn die Generalprobe der Rieder am Donnerstag mit dem 2:2 gegen Wr. Neustadt nicht glückte, hält Moniz den Gegner für "sehr gefährlich. Es ist schwierig, gegen sie zu spielen, sie haben ein interessantes System. Für mich stehen die Chancen 50:50. Deswegen habe ich am Donnerstag einige Spieler geschont." Und so kehren Dusan Svento, Franz Schiemer und Andreas Ulmer wieder in den Kader zurück, lediglich über den Einsätzen des an der Schulter verletzten Schützenkönigs Jakob Jantscher sowie der krank gewesenen Eddie Gustafsson und Leonardo schwebt noch ein Fragezeichen.

Der Salzburger "Cupfluch", der bisher besonders in der Red-Bull-Ära auf dem Klub lag, soll jedenfalls abgelegt werden. Vier Mal erreichte man - noch als Austria Salzburg - das Endspiel, je zwei Mal unterlag man dort der Wiener Austria (1974, 1980) und dem GAK (1981, 2000). Seit dem Einstieg des Getränkeherstellers gerieten die Cup-Darbietungen teilweise zur Blamage.

Private Rechnung offen

Während Ried seit der Saison 2005/06 stets zumindest bis ins Viertelfinale vorstieß, zweimal im Halbfinale und einmal im Finale stand, erreichte Salzburg im selben Zeitraum nur einmal das Halbfinale (2006/07). In Erinnerung blieben vor allem die negativen Höhepunkte wie Schlappen gegen Blau Weiß Linz im Vorjahr oder das doppelte Aus gegen die Austria Amateure (2005/06 und 2008/09).

Mit dem Happel-Stadion hat Moniz indes noch eine höchst private Rechnung offen. Im September 2009 unterlag er in der Europa League als Mitglied des Stabs von HSV-Coach Bruno Labbadia Rapid im Prater mit 0:3. "Da muss ich etwas reparieren", betonte der 47-Jährige.

Ried ging im Vorjahr noch als klarer Favorit ins Duell mit Zweitligist Austria Lustenau - heuer sind die Vorzeichen genau umgekehrt. Gegen Salzburg setzte es 2011/12 in der Liga drei Niederlagen, ein 1:1 blieb das höchste der Gefühle. "Wir haben in der Meisterschaft vier Mal nicht gewonnen und wollen das Spiel mit den Cup-Gesetzen - dass hier etwas andere Gesetzte gelten - umdrehen", erklärte Ried-Coach Gerhard Schweitzer, der nicht nur auf den gesperrten Verteidiger Lukas Rotpuller, sondern auch die verletzten Maxilmilian Karner, Bienvenue Basala-Mazana und den Doppeltorschützen des Endspiels 2011, Markus Hammerer, verzichten muss.

Für Schweitzer, dessen Team in elf Cup-Partien en suite als Sieger vom Platz ging, ist die Final-Erfahrung durchaus von Bedeutung. "Wir haben viele Spieler und auch Betreuer, die innerhalb eines Jahres zwei Mal im Finale stehen. Diesen Fokus müssen wir alle haben, dass wir am Sonntag alles, was möglich ist investieren, um das Unmögliche zu schaffen und den Cup zu holen", sagte der 48-Jährige Interimscoach.

Ried-Goalie Thomas Gebauer ist neben Jan-Marc Riegler, Stefan Lexa, Ivan Carril, Anel Hadzic und Nacho einer von sieben Spielern im aktuellen Kader, die auch im Vorjahr im Finale zum Einsatz kamen. "Das war Gänsehautfeeling pur", erinnerte sich der Deutsche. Gehbauer will auch am Sonntag ähnliche Emotionen verspüren - die Devise ist klar: "Wir müssen unser eigenes Spiel spielen. Wenn wir nach Wien fahren und nur verteidigen, wird das nicht gut gehen. Wir müssen Salzburg beschäftigen und offensiv spielen."

Für Unterstützung ist - wie schon im Jahr zuvor - gesorgt. Ried kutschiert mit etwa 80 Bussen tausende Fans vom Innviertel nach Wien, insgesamt wird die Zahl von 14.500 Zuschauern aus dem Vorjahr in jedem Fall übertroffen werden. Sie werden auch die letzte Partie von Schiedsrichter Thomas Einwaller erleben, der seine Karriere bereits im Alter von 35 Jahren beendet.

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