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Zuletzt aktualisiert: 13.04.2012 um 19:37 UhrKommentare

Der falsche Stil bei der richtigen Maßnahme

Die Sturm-Führung gibt Fehler im Umgang mit Fodas Abschied zu. "Das ist nicht der Stil von Sturm und nicht die Art und Weise, wie wir mit verdienstvollen Leuten umgehen", meint Präsident Christian Jauk zerknirscht.

Foto © Kanizaj

Das Gewitter war schon am Abend davor aufgezogen. Der Abschied von Franco Foda, dem Sturm-Erfolgstrainer, war sachlich begründbar - nur der Ablauf war, gelinde gesagt, unglücklich und erhitzte viele Gemüter. Auch in der großen Sturm-Familie. Und sogar Sturm-Präsident Christian Jauk, der am Tag der Foda-Beurlaubung beruflich im Burgenland unabkömmlich war, meinte am Freitag zerknirscht: "Das ist nicht der Stil von Sturm und nicht die Art und Weise, wie wir mit verdienstvollen Leuten umgehen."

Auch wenn eine "hochemotionale Angelegenheit", wie eben eine vorzeitige Beurlaubung, extrem schwierig vollkommen ruhig über die Bühne zu bringen sei: "Wir wollten versuchen, die Emotionen bei allen Beteiligten klein zu halten. Das ist uns leider nur teilweise gelungen." Nur in der Sache selbst gibt es kein schlechtes Gewissen: "Das Präsidium wollte die Saison mit Franco Foda beenden, wie es vereinbart war - und das erfolgreich. Das Ziel war ein internationaler Startplatz. Aber in der Meisterschaft war es holprig und die Hoffnung des Cups hat sich zerschlagen. Deshalb waren wir - die beiden Geschäftsführer und das Präsidium - der Meinung, dass wir reagieren müssen!" Nur der Zeitpunkt habe eben nicht gepasst. "Künftig würde ich trotz Grundsatzbeschluss, die Dinge rasch zu vollziehen, nur einen Tag auswählen, an dem ich auch verfügbar bin. Sonst ist die Chance, Missverständnisse aufzubauen, zu groß. Und diese Chance wurde von einigen auch genutzt."

Die Frage des Zeitpunkts

Einer der Geschäftsführer, Paul Gludovatz, erlebte so einen turbulenten offiziellen Einstand - wegen eines Fehlers im Ablauf, wie er gestand. "Es ist unglücklich gelaufen - wir hätten die angesagte Pressekonferenz absagen oder wenigstens verschieben müssen", sagte er am Tag danach, ergänzte aber: "Im Prinzip hatten wir keine Wahl. Ich hätte ja Franco nicht an diesem Tag das Training leiten lassen können und ihn erst einen Tag später beurlauben. Das war keine Option." Denn, wie der Burgenländer ergänzt: "Leider hat sich der Umgang von Franco mit der Mannschaft in den letzten Wochen geändert." Und auch Foda selbst habe seinen Teil beigetragen, sich nicht an die vereinbarte zeitliche Abmachung gehalten: "Das war nicht fair. Hätte er sich an den Plan gehalten, wäre alles anders gelaufen." Die - teils heftigen - Reaktionen überraschen den 65-Jährigen nicht: "Das war in Ried nicht anders. Da waren 500 für mich und 500 gegen mich - in Graz sind es eben jeweils 5000!" Ob solch eine Zuspitzung für die Mannschaft vor dem Spiel gegen Salzburg gut ist? "Das muss egal sein. Wer keine Eigenmotivation hat, dem hilft auch Motivation von außen nicht. Und allen muss klar sein, worum es geht. Ich bin mir sicher, dass wir uns besser präsentieren als zuletzt."

Klar ist bei den Grazern auch, dass neben Foda auch der sportliche Koordinator Hans Lang den Verein nach Vertragsende im Mai wird verlassen müssen. Gludovatz: "Unsere Arbeitsgebiete wären ja praktisch ident."

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