29. November 2014, 02:20 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 21.01.2011 um 21:31 UhrKommentare

Kreisky-Jubiläum: "Erbe bewahren"

Rund 600 geladene Gäste haben am Freitagabend auf Einladung des Bundeskanzleramtes den 100. Geburtstag von Bruno Kreisky in der Wiener Hofburg bei einem Festakt gewürdigt.

Foto © Reuters

Gastgeber Bundeskanzler Werner Faymann (S) betonte in seiner Festrede den Auftrag, Kreiskys Erbe zu bewahren. Neben Bundespräsident Heinz Fischer wohnten der Feier unter anderem auch der ehemalige spanische Ministerpräsident Felipe Gonzalez, die gesamte SPÖ-Ministerriege sowie zahlreiche internationale und nationale Gäste bei.

Faymann betonte in seiner Rede - wie auch Fischer - den Reformeifer Kreiskys: "Keine Ecke, kein verstaubter Winkel war davor sicher." Der Kanzler nannte etwa Leistungen des "Sonnenkönigs" im Bereich der Gleichstellung der Frauen und der Versöhnung der österreichischen Arbeiterschaft mit der katholischen Kirche. Faymann hob auch Kreiskys internationales Engagement - vor allem im Nahen Osten - hervor. Ein besonderes Augenmerk legte der Kanzler auf Kreiskys Reformen im Bildungsbereich: "Kreisky öffnete die Unis für alle", er habe soziale Barrieren abgebaut - besonders durch den Wegfall der Studiengebühren oder die Abschaffung der Aufnahmeprüfung für Gymnasien, so der Kanzler.

Geblieben sei der Auftrag, Kreiskys Erbe zu bewahren. "All das muss täglich verteidigt und weiterentwickelt werden", so Faymann. Man dürfe nicht - "40 Jahre, nachdem Bruno Kreisky die Tore für alle weit geöffnet hat" - die Türen wieder zumachen und zusehen, "wie sich eine selbst ernannte Elite abspalten will", sagte Faymann zum Thema Bildung.

Gonzalez betonte den großen Einfluss Kreiskys auf seine Politik. Er sei dankbar, dass es derartige Persönlichkeiten gegeben habe, die man auch heute noch dringend bräuchte. Gewürdigt wurde der 1990 verstorbene Ex-Kanzler auch per Videobotschaft durch den Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas: Kreisky sei ein Vorreiter des Dialogs zwischen Israelis und Palästinensern gewesen, sagte Abbas. Auch Israels Präsident Shimon Perez würdigte Kreisky in einer Grußnote als internationalen Staatsmann und Visionär.

Unter den Gästen befanden sich unter anderem auch der tschechische Außenminister Karl Schwarzenberg, Verfassungsgerichtshofpräsident Gerhart Holzinger, ÖGB-Chef Erich Foglar, Alt-Bundeskanzler Franz Vranitzky sowie Kreiskys "politischer Ziehsohn" Hannes Androsch. Die ÖVP-Minister waren der Veranstaltung ferngeblieben, gesichtet wurden unter anderem IV-Präsident Veit Sorger und die frühere Außenministerin Benita Ferrero-Waldner. Die Opposition war unter anderem durch Heinz-Christian Strache (F) und Volksanwältin Terezija Stoisits (G) vertreten. Ebenfalls unter den Gästen befand sich Kreiskys Schwiegertochter Eva.

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