25. November 2014, 00:08 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 16.11.2012 um 18:59 UhrKommentare

Hamas nimmt Jerusalem ins Visier

Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern spitzt sich weiter zu. Nach Tel Aviv ist erstmals auch Jerusalem mit einer Rakete aus dem Gazastreifen angegriffen worden. Die Rakete schlug außerhalb der Stadt ein.

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Der Nahe Osten steuert auf einen neuen Krieg zu. Nach weiteren palästinensischen Raketenangriffen auf Tel Aviv schlug am Freitag erstmals eine Gaza-Rakete bei Jerusalem ein. In beiden Städten heulten die Luftalarm-Sirenen. Eine israelische Bodenoffensive in Gaza wird immer wahrscheinlicher. Großbritannien warnte Israel vor den Risiken einer Invasion. Weltweit mehrten sich Aufrufe zur Mäßigung.

Laut israelischem Rundfunk wurde Jerusalem von einer Explosion erschüttert. Die Rakete sei außerhalb von Jerusalem eingeschlagen, erklärte eine Armee-Sprecherin. Opfer gab es Medienberichten zufolge nicht. Dutzende weitere Raketen schlugen auch am Freitag aus dem Gazastreifen in Israel ein. Mindestens eine Rakete explodierte im Großraum Tel Aviv. Verletzt wurde niemand, aber für Israel stelle dies eine "dramatische Eskalation" dar, hieß es aus der Stadtverwaltung von Tel Aviv.

Israel rief wegen des Konflikts 16.000 Reservisten zu den Waffen, wie der israelische Rundfunk berichtete. Auch Panzer und anderes schweres Gerät seien auf dem Weg zu dem dicht besiedelten Palästinensergebiet am Mittelmeer. Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas und die militante Palästinenserorganisation Islamischer Jihad hatten sich zuvor zu den zwei Raketenangriffen auf Tel Aviv bekannt.

Israel gelang es mit dreitägigen heftigen Luftangriffen nicht, die Hamas im Gazastreifen in die Knie zu zwingen. Sogar eine von Israel verkündete Feuerpause während des Besuchs des ägyptischen Ministerpräsidenten Hisham Kandil im Gazastreifen wurde von Anfang an von beiden Seiten missachtet. Kandil konnte gerade noch verkünden, dass sich sein Land um eine langfristige Waffenruhe bemühe, bevor er den gefährlichen Ort vorzeitig wieder verließ.

Anders als bei früheren Auseinandersetzungen zwischen den Konfliktparteien stellte sich das neue Ägypten demonstrativ hinter die Hamas. Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hatte Kandil in den Gazastreifen geschickt, um Druck auf Israel auszuüben.

Deutschlands Kanzlerin Merkel und Außenminister Westerwelle machten die Hamas für die Eskalation der Gewalt verantwortlich. Die Raketenangriffe müssten sofort beendet werden. Auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton gab der Hamas die Schuld an der Eskalation.

Die israelischen Streitkräfte bombardieren seit Tagen den Gazastreifen, während militante Palästinenser israelische Städte mit Raketen beschießen. Auf beiden Seiten starben bis Freitagmittag 26 Menschen, 23 Palästinenser und 3 Israelis. Etwa 200 Palästinenser wurden verletzt.

Die neue Runde der Gewalt hatte am Samstag begonnen, als ein israelischer Jeep von einer Rakete aus dem Gazastreifen getroffen wurde. Die Lage verschärfte sich dramatisch, als Israel am Mittwoch den Militärchef der Hamas, Achmed al-Jaabari, tötete.

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