Zuletzt aktualisiert: 25.12.2015 um 07:32 UhrKommentareChristmette

Papst Franziskus geißelte Konsumgesellschaft

Papst Franziskus hat zu Weihnachten die moderne Konsumgesellschaft kritisiert. Bei der Christmette im Petersdom am Heiligen Abend erinnerte er daran, dass Jesus in einem Stall in großer Armut geboren worden sei.

Foto © APA (AFP)

 "Dieses Kind lehrt uns, was wirklich wesentlich ist in unserem Leben", sagte Franziskus. "In einer Gesellschaft, die oft trunken ist von Konsum und Vergnügung, von Überfluss und Luxus, von Augenschein und Eigenliebe, ruft er uns zu einem nüchtern-besonnenen, das heißt einfachen, ausgewogenen und gradlinigen Verhalten auf, das fähig ist, das Wesentliche zu erfassen und zu leben", sagte der Papst. In einer "Kultur der Gleichgültigkeit" solle der Lebensstil der Christen erfüllt sein von Erbarmen, Einfühlungsvermögen, Mitleid und Barmherzigkeit.

Gott Mensch geworden

Nach christlichem Glauben ist mit der Geburt Jesu Gott Mensch geworden. Das Datum ist nicht bekannt, doch wird der Tag seit der Spätantike am 25. Dezember gefeiert.

Dieses Weihnachten fällt in ein außerordentliches Heiliges Jahr, das von Franziskus ausgerufene "Jubiläum der Barmherzigkeit". Am 8. Dezember hatte der Papst die Heilige Pforte des Petersdoms geöffnet und darüber hinaus dazu aufgerufen, in allen Kathedralen der Welt heilige Türen zu öffnen.

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen

Wegen Terrorgefahr galten beim Zugang zum Petersdom verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Auf dem Petersplatz erstrahlte der 25 Meter hohe Weihnachtsbaum, den die bayerischen Gemeinden Hirschau, Schnaittenbach und Freudenberg gestiftet hatten. Daneben stand eine Krippe mit 24 lebensgroßen Figuren aus der norditalienischen Provinz Trient.

Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass der Papst 2016 mit dem Karlspreis ausgezeichnet wird. In einer Zeit, in der viele Menschen in Europa Orientierung suchten, sende er eine Botschaft der Hoffnung und der Ermutigung aus, hatte das Karlspreisdirektorium in seiner Begründung mitgeteilt.

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Papst Franziskus verkündete am Petersplatz in Rom seine traditionelle Weihnachtsbotschaft und erteilte den Segen "Urbi et Orbi". Dabei hat er zum Frieden im Nahen Osten aufgerufen.

Der Papst verkündete am Christtag seine Weihnachtsbotschaft / Bild: AFP/AP

Österreichs Bischöfe haben am Heiligen Abend zu Solidarität mit Flüchtlingen aufgerufen. In jedem der Tausenden Menschen auf der Flucht komme Jesus den Menschen selbst entgegen und bitte um Aufnahme, betonte der Linzer Bischof Ludwig Schwarz. Der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl sagte laut "Kathpress": "Wenn wir uns dieser Tage der Flüchtlinge annehmen, dann leben wir Barmherzigkeit."

Bild: APA (Archiv)
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18 Kommentare

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Bernhard58 am 25.12.2015 13:26 Kommentar melden

Bei sich anfangen

Lebt denn dieser Papst die Bescheidenheit und Barmherzigkeit nicht vor? Ihr könnt doch nicht alle ihm für die Fehler der Vergangenheit verantwortlich machen. Und im übrigen: was trägt denn ihr bei zum Frieden in Euren Beziehungen, Euren Familien, Eurer Nachbarschaft usw? Was tut Ihr für die Armen, für die Umwelt? Seid Ihr denn nicht auch Nutznießer, dieses Systems?
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sirolo am 25.12.2015 11:45 Kommentar melden

Da kann er ja gleich bei seinen "Kirchenfürsten" anfangen. Die leben ja Armut und Bescheidnheit im schlechtesten Sinn des Wortes vor.
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Antwort von Bernhard58 am 25.12.2015 13:18 Kommentar melden

@sirolo

Wer immer Negatives sehen will, wird Negatives sehen. Wer Positives sehen will, wird Positives sehen! Versucht doch auch einmal das Positive zu sehen, was dieser Mensch leistet!
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Antwort von Karmapusher am 25.12.2015 21:03 Kommentar melden

Ja, sehen wir das Positive

und lassen wir uns keine "Erbsünde" mehr einreden. Das ist es doch, nicht wahr?
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Hohenwanger am 25.12.2015 11:39 Kommentar melden

Die Kirche ist immer auf der Seite

des Geldes gewesen.
Sie wird immer sich selbst verraten dafür.
Moral und Gerechtigkeit kann sie nicht
davon abhalten, der Gier und Rafsucht
zu dienen.
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energy007 am 25.12.2015 10:52 Kommentar melden

Leichter gesagt als getan

Wir können den Konsum nicht einschränken, ja wir DÜRFEN ihn nicht einschränken, sonst kracht unser auf "ewigem" Wachstum aufgebautes Finanzsystem zusammen.
Sobald das nicht mögliche "ewige" Wachstum aufhört, werden wir MASSENELEND erleben, wie wir am Beispiel 1930 sehen.
Ob die Worte des Papstes schon ein in die Zukunft gerichteter Trost ist?
Vorstellbar ist es, denn unser Finanzsystem mit seinen Auswirkungen ist ihm sicher bekannt.
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Antwort von secundus am 25.12.2015 11:01 Kommentar melden

Das Massenelend werden wir erleben, wenn wir weiter auf dieses herrschende Geld- Finanz- und Wirtschaftssystem setzen.
Anstatt es durch eine Gemeinwohlökonomie zu ersetzen.
Aber die Zeit für dieses System ist gerade im Ablaufen und kann nur durch einen neuen Weltkrieg am Leben erhalten werden. Wir sehen dies ja bereits.
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Antwort von energy007 am 25.12.2015 11:07 Kommentar melden

womit wir wieder beim Thema "EINWANDERUNG" wären, denn ein Bürgerkrieg tuts auch.
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Antwort von Olivia30 am 25.12.2015 13:18 Kommentar melden

Malen Sie nicht den Teufel ....

an die Wand! Wer will das?
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Antwort von energy007 am 25.12.2015 15:21 Kommentar melden

Wer das will? Von uns, dem Fussvolk niemand. Aber es gibt genügend und es sind Mächtige, die von der Zerstörung und anschließendem Wiederaufbau profitieren. Wenn man die zerschossenen Städte in Syrien und im Irak ansieht, so hat die Waffenindustrie für deren Eigner bereits großen Gewinn gebracht. Und am Wiederaufbau wird wieder verdient. Das war in Europa auch so, wenn man das letzte Jahrhundert betrachtet.
Am Geld scheitert es ja nicht. Denn Geld wird per Kredit nicht verliehen,
sondern aus dem Nichts erzeugt.
Das kann jeder leicht nachvollziehen, denn es gibt keinen einzigen Kontoauszug, aus dem ersichtlich wäre, dass Geld der Einleger zum Zweck der GELDVERLEIHUNG abgebucht worden wäre.
Ausserdem, wer soll den die BILLIONEN, die als Schulden existieren, verliehen haben?
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Antwort von Kreutzbruck0 am 25.12.2015 16:18 Kommentar melden

Die Frage ist,

wer die Billionen hat. Sicher ist, dass die Steuerzahler die Leistung bringen müssen, die einige wenige vorgeben. Wegweiser, die nicht dorthin gehen, wohin sie zeigen. Eh lustig.
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Antwort von energy007 am 25.12.2015 20:37 Kommentar melden

Ohne neues Geld aus neuen zu besichernden Krediten sind die bereits bestehenden Zinsen nicht zu bezahlen. Das ist auch der Grund, warum die Staatsverschuldung steigt, sozusagen von Sparprogramm zu Sparprogramm. Es gibt kein „optimales“ wirtschaften, um diesem Mechanismus zu entkommen.
Geld gibt es also nur als Schuld, das heißt alle Firmen, die etwas herstellen, müssen die Zinsen in den Preis einfließen lassen. Der Staat zahlt seine Zinsen aus seiner Verschuldung durch Steuern und Gebühren. Derzeit zahlt jeder Konsument 30 Cent Zinsen von jedem Euro, den er ausgibt oder ausgeben muss. Wenn jemand 15.000 Euro im Jahr ausgibt, dann muss er 4.500 Zinsen per Veranlagung bekommen, damit er kein Zinsennettozahler ist, wie derzeit 95% der Bevölkerung auch. Die Zinsennettoempfänger sind die restlichen 5 % die bereits mehr als die Hälfte allen Vermögens besitzt. Die Zinsennettozahler erwirtschaften also im Bestreben zu überleben das Vermögen der Reichen und Superreichen.
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DerAufdecker000 am 25.12.2015 10:52 Kommentar melden

Papst Franziskus hat zu Weihnachten die moderne Konsumgesellschaft kritisiert

Nur durch unsere fleißigen Hände können wir uns das auch erlauben.Wer nur Geld für Waffen und Kriege zur Verfügung hat,muss eben auf den anderen Konsum verzichten.
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Karmapusher am 25.12.2015 10:21 Kommentar melden

Frieden wird wohl erst sein,

wenn wir alle als "Hirten auf dem Felde" leben werden. Zugegeben, neuerdings sind wir gerade auf einem "guten Weg" dahin.
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latisana am 25.12.2015 10:18 Kommentar melden

Der

glaubt auch noch an's Christkind??????
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secundus am 25.12.2015 09:51 Kommentar melden

Dieser Papst hat vollkomen recht. Aber leider wird er da wenig gehört, wenn es um die Interessen des Finanzkapitalismus, des Materialismus in der Welt, des neoliberalen Wirtschaftsystems mit Ausbeutung von Menschen, Natur und Ressourcen geht.
Und viele denken sich wohl, soll der andere zuerst anfangen.
Aber auch in der Kirche, wäre viel zu verändern. Wenn man die Prunkpaläste der Bischöfe, der Kardinäle, der Huldigung von Macht, Prunk und Protz geht. (Wie vor kurzen von einem Bischof in Deutschland wieder). Aber auch das Milliardenvermögen der Kirche und der angeschlossenen Organisationen. Dieser Papst wird das halt auch nicht wirklich ändern können, auch wenn er gute Absichten hat.
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Hohenwanger am 25.12.2015 09:20 Kommentar melden

Die Kirche die nicht Gottgewollt ist.

Wer hat diese Gesllschaft erfunden?
Wer hat den Kapitalismus erfunden?
Warum muß ein jeder, gegen jeden sein?
Weil Gott nicht Gott ist, was der Mensch für Gott sein will.
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Sokrates42 am 25.12.2015 08:46 Kommentar melden

Lies mal deine Bibel, Herr Papst

und gleich deine ganze Kirchengeschichte mit - da pranger ich gleich mal ganz andere Dinge an.
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