Zuletzt aktualisiert: 18.06.2015 um 17:42 UhrKommentarePapst und Umwelt

"Enzyklika ist voll auf der Höhe der Wissenschaft"

Der deutsche Klimaforscher Schellnhuber, Mitautor der päpstlichen Umweltenzyklika "Laudati sii", erwartet "enormen Rückenwind" für eine umfassende Bewegung im Kampf gegen den Klimawandel.

Foto © AP

Klimawandel, Umweltverschmutzung und weltweite Armut hängen nach den Worten des deutschen Wissenschafters Hans Joachim Schellnhuber eng zusammen und müssen gleichzeitig bekämpft werden. Dies mache die Enzyklika "Laudato sii" von Papst Franziskus eindrucksvoll deutlich, sagte der Klimaforscher laut Kathpress bei der offiziellen Vorstellung des Lehrschreibens am Donnerstag im Vatikan.

Der Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung prangerte in seinem Vortrag das starke Ungleichgewicht zwischen armen und reichen Ländern beim Ressourcenverbrauch an. Zwar verbrauchten der Westen und die Industriestaaten Ostasiens die meiste fossile Energie, von der dadurch ausgelösten Klimaerwärmung seien dagegen vor allem die armen Gesellschaften des Südens betroffen. "Anders als von manchen behauptet, ist es nicht die Masse der Armen, die den Planeten zerstört, sondern der Konsum der Reichen." Besonders drastisch zeige sich das Ungleichgewicht bei der Vermögensverteilung. "Die 60 reichsten Menschen der Welt besitzen genauso viel wie die 3,5 Milliarden ärmsten", kritisierte er.

Schellnhuber warnte außerdem vor einer Verharmlosung des Klimawandels. Zwar sei es richtig, dass sich das Klima in der Erdgeschichte immer wieder verändert habe. "Aber was jetzt gerade passiert, ist etwas anderes."

Eine Durchschnittserwärmung um zwei Grad werde schwere Konsequenzen für den ganzen Planeten haben. Der Wissenschafter verglich die Situation mit dem menschlichen Körper. "Bei zwei Grad mehr haben sie Fieber, bei fünf Grad mehr sind sie schon tot", so der Klimaforscher, den Franziskus am Mittwoch in die Päpstliche Akademie der Wissenschaften berufen hatte. Schellnhuber setzt sich für ein Zwei-Grad-Limit ein, wissend, dass auch das de facto nur mehr mit höchster Anstrengung zu schaffen ist.

Der führende deutsche Klimaforscher, der sich selbst als Agnostiker bezeichnet, wies bei der Enzyklika-Vorstellung im Vatikan auf die "totale Wissenschaftskonformität" des neuen Dokuments hin. Der Aufruf von Franziskus, gegen den Klimawandel zu kämpfen, spiegle die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema wider.

Rückenwind

Der Physiker erwartet von der Enzyklika "Laudato sii" einen "enormen Rückenwind" für eine weltweite Bewegung gegen den Klimawandel. Auch die Religionen sollen in das mühsame Ringen um Klimaschutz und Entwicklung eingebunden werden. "Es war ein hartes Stück Arbeit, die Erkenntnisse der Wissenschaft so aufzubereiten, dass im Vatikan das Klimaproblem jetzt so sehr viel besser verstanden wird", räumte er im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ein. Denn einige Kräfte im Vatikan hätten versucht, die "alte klima-skeptische Haltung zu bewahren und in die Enzyklika einzubauen". Doch der Papst habe eindeutig "den wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel anerkannt".

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Die Enzyklika "Laudato si, über die Sorge für das gemeinsame Haus" sorgt für Kontroversen. Darin ruft Papst Franziskus die Menschen in reichen Ländern dazu auf, ihren Lebensstil zu überdenken. Er fordert ein Ende der Wegwerf- und Konsumgesellschaft.

Bild: Rca

Das Oberhaupt der katholischen Kirche plädiert in seiner zweiten Kehrschrift für "echte Ökologie" nach dem Beispiel von Franz von Assisi. Der Kampf gegen Armut sei eng mit Umweltproblematik verbunden.

Bild: APA/EPA/MAURIZIO BRAMBATTI
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14 Kommentare

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Hohenwanger am 19.06.2015 03:06 Kommentar melden

Der Mensch macht sich das Leben

doch selbst noch immer.
Es kann doch sein das Paradies kommt erst.
Was kommt wissen wir nicht.
Alles was wir tun, kann doch nicht so falsch sein.
Warum können sich die Leute die im Urwald leben sich den Bedingungen anpassen die extrem schwer sind aber werden bewältigt.
Wir werden das noch lernen müssen.
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gebsy am 18.06.2015 22:02 Kommentar melden

Wie sehr Gott SEINE Schöpfung liebt,

zeigt uns die TATSACHE, dass ER es bis heute verhindert hat, dass wir uns selbst vernichten ...
(google nach gebsy-myblog)
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Antwort von Karmapusher am 18.06.2015 22:12 Kommentar melden

denn vernichten darf nur ER alleine...

(google nach Sintflut)
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Antwort von gebsy am 19.06.2015 08:05 Kommentar melden

dürfen & wollen

Richtig; da steht, dass es Gott gereut hat und er es nicht nochmal macht.
Denken wir an die Zeit des KALTEN KRIEGES, wo die Entscheidung den ersten Computern überlassen wurde, ob ein erfolgreicher Erstschlag notwendig ist ...
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Antwort von Karmapusher am 19.06.2015 17:02 Kommentar melden

bei Sodom und Gomorrha

war SEINE Reue wohl schon wieder vergessen.
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Bernhard58 am 18.06.2015 21:33 Kommentar melden

Unqualifizierte Postings

Man kann sich nur mehr wundern über so viele dumme und unqualifizierte Postings zu so einem heiklen und ernsthaften Thema.
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Unfug12 am 18.06.2015 20:14 Kommentar melden

Also hat sich der Papst durchgesetzt indem er die klima-skeptische Haltung vieler Wissenschaftler in der päpstlichen Akademie für Wissenschaften einfach negiert. Er braucht keine Arbeitsplätze schaffen, er muss den Bürgern keine Einkommen zur Verfügung stellen ? Nicht wir haben am Klimawandel schuld, es sind meist die Drittländer selbst, die die Urwälder fürs Palmöl oder wegen des Holzes platt machen (siehe Indonesien, Brasilien usw.) Allein wenn die Urwälder überall auf der Welt erhalten blieben, bräuchten wir uns wegen des Klimas keine Sorgen machen. Auch in Afrika werden durch die Einheimischen die Wälder abgeholzt und nicht mehr aufgeforstet.
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jg4186 am 18.06.2015 18:57 Kommentar melden

Endlich einer!

Endlich einer der Großen dieser Welt, der die Probleme und Verursacher klar beim Namen nennt. Respekt an diesen Papst. Der Hl. Franziskus hätte ebenso klar gesprochen, sein Name passt also. Die Schöpfung wurde uns Menschen übergeben, als Gabe und Aufgabe - was haben wir daraus gemacht, machen wir weiterhin daraus? Bitte, Augen auf, Hirn einschalten, verantwortlich handeln - an unsere Kinder und Enkelkinder denkend.
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pesosope am 18.06.2015 16:04 Kommentar melden

natürlich ist die Kirche gegen den Klimawandel

wo die Welt doch so mir nix dir nix in sieben Tagen erschaffen wurde :-)
Alerdings haben sie jetzt das klitzekleine Problemchen, dass ja alles nur von Gott erschaffen/kontrolliert wird und der Kampf gegen den Klimawandel jetzt natürlich ein Kampf gegen den Schöpfer ist .....na ja, dumm gelaufen halt
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Antwort von Aussenstehender am 18.06.2015 21:19 Kommentar melden

@pesosope

Wenn schon vom Lieben Gott geredet wird, bitte nicht Ihm das Wort im Munde verdrehen, denn: Tausend Jahre sind Ihm wie ein Tag, und ein Tag ist Ihm wie Tausend Jahre. Und wenn, im dritten Jahrtausend, ein Papst zeitgemäss denkt und redet, so soll man das gebührend respektieren, und nicht mit Aussagen wie "klitzekleines Problem" durch den Schlamm zu ziehen versuchen.
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Antwort von pesosope am 18.06.2015 23:03 Kommentar melden

es ist gut, dass Sie ein Aussenstehender sind

denn sonst wäre Ihre Sicht der verdrehtesten und am meisten zurechtgeschnitzten Sache der Menschheit am Ende vielleicht auch noch eine Pflicht. Bleiben Sie am Teppich und sehen sich einmal die Verfehlungen der von Ihnen hochgelobten Würdenträger an. Ich rede gar nicht vom Missbrauch von Kindern, denn dafür allein müsste die Kirche brennen, es gibt ja dafür noch Mord und Totschlag, den die Kirche mit großem Eifer vollzogen hat. Und Sie wollen jetzt allen Ernstes die Herrlichkeit dieser Institution hervorheben? Und wenn es Ihnen um den Klimawandel geht, dann erklären Sie mir doch warum es ihn gibt und warum der Papst jetzt plötzlich einen natürlichen Vorgang verhindern - so was lächerliches - will
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Antwort von Vrbin am 18.06.2015 17:14 Kommentar melden

Re: natürlich ist die Kirche gegen den Klimawandel

Selten dummes Posting
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Antwort von pesosope am 18.06.2015 18:28 Kommentar melden

finden Sie, na dann erklären Sie doch einmal warum es den Klimawandel gibt

.....unabhängig der Göttlichen Hand :-)
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Antwort von Karmapusher am 18.06.2015 19:28 Kommentar melden

Das ist ein Werk

des Satans! Der Leibhaftige möchte hier auf Erden langfristig die gleichen Temperaturen herstellen wie bei ihm daheim in der Hölle.
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