Zwei Bangladeschis, die gemeinsam mit dem Österreicher Dalibor S. in Libyen entführt worden waren, sind freigelassen worden. Das teilte das Außenministerium in Dhaka am Mittwoch mit. Laut dem Wiener Außenamt gibt es von dem Linzer selbst allerdings keine Nachrichten.

Die neun am 6. März entführten Angestellten einer Ölfirma seien offenbar "frühzeitig" in zwei Gruppen aufgeteilt worden, sagte Außenministeriumssprecher Martin Weiss auf Anfrage der APA am Mittwoch. Zu den Entführern von Dalibor S. sowie des tschechischen und der vier philippinischen Staatsbürger gebe es weiterhin keinen Kontakt und auch keine Hinweise auf ihren Aufenthaltsort. Weiss erzählte weiters der APA, auch ein Mann aus Ghana sei gemeinsam mit den beiden Bangladeschis festgehalten worden. Es war aber zunächst unklar, ob auch er freigelassen worden war.

Die freigelassenen Bangladeschis sollen jedoch dem Geheimdienst berichtet haben, dass auch der Österreicher und der mit ihm entführte Tscheche noch am Leben seien. Allerdings hätte man die beiden Christen von den entführten Moslems getrennt.

Keine Rede von Lösegeld

Helal Uddin (38) und Mohammed Anwar Hossain (40) seien am Dienstagabend freigekommen, hieß es in der Aussendung des Außenministeriums von Bangladesch. Die Freilassung der Bangladeschis sei auf die "schnelle Initiative und die konstanten Bemühungen" von Ministerium und Botschaft zurückzuführen, formulierte das Schreiben. Von der Zahlung eines Lösegeldes war keine Rede.

Ein bangladeschischer Diplomat sagte der Zeitung "Daily Star" in der Hauptstadt Tripolis, die Entführer hätten sicher nicht der Miliz "Islamischer Staat" angehört. Das konnte Weiss nicht bestätigen.

Aus dem Außenamt in Dhaka hieß es, die freigelassenen Männer seien körperlich in "normaler Verfassung". Sie haben die vergangene Nacht im Krankenhaus in Sirte verbracht und sollten von einer diplomatischen Delegation aus Bangladesch anschließend nach Tripolis gebracht werden.

Die neun Mitarbeiter der maltesisch-österreichischen Ölfirma VAOS (Value-Added Oilfield Services) waren am 6. März durch Milizionäre von einem Ölfeld in Libyen entführt worden.