Zuletzt aktualisiert: 11.01.2015 um 14:56 UhrKommentare

Schönborn: "Gewalt im Namen Gottes ist größte Blasphemie"

Wiener Erzbischof Christoph Schönborn und Vertreter anderer Religionsgemeinschaften in Österreich verurteilen Gewalt und die Terroranschläge in Paris.

Erzbischof Christoph Schönborn Foto © APA/HERBERT NEUBAUER

Wiens Erzbischof Christoph Schönborn hat sich am Sonntag dankbar über die Allianz "Gemeinsam gegen den Terror" nach den Anschlägen in Paris gezeigt. "Gewalt im Namen Gottes ist für Gläubige gleich welcher Religion die größte Blasphemie", erklärte er in einer Aussendung. Die Islamische Glaubensgemeinschaft hatte bereits am Samstag zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung in Wien aufgerufen.

"Die Überwindung von Terror und Gewalt kann nur dann gelingen, wenn sich alle Menschen guten Willens für ein Zusammenleben in Gerechtigkeit und Frieden sowie bedingungslos für Menschenrechte und Religionsfreiheit einsetzen", sagte Kardinal Schönborn gegenüber "Kathpress" und sprach dabei von einem "Dauerauftrag für Politik, Kirchen, Religionen und die ganze Gesellschaft".

"Müssen Opfern helfen"

"Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren", das zweite der zehn Gebote gelte nicht nur für Juden und Christen, sondern sinngemäß für jeden religiösen Menschen, führte der Wiener Erzbischof weiter aus. "Als Christen stehen wir nicht nur heute, sondern immer auf Seite der Opfer und der Verfolgten und müssen ihnen konkret helfen", sagte der Kardinal. Dazu gehöre "das inständige Gebet für die Opfer und ihre Angehörige, aber auch für die Täter, dass sie von ihren Untaten lassen und wieder zum Guten zurückfinden".

Ähnliche Worte fand der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker. "Eine Gewaltanwendung im Namen der Religion ist auf das Entschiedenste abzulehnen", erklärte er und sprach sich für einen verstärkten Dialog mit den Muslimen aus. "Gewalt darf kein Raum gegeben werden, die Grundwerte, auf denen Europa beruht, müssen verteidigt werden."

Islamische Glaubensgemeinschaft "tief betroffen"

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) sprach sich "in tiefer Betroffenheit nach den entsetzlichen Terroranschlägen in Frankreich" für ein gemeinsames starkes Zeichen für den sozialen Zusammenhalt, das friedliche Zusammenleben im demokratischen Rechtsstaat und die Freiheit der Meinung, der Rede und der Kunst aus.

"Die Attentäter haben den Islam nicht nur missbraucht, sondern frontal angegriffen", hieß es in einer IGGiÖ-Aussendung. "Sie spekulieren darauf, dass die Islamfeindlichkeit in Europa steigen wird. Polarisierung und Spaltung sollen ihren Allmachtsphantasien frustrierte und ausgegrenzte Leute zutreiben. Als Muslime müssen wir dem gemeinsam entschieden Einhalt gebieten."

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4 Kommentare

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Aussenstehender am 12.01.2015 02:50 Kommentar melden

Religiöse Gewalt

Lasst uns hoffen dass die Mohammedaner sich freuen wenn unser Kardinal sich sosehr für Allah einsetzt.
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furki am 11.01.2015 19:27 Kommentar melden

Die Kirche lässt andere ihren Glauben verteidigen.

Weicheier sind nichts dagegen.Aber wie hat schon Gott gesagt: ".....halte die andere Backe hin." Dann Gute Nacht, christlicher Glaube.
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Roland222 am 11.01.2015 16:40 Kommentar melden

Roland222

Bitte Herr Kardinal Schönborn ,,,auch die Gewalt ihrer vielen Brüder Pfarrer,,,gegen minderjährige Buben nicht vergessen !!!
Denke Sie meinen auch sicher diese Gewalt auch???
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Antwort von BwanaMakuba am 11.01.2015 18:37 Kommentar melden

Dass die diversen Islamverbände jetzt plötztlich klein

beigeben, ist der derzeitigen von frommen Islamisten geschaffenen Anti Islam Stimmung zuzuschreiben. Ändern wird sich aber an der wahren Einstellung der Rechtgläubigen erst dann etwas, wenn sie bereit sind zu verstehen, dass Demokratie und die Lehren des Koran nicht kompatibel sind. Das wird nach der Meinung von ernsthaft besorgten, intellektuellen Muslimen, wie Bassam Tibi, Hamed Abdel-Samad usw. kurzfristig kaum geschehen.
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