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Zuletzt aktualisiert: 21.04.2011 um 10:12 UhrKommentare

Die Leichtigkeit des Radfahrens

Bequem und robust schaut so ein Rennrad auf den ersten Blick nicht aus. Trotzdem: Bist du einmal darauf gesessen, lässt dich dieses unbeschreibliche Gefühl von Speed, Dynamik und Leichtigkeit nicht mehr aus. Zehn Tipps, um die Scheu vor dem Rennradfahren zu verlieren.

Foto © Focus

Eigentlich ist ja das Rennrad das traditionsreichste Gerät im Radsport. Aber kann man den Statistikern glauben, dann sitzen heutzutage im gesamten Hobbyradsportbereich keine zehn Prozent mehr auf der leichtgewichtigen Rennmaschine – Mountainbike, Crosser, Trekkingbike, Downhillmaschine und andere Zweiräder beherrschen die Szene. Paradoxerweise aber werden dann diese leicht übergewichtigen Bikes mit ihren meist dickprofiligen Reifen von ihren Piloten ausgerechnet dort eingesetzt, wo das Rennrad zu Hause ist und eigentlich konkurrenzlos all seine Vorzüge ausspielen kann: auf der Straße.

Warum das so ist? In erster Linie ist es sicher der universelle Einsatzbereich eines Mountain- oder Trekkingbikes, der bei der Kaufentscheidung den Ausschlag gibt. Zugleich aber ist es wohl auch der Respekt, den heutzutage diese Hightechrenngeräte dem normalsterblichen Freizeitradler einflößen. Zumindest die Scheu wollen wir euch mit dieser Story nehmen, in der wir das Rennrad von seiner besten Seite zeigen – und zugleich beweisen, dass es sich um ein ganz normales Sportgerät handelt, das euch viel Vergnügen bei den Ausfahrten bereiten kann. Und dafür liefern wir euch auf die am häufigsten gestellten Fragen rund ums Rennradfahren.

1. Wer braucht ein Rennrad?

Logisch ist, dass das Rennrad für eine gemütliche Einkaufskörbchentour in der City die falsche Wahl ist. Und wer dem Alltagsstress am liebsten querfeldein und auf naturbelassenen Schotterwege davonradeln will, ist damit auch falsch bedient. Wer aber eigentlich beim Radeln die meiste Freude hat, wenn er ordentlich Kilometer machen und auf apshaltierten (Neben-) Straßen dahinflitzen kann, der hat mit dem Rennrad einen perfekten und verlässlichen Partner gefunden. Allein der Gewichts- und Geschwindigkeitsunterschied zwischen einem Trekking- und Rennrad ist so gravierend, dass niemand mehr freiwillig umsteigen wird.

2. Kann ich mir ein Rennrad leisten?

Ob High-End-Renner oder nostalgischer Stahlcruiser – auch bei den Rennern ist die Palette an Modellen unendlich groß. Für Einsteiger empfiehlt sich ein solides Alu-Rennrad im unteren bis mittleren Preissektor (1100 bis 1500 Euro). Aluminium zeichnet sich neben relativer Leichtigkeit auch durch Steifigkeit (wichtig beim Bergfahren und vor allem für schwerere Fahrer) und Robustheit aus. Karbon ist zwar noch leichter, aber nicht ganz so widerstandsfähig und auch erheblich teurer. Eines ist wohl klar: Hände weg von Billigrädern – nicht alles, was einen gebogenen Lenker hat, ist deshalb auch ein Rennrad.

3. Wie kompliziert ist das Schalten?

Überhaupt nicht! Mit sogenannten Dreifachkurbeln, die aus dem Mountainbiken übernommen wurden, hast du 30 Gänge zur Verfügung, bist also für alle Steigungen und Tempobolzereien gerüstet. Auch Kompaktkurbeln mit einer Übersetzung von beispielsweise 34/50 (Anzahl der Zähne der vorderen Kettenblätter) bietet dir fast die gleiche Bandbreite an Gängen, nur mit weniger feinen Abstufungen wie die Dreifachkurbel. Echte Freaks greifen auf die Zweifachkurbel, auch als "Heldenkurbel" bekannt (20 Gänge und mit einer Übersetzung von beispielsweise 39/53), zurück, auch wenn sie sich damit ein bisschen mehr plagen müssen. Noch ein Wort zur hinteren Übersetzung (Ritzel): Hier ist die Standardübersetzung 25/12 eine gute Sache und für Einsteiger völlig ausreichend.

4. Was brauch ich sonst noch?

Auch nichts anderes als beim sonstigen Radfahren: eine gute Radhose, ein funktionelles Radtrikot (mit Rückentasche), Sportbrille, Helm sind absolute Musts. Eine Regen- oder Windjacke sollte auch immer dabei sein – bei rasanten Abfahrten mit dem Rennrad kann es ganz schön kalt werden. Eine der besten Erfindungen im Radsport sind daher auch Armlinge und Beinlinge, die man jederzeit drüberziehen und wieder ablegen kann. Reparaturset mit Multitool, Minipumpe, Ersatzschlauch (beim Rennrad: 28 Zoll mit französischem Ventil) und Reifenheber gehören ebenfalls dazu.

Mit einem Extra solltest du dich aber doch anfreunden: Beim Rennradfahren sind richtige Radschuhe das Um und Auf, um wirklich die ganze Kraft aufs Pedal zu bringen – und zwar durch Drücken und gleichzeitiges Ziehen. Die Angst vieler Radler, im Krisenfall mit Clicks auf den Pedalen festgenagelt zu sein, ist (anders als im Gelände) auf der übersichtlichen Straße unbegründet. Tipp zum Einstieg: Die neuen Clickpedale anfangs nur sehr leicht einstellen, damit du auch schnell wieder rauskommst. Vor dem ersten Losfahren mit den Clickies einfach an einer Mauer festhalten und ein paar Mal aus dem Pedal aus- und einsteigen, bis du sicher bist, wie's funktioniert.

5. Wie unbequem ist das Sitzen?

Rennradfahren impliziert nicht automatisch eine unbequeme Sitzposition und damit verbundene Rückenschmerzen. Selbst Profis wie Lance Armstrong stellen ihren Lenker relativ hoch und bequem ein. Grundvoraussetzung für eine angenehme Sitzposition ist – wie bei jedem anderen Rad auch – die für dich passende Rahmengröße. Rennräder gibt es bereits in Kindergrößen und auch für kleine Damen (46er-Rahmen), ebenfalls wie für sehr große Herren (64er-Rahmen). In jedem Fall ist fachmännische Beratung bei der Auswahl anzuraten.

Sonst wird die richtige Sitzhöhe gleich wie bei allen anderen Rädern bestimmt: Wenn du im Sattel sitzt, sollte dein Bein gestreckt sein, wenn du mit der Ferse auf dem Pedal stehst. Und das Oberrohr deines Renners sollte (ab der Sattelspitze) nicht die Länge deines Unterarms bis zu den Fingerspitzen übersteigen.

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