26. November 2014, 08:48 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 17.03.2011 um 14:12 UhrKommentare

Glaubwürdig bleiben: 500 Jahre protestantisches Abenteuer

Von 7. Mai bis 31. Oktober 2011 lädt Fresach zu einer faszinierenden Zeitreise ein. Das Leben der Evangelischen in Kärnten mit seiner Bedeutung für die Entwicklung des Landes und seinen Auswirkungen bis in die Gegenwart steht im Zentrum der Ausstellung. Wertvolle Ausstellungsstücke und Einblicke in das Leben der Evangelischen Kirche von heute machen es den Besuchern möglich in einen Dialog mit der Geschichte zu treten.

Foto © Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

In Fresach erwartet Sie eine neue Art der Ausstellungsführung. Mehr als hundert Jugendliche aus ganz Kärnten werden zu Kulturvermittlern ausgebildet. Zu zweit begleiten sie die Besucher im Dialog durch die Ausstellung und lassen die Geschichten der Exponate und ihre Beziehung zur Gegenwart lebendig werden. Sie sind neugierig auf Ihre Fragen und bereit zum Gespräch.

Heutige Fragen an historische Ereignisse

Wer und was ist für mich glaubwürdig? Was haben Menschen damals für ihren Glauben getan – und was sind wir heute bereit, für unsere Überzeugung zu tun? Wie kann es uns gelingen, selbst glaubwürdig zu bleiben und in der Geschichte Ermutigung und Verbündete zu finden? Auch das neue Ausstellungsgebäude, ein architektonisches Meisterwerk und Kontrast zum Toleranzbethaus von 1785, lässt Verbindungen und Spannungen zwischen Geschichte und Gegenwart sichtbar werden.

Lebendige Tradition aktiv erleben

Ein Flugblatt drucken wie in der Reformationszeit? Die Druckerpresse steht bereit! Das einzigartige Bethaus als Begegnungs- und Andachtsraum erleben oder nach der Ausstellung auf dem "Weg des Buches" den Spuren der Bibelschmuggler folgen? Es gibt unzählige Möglichkeiten das protestantische Abenteuer zu erleben. Für Familien: entdecken Sie mit Ihren Kindern den Kinderpfad durch die Ausstellung.



In vier Ausstellungsschwerpunkten werden 500 Jahre Abenteuer lebendig

Semper Reformanda
"Die Kirche ist immer wieder reformbedürftig – ecclesia semper reformanda". Das ist eine Grundüberzeugung der Evangelischen. Die dynamische Verbreitung der Reformation in Kärnten (1517 – 1600) wird mit ihrer religiösen, politischen, sozialen und kulturellen Bedeutung für Kärnten dargestellt und führt zur Frage, in welchen Bereichen Kirche und Gesellschaft auch heute Reformen nötig haben.

Anpassung oder Widerstand
In der Zeit von Gegenreformation und Geheimprotestantismus (1600 – 1781) mussten Menschen, die sich den reformatorischen Ideen angeschlossen hatten, auf Zurückdrängung, Unterdrückung und Verfolgung reagieren. Rückkehr zum katholischen Bekenntnis, Emigration, Geheimprotestantismus, offener Widerstand – diese Alternativen stellten sich damals. Welche bieten sich den Menschen heute, die wegen ihres Glaubens oder ihrer Überzeugung unter Druck geraten?

Toleranz und Dialog
Nach dem Toleranzpatent von 1781 waren die Evangelischen in Österreich geduldet – Gemeinden durften gegründet werden, Schulen und Bethäuser entstanden trotz strenger Auflagen. Das Bethaus in Fresach, eines der ersten und bis heute unverändert erhalten, bildet das Herzstück der Ausstellung. Was kann Toleranz gegenüber Andersdenkenden und Andersglaubenden heute bedeuten und zu welchem Umgang mit Menschen kann sie führen?

Mehrheiten und Minderheiten
1861 brachte das Protestantenpatent die Gleichberechtigung. Eine Minderheitskirche begann sich zu entwickeln. Nationalismus und Kriege führten zu Krisen, machten Neuanfänge notwendig. 1961 ermöglichte das Protestantengesetz die "freie Kirche im freien Staat". Diakonie, kulturelles und politisches Wirken sind Beispiele für die Entwicklung in den letzten 150 Jahren und führen zu Fragen nach dem Miteinander von Mehrheiten und Minderheiten in der Zukunft.

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