26. November 2014, 01:22 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 04.11.2010 um 20:42 UhrKommentare

Abverkauf schon zu Saisonbeginn

Aggressive Preisangebote verlocken die Kunden schon jetzt zum Schikauf. Nach jahrelanger Talfahrt ist der Handel heuer optimistisch.

Foto © Fotolia - Lulu Berlu

Während das Thermometer kräftige Pluszahlen anzeigt und der Herbst in allen Farben glüht, ist im Sporthandel bereits Winter eingekehrt. Wie sehr sich der Handel heuer um Kunden bemüht, zeigen aggressive Preisangebote, noch ehe die Saison begonnen hat. Sports Experts bietet seinen Kunden eine Verschrottungsprämie für altes Schizubehör von bis zu 80 Euro, Gigasport verteilt beim Schi-Opening am Mölltaler Gletscher Rabattgutscheine und Intersport schraubt die Setpreise (Schier und Bindung) noch einmal hinunter. "Die Preis-Aktionen sind dazu da, die Kunden auf den Winter einzustimmen", meint Robert Stanzl, Marketingchef von Head/Tyrolia.

"Schon seit drei Wochen werden Schier gekauft", ist Ortwin Zitek von Gigasport zufrieden. Es sind einerseits Freaks, die sich die neuen vorne und hinten aufgebogenen "Freeride"-Schier in stylishen Designs sichern, und die Schnäppchenjäger, die sich auf Vorjahresmodelle stürzen. Giga-Sport Geschäftsführer Alois Loidl schätzt den Absatz von Freeridern auf bis zu zehn Prozent des Schi-Umsatzes.

Wenn auch die Schi-Industrie heuer optimistisch auf den Winter blickt, weil der Absatz nach einer jahrelangen Talfahrt wieder leicht steigt - eine echte Innovation, auf die der Handel sehnsüchtig wartet, haben die österreichischen Schi-Erzeuger Atomic, Fischer, Kneissl, Blizzard, Head nicht anzubieten. "Natürlich warten wir auf Neues, das würde den Absatz ankurbeln", spricht Christian Mann, Konzernsprecher von Intersport aus, was alle Branchenkollegen hoffen. Mit Innovationen wie intelligenten Chips, Doppeldecker-Bauweise und der sogenannten Kers-Technik, die die Energie speichert und bei Bedarf an den Schi weitergibt, versucht die Industrie den Absatz stabil zu halten. "Leider haben wir keine echte Schi-Revolution in der Schublade", macht der Geschäftsführer von Amer Sport (Atomic, Salomon), Stefan Schwarz, wenig Hoffnung auf Neues.

Revolution Carver

Als vor acht Jahren der Carver den Snowboardboom abrupt gestoppt hatte, gingen über 600.000 Paar der revolutionären Schier über den Ladentisch. Heuer rechnet man mit einem Absatz von 370.000 Paar Schiern. Die Mengenbeschränkung hat aber auch Vorteile. "Mit der geringeren Stückzahl schwindet der Druck vom Markt", sagt Schwarz. Den Konsumenten werde durch die Preisangebote vorgegaukelt, dass Schier immer billiger werden, tatsächlich schwankte der Durchschnittspreis in den letzten Jahren um drei bis vier Euro. Im Westen Österreichs ließen sich bessere Preise durchsetzen als im Wiener Raum und im Süden, wo das Schiset mit 399 Euro der Renner ist. Die Freaks im Westen lassen schon bis zu 900 Euro für ihr Wintersportgerät springen. Mittlerweile macht der Handel aber den Großteil des Umsatzes mit Schuhen, Kleidung, Helmen, Protektoren und Brillen.

Doch der eigentliche Turbo, der den Schiverkauf zum Laufen bringt, ist das Wetter. "Wenn es jetzt kalt wird und Ende November schneit, brauchen wir uns keine Sorgen mehr zu machen", hofft Mann auf Wetterglück.

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