26. November 2014, 14:48 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 23.12.2012 um 05:19 UhrKommentare

Sonnenschein in Flaschen

Jan Karlsson und Michael Wihan haben aus einer Kelleridee ein Kultgetränk entwickelt, das "ein bisschen glücklich macht": Makava.

Foto © Marija Kanizaj

Es klingt nach einem billigen Mix aus Bill Gates und Red Bull: O. k., beim Microsoft-Gründer war es eine Garage, bei Jan Karlsson und Michael Wihan der Keller eines Einfamilienhauses, in dem die Wurzeln des Unternehmens liegen. Und stimmt schon: Beim Energy Drink sind es Cyclohexanhexol, 2-Aminoethansulfonsäure (Taurin) und Marketingmillionen; beim Mategetränk Makava von Karlsson und Wihan sind es hochwertiger Biotee, Holundersaft und eine nicht zu knappe Dosis Idealismus. Inhaltsstoffe beachtlicher Erfolgsgeschichten.

Was aber alle drei Unternehmen verbindet? Sie haben einen direkten Draht zum zeitgeistigen Lebensgefühl und seinen Konsumbedürfnissen gespannt. Im Fall von Makava mit einem süffigen Eistee. Wobei in dem hellorangen Getränk mehr steckt als Mate-, schwarzer und weißer Tee, Zitronen-, Limetten- und Holundersaft. Es ist ein überdimensionaler Spaßfaktor, mit dem die Makava-Macher ihr "Kind" seit den ersten zaghaften Mischversuchen aufladen. Von FH-Studenten im Keller-"Labor" anno 2002 über die exzessiven Rezeptveränderungen und Mixturverfeinerungen in den darauf folgenden fünf Jahren bis zur Markteinführung 2007: "Wir haben Makava eigentlich für uns selbst gemacht", lautet ein geschäftliches Motiv von Karlsson und Wihan.

1,7 Millionen Flaschen

Übersetzt auf die üblichen marktsoziologischen Zielgruppenschubladen heißt "uns" diesfalls "Lohas" (Lifestyle of Health and Sustainability) - also Menschen, die besonderen Wert auf Gesundheit und Nachhaltigkeit legen. So stammt die Mate für Makava aus biologischem Anbau einer argentinischen Kooperative. Dazu gibt es Fairtrade-Partner in Indien, es werden ausschließlich Mehrweg-Glasflaschen verwendet und die Anlage des Abfüll-Partnerunternehmens in Millstatt mit Sonnenstrom versorgt. Ein möglichst kleiner ökologischer Fußabdruck verstärkt die stimmungsaufhellende Wirkung, die Mate grundsätzlich zugeschrieben wird. "Makava macht ein bisschen glücklich", scherzt Wihan.

Mit steigendem Absatz mussten aber auch Zugeständnisse an den Öko-Purismus gemacht werden: Lieferte man die Kisten zu Beginn entweder zu Fuß oder mit einem eigenen bioethanolbetriebenen Lieferwagen in ausgesuchte Szenelokale in Graz, läuft der Vertrieb im auf Wien, Linz, Berlin und Zürich ausgeweiteten Kundenmarkt mittlerweile mittels konventioneller Lkw. Und auch beim Zucker greift man nicht mehr auf afrikanischen Rohrzucker, sondern österreichischen Rübenzucker zurück. "Bei einem jährlichen Verbrauch von rund 20 Tonnen zahlt sich das aufgrund der kürzeren Transportwege auch für die Umwelt aus", rechnet Karlsson vor.

Insgesamt wurden in der zehnjährigen Unternehmensgeschichte rund 1,7 Millionen Flaschen abgefüllt. Davon allein im heurigen Jahr in fünfzehn Abfülltranchen 850.000 Stück. "Es läuft super", zieht Karlsson nach einem Absatzplus von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr zufrieden Bilanz. Mittlerweile findet man die Flaschen mit der strahlenden Sonne am Etikett nicht nur österreichweit in Bioläden, sondern auch in Supermarktregalen. Ideen für eine Markenerweiterung schwirren dennoch schwarmartig durch die Köpfe der Durchstarter: Neue Geschmacksrichtungen, neue Zielmärkte, Mode-Artikel, gemeinsame Marketingaktionen wie zuletzt mit Absolut Vodka etc. "Wir sind jung und hungrig", sagt Karlsson.

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Web-Links:

Grazer des Jahres 2012

Fakten

  • Makava ist ein auf einem südamerikanischen Mate-Extrakt basierendes Aufgussgetränk. Gemischt mit anderen Teesorten, Zitronen-, Limetten- und Holundersaft sowie Quellwasser ergibt das einen Eistee, dem eine stimmungsaufhellende und anregende Wirkung zugeschrieben wird. Erfinder: Jan Karlsson und Michael Wihan haben sich an der FH in Kapfenberg kennengelernt, das Getränk ab 2002 entwickelt und 2007 auf den Markt gebracht. Heute wird es in Lokalen in Wien, Linz, Graz, Berlin und Zürich angeboten und ist österreichweit in Bioläden und Spar-Supermärkten erhältlich. 2012 wurden 850.000 Flaschen (0,3 Liter) abgefüllt.

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