24. November 2014, 15:07 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 12.07.2012 um 09:20 UhrKommentare

"Wir wollen den besten Sägedraht der Welt herstellen"

Im Rahmen eines Joint Venture errichten Steinklauber-Gruppe und voestalpine in Fürstenfeld eines der weltweit modernsten Feinstdraht-Werke. Ab März 2013 erzeugen 40 Mitarbeiter jährlich 3000 Tonnen.

Foto © PRIVAT

Die leergeräumten ehemaligen Stahlcord-Hallen im Fürstenfelder Industriegebiet wirken noch riesiger als sie ohnehin sind. Vereinzelt regt sich aber Leben auf den Betonböden. Hier eine Maschine, dort eine Produktionsreihe und Arbeiter, die mit dem Zusammenbau beschäftigt sind. Mit Hochdruck gearbeitet wurde in den letzten Monaten auf politischer Ebene sowie in den Führungsetagen der Grazer Steinklauber-Gruppe und der obersteirischen voestalpine Austria Draht GmbH. Nun errichten die CPA Filament GmbH des Anlagenbauers und die Stahlproduzentin am Standort Fürstenfeld im Rahmen eines Joint Venture eine Produktionsanlage zur Herstellung ultrahochfester Feinstdrähte (Durchmesser bis zu 0,08 Millimeter).

"Ohne das Land Steiermark und den Einsatz der Politik würden wir heute nicht hier stehen, die voestalpine war der logische Partner für unser Ziel, in Österreich ein Produkt herzustellen, das gegenüber den asiatischen Anbietern wettbewerbsfähig ist. Wir wollen den besten Sägedraht der Welt herstellen", bedankte sich CPA-Geschäftsführer Walter Kolb bei allen Partnern für das Zustandekommen des Projektes, dessen Investitionsvolumen rund 46 Millionen Euro beträgt.

Möglich sei, so Kolb, das Wagnis mit den Asiaten in Konkurrenz zu treten deshalb, weil das Fürstenfelder Werk einen hohen Automatisierungsgrad haben werde, aber auch Personal mit besten Erfahrungen sowie Rohmaterial mit höchstem Reinheitsgrad. Zudem wolle man in der Produktion besondere Umwelt-standards setzen. Kolb: "Es ist ein grünes Projekt mit weniger Abgasen und sehr viel Sonnenenergie. Zudem kommt unser Produkt, der Sägedraht, ja vorwiegend in der Herstellung von Fotovoltaikanlagen zum Einsatz." Als Geschäftsführer sind seit 1. Juli Walter Berger und Robert Riegler tätig.

Von der Qualität als Schlüssel für die Zukunft zeigten sich auch voestalpine-Vorstand Franz Kainersdorfer und der Projektverantwortliche Erich Meixner überzeugt: "Quantität war gestern, unser Ziel ist ganz klar die Qualität. Und da ist es umso schöner, wenn ein Partner mit uns in der höchsten Stufe einsteigt." Konkret hat die voestalpine 54 Prozent der CPA Filament GmbH erworben.

Ausbau

Der ersten Phase, in der ab Frühling 2013 rund 40 Mitarbeiter - viele davon aus dem ehemaligen Stahlcord-Werk - an die 3000 Tonnen Draht erzeugen werden, folgt bis zum Jahr 2020 der Ausbau auf 20.000 Tonnen und 200 Beschäftigte. Zahlen, die für Landtagspräsident Franz Majcen, der das Projekt von Anfang an begleitet hat, und Fürstenfelds Bürgermeister Werner Gutzwar Anlass zu großer Freude sind: "Es ist ein schöner Moment, wenn an einem Betriebsstandort, der einige Zeit stillgestanden ist, ein Projekt für die Zukunft entsteht."

Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann spricht von einem Projekt wider den Zeitgeist, weil es in Europa kaum mehr produzierende Betriebe gebe, umso mehr Respekt verdiene das Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Steiermark.

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FAKTEN

  • Insgesamt werden von CPA (Steinklauber-Gruppe) und voestalpine Austria Draht GmbH rund 46 Millionen Euro in die Errichtung der neuen Produktionsstätte in Fürstenfeld investiert, 5,1 Millionen steuert die Wirtschaftsförderung des Landes Steiermark bei. Im Vollausbau bis zum Jahr 2020 werden 200 Mitarbeiter rund 20.000 Tonnen ultrahochfeste Feinstdrähte herstellen.

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