24. November 2014, 04:02 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 10.05.2012 um 20:17 UhrKommentare

"Mitreden dürfen und andere akzeptieren"

Am Samstag feiert der Kapfenberger Kindergemeinderat sein 20-jähriges Bestehen. Rene Hörmann und Christoph Trippl erinnern sich an ihre Zeit als Jungmandatare vor 17 Jahren.

Foto © Tomaschek

Nein, wann genau sie im Kapfenberger Kindergemeinderat gesessen sind, das wissen Rene Hörmann und Christoph Trippl nicht mehr. Der eine, Hörmann, war schon in der Hauptschule Schirmitzbühel, der andere, Trippl, noch in der Volksschule Arndorf, als sie gewählt wurden - so viel wissen sie noch.

Tatsächlich sind der 29-jährige Hörmann und der 27-jährige Trippl im November 1994 zu Kindergemeinderäten gewählt worden, 1995 haben sie dann ihre Arbeit angetreten. Über die Gründe, warum sie damals gewählt wurden, können die beiden nur mutmaßen. "Vielleicht haben sie Mitschüler ausgesucht, die viel geredet haben", meint Trippl.

Erinnerungen an diese Zeit sind trotzdem da. Trippl hatten es vor allem die Mikrofone im früheren Gemeinderatssitzungssaal angetan: "Jeder hat seines immer begeistert eingeschaltet", erinnert er sich. "Und vor den Sitzungen sind wir in der Schule zusammengesessen und haben die Themen ausgesucht." Hörmann wiederum ist der Ausflug ins ORF-Zentrum in Wien im Gedächtnis geblieben - und Winnie Wiffzack ("Hieß der so?"), eine Ratte ("War es eine?") aus Stoff. Reden durfte nur, wer das Tier in Händen hielt. Das ist übrigens heute noch so, nur ist das Tier ein Elefant namens Jumbo. "So etwas wäre für die Disziplin im Gemeinderat auch gut, besser als die Glocke", meinen beide unisono.

Das liebe Geld

Aber auch themenbezogen wurde - und wird - im Kapfenberger Kindergemeinderat gearbeitet. "Die Einführung des Kapfenberger Kindersommers ist in unsere Periode gefallen", weiß Hörmann noch. Eine Errungenschaft, die es heute noch gibt. An anderen Vorhaben sind die Jungmandatare gescheitert. Hörmann: "Vor allem an den Kosten, etwa bei Konzerten. So wollten wir etwa die ,Toten Hosen' nach Kapfenberg holen" - was rundweg abgelehnt wurde. Übrigens: Heute haben beide Verständnis für die Ablehnung. Trotz solcher Rückschläge glauben Trippl wie Hörmann, dass sie damals in der Stadtgemeinde durchaus Gehör gefunden haben. Die positive Resonanz der "echten" Gemeinderäte sei wichtig gewesen.

Beide sind heute noch politisch aktiv, Trippl als Gemeinderat für die Kapfenberger ÖVP, Hörmann ist in der SPÖ beheimatet, wenngleich seine Aktivitäten derzeit aus beruflichen Gründen ein wenig auf Eis liegen. Und sie meinen, die Arbeit im Kindergemeinderat habe ihnen auch geholfen, politische und gesellschaftliche Strukturen besser zu verstehen. Mitreden dürfen, aber auch andere Meinungen zu akzeptieren, das hätten sie im Kindergemeinderat gelernt.

Kinder mitreden lassen: Das ist Hörmann und Trippl auch heute noch wichtig. "Dazu muss man die Kinder aber auch zu politischem Wissen hinführen", sind beide überzeugt. Kindergemeinderäte seien ein probates Mittel dafür. So gesehen bedauern die beiden, dass es in der Steiermark eine solche Einrichtung nur in drei Städten gibt.

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Zur Person

  • Christoph Trippl ist 27 Jahre alt. Matura an der HAK Bruck, Studium der Betriebswirtschaft und Sportwissenschaften an der Karl-Franzens-Universität, derzeit strebt er den Master an.

    Für die Periode 1995 wurde Trippl in den Kindergemeinderat gewählt. Seit 2010 sitzt er für die ÖVP im Gemeinderat der Stadt Kapfenberg.

Zur Person

  • Rene Hörmann ist 29 Jahre alt. Nach der Matura am BORG Kindberg absolvierte Hörmann das Kolleg für Kommunikations- und Mediendesign in Krieglach. Beruflich ist Hörmann im Land Steiermark im Referat Integration und Diversität tätig.

    In den Kindergemeinderat Kapfenberg wurde er für die Periode ab 1995 gewählt.

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