29. November 2014, 01:26 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 08.05.2012 um 08:40 UhrKommentare

SpiriNight: Eine Nacht für die Kirche

Dass Kirche mehr ist, erlebten Firmlinge bei der Spiri-Night in Pöllau - ob beim Hostienstanzen oder bei einem schwindelerregenden Spaziergang in der Kirchenkuppel.

Es sieht einfacher aus, als es ist. "Gerade anfahren", muntert Elfriede Bruchmann den Firmling Daniel Lichtenegger auf. "Und den Oberkörper nach hinten", gibt Robert Narnhofer Anweisungen. Rollstuhlfahren muss gelernt sein. Schon eine fünf Zentimeter hohe Stufe wird ohne Übung zu einem unüberwindbaren Hindernis, so wie für Daniel. Sein Firmbegleiter Peter Heil muss schließlich aushelfen und schiebt kräftig von hinten an. "Das ist ja nur eine kleine Stufe, da muss man sich vorstellen wie ein Gehsteig für uns ist", sagt Robert. Elfriede und er sitzen nicht wie die Firmlinge aus Spaß im Rollstuhl. Jedoch aus Spaß haben sie einen Hindernisparcours für die Jugendlichen bei der "SpiriNight" in Pöllau aufgebaut.

Dass der katholische Glaube mehr ist als in der Kirche zu sitzen und zu beten, wurde an diesem Abend 90 Firmlingen aus Pöllau und Pöllauberg gezeigt. "Mit der Spiri-Night wollen wir die Jugendlichen zum Glauben hinführen. Kirche bedeutet nicht nur Sonntagsgottesdienste, sondern auch Gemeinschaft und Kreativität", erklärt die Organisatorin Elfriede Schieder.

Fantasie

Kreativ können die Jugendlichen vor allem bei den Bastelstationen sein. Beim Gestalten der Firmanstecker ist die Fantasie überbordend. "Das schaut aus wie eine Ritterrüstung", sagt Markus Schweighofer mit dem Blick auf ein Motiv in der Mitte des Tisches. "Das ist ein Kelch", korrigiert ihn Stationenbetreuerin Cäcilia Glatz amüsiert.

16 Stationen werden angeboten, angefangen bei einem Fackellabyrinth bis hin zum Musikworkshop. Der größte Andrang herrscht vor dem Seitengang der Pöllauer Kirche. Von hier aus startet die Expedition zur Kuppel. "Ihr müsst konzentriert und vorsichtig sein, damit ihr nicht stolpert", warnt Expeditionsleiter Pfarrer Roger Ibounigg. Gekniffen wird nicht und alle wagen sich auf den knapp einen Meter breiten Gang in 25 Metern Höhe. Eine Runde in der Kuppel reicht jedoch den meisten. "Ein Mädchen hat sich die Wand entlang gedrückt. Einige trauen sich auch gar nicht raus", erzählt Ibounigg.

Weniger beängstigend ist die Station Hostienstanzen. "Die kann man selber machen?", fragt ein Firmling Monika Hacker, Pfarrhaushälterin und Hostienbäckerin in Pöllauberg. "Ja, das mache ich auch", lautet ihre Antwort. Bei der "Spiri-Night" dürfen die Jugendlichen selbst Hand anlegen. Aus einer überdimensionalen Hostie stanzt Denise Hrdina viele kleine Hostien, die allesamt in ihrem Mund landen. Dasselbe Schicksal erwartet die Reste, die schon in der Hand von Verena Töglhofer liegen. "Hier gefällt es mir am besten, weil man viel essen kann", sagt Denise mit einem Grinsen im Gesicht.

Wen danach noch der Hunger quält, der kann mit Hilfe der Bibel Süßes backen. Ein wenig Matthäus 5,13, exakt 250 Gramm Könige 5,2 und etwa drei Achtel Jesaja 60,16 vermengt mit weiteren Zutaten ergeben eine köstliche Waffel. Die Bibel dient bei der "Spiri-Night" aber nicht nur als Kochbuch, sondern auch als Anleitung für eine Kirche der Gemeinschaft und Kreativität.

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