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Zuletzt aktualisiert: 06.05.2012 um 22:41 UhrKommentare

Die neue "First Lady" Frankreichs: Valerie Trierweiler

Die Lebensgefährtin von François Hollande dürfte sie sich wohl kaum mit Charity-Aktivitäten zufrieden geben. Die Beziehung der Politik-Journalistin zum neuen Präsidenten ist ein 2010 offiziell.

Foto © Reuters

"Macht hat mich noch nie beeindruckt." Die Frau, die so kühl und selbstbewusst über Politiker spricht, kennt die französischen Führungszirkel nur zu gut. Als Politikjournalistin begleitete und beobachtete Valerie Trierweiler 20 Jahre lang die Spitzenrepräsentanten des Staates. Nun steigt die 47-Jährige selbst zur "First Lady" auf: Ihr Lebensgefährte, der Sozialist François Hollande, ist der neue Präsident Frankreichs. Erstmals steht damit ein nicht verheiratetes Paar an der Staatsspitze Frankreichs.

Ähnlich wie einst die sozialistische Präsidentengattin Danielle Mitterrand wird sich Trierweiler wohl kaum damit begnügen, Wohltätigkeits-Tombolas und Dinner-Abende zu veranstalten. Bisher verriet die elegante Journalistin mit dem kastanienfarbenen Haar aber nicht, wie sie sich ihre Rolle an der Seite des Präsidenten vorstellt. Wenn sie daran nur denke, "schlägt das Herz schneller und die Hände werden feucht", sagte sie vor wenigen Tagen. Im Elysee-Palast wolle sie auch nicht unbedingt wohnen. Ohnehin wisse sie manchmal "nicht mehr so genau, wer ich bin".

Die aus dem westfranzösischen Angers aus einer Familie mit sechs Kindern stammende Trierweiler ist stolz auf das, was sie erreicht hat. Ihre Mutter musste als Kassierin einer Eisbahn arbeiten, um die Familie durchzubringen, denn ihr Vater hatte durch eine Kriegsgranate ein Bein verloren. Valerie aber legte 1988 ein Diplom an der renommierten Pariser Politikuniversität ab.

1989 begann die ehrgeizige junge Frau beim Massenblatt "Paris Match", als Zuständige für die Sozialisten. Schon damals lernte sie Hollande kennen, der Parlamentsabgeordneter und später Parteichef wurde. Doch zunächst heiratete sie den Publizisten und Übersetzer deutscher Philosophen, Denis Trierweiler, mit dem sie drei Söhne hat - Hollande bekam mit der Sozialistin Segolene Royal vier Kinder. Ihre Liebe füreinander entdeckten Trierweiler und Hollande erst viel später, vor rund zehn Jahren.

Die unterlegene Präsidentschaftskandidatin Royal trennte sich direkt nach der Wahl 2007 von Hollande, denn die Affäre mit Trierweiler war ihr nicht verborgen geblieben. Hollande hingegen machte die Beziehung zu der Journalistin und "Frau meines Lebens" erst 2010 öffentlich. Trierweiler war damals wegen ihres Privatlebens schon längst aus der Politikredaktion von "Paris Match" verbannt worden, bei ihrem Fernsehsender betreute sie zuletzt nur noch ein Kulturmagazin. "Es war wirklich hart, darauf zu verzichten", sagte Trierweiler, sie habe ihr "halbes Leben dem politischen Journalismus gewidmet".

Im Wahlkampf hielt sie sich auffällig zurück. Inhaltlich mische sie sich nicht ein, versicherte die Medien-Expertin, die ein eigenes Büro in Hollandes Wahlkampf-Zentrale hatte. Politische Gegner nahmen auch sie ins Visier und verunglimpften Trierweiler sogar als "Rottweiler". Zu Gegenattacken ließ sich die Journalistin aber nie hinreißen. Ihr Einfluss auf Hollande darf freilich nicht unterschätzt werden: Bei allen wichtigen Auftritten begleitete sie ihn. Und Trierweiler lobte oder kritisierte ihn hinterher: "Ich sage ihm direkt, was ich denke." Von "Schönfärberei" halte sie nichts.

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