23. November 2014, 19:52 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 28.11.2012 um 16:55 UhrKommentare

Der "Pirelli-Kalender" geht neue Wege

In den zur stilvollen Eventlocation umgebauten alten Warenlagern am Pier Mauá im Hafen Cidade Maravilhosa präsentierte Pirelli in Rio de Janeiro den Kult-Kalender für 2013. Die Fotos im neuen Hochglanz-Werk wurden ästhetische Hingucker.

Foto © Pirelli Kalender 2013, Steve McCurry

Der Schöpfer der 40. Ausgabe von The CalTM ist Steve McCurry, einer der weltweit renommiertesten Fotografen. In seinen Aufnahmen dokumentiert er auch die jüngste soziale und wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens. Seine Arbeit feiert die Schönheit und Farben, welche die Seele des magischen südamerikanischen Landes darstellen, das zum dritten Mal als Kulisse für einen Pirelli Kalender dient. Zuvor hatten Patrick Demarchelier (2005) und Terry Richardson (2010) den Kalender in Brasilien inszeniert.

Geschichten auf zweierlei Weise

Während der zwei Wochen dauernden Produktion auf den Straßen der unterschiedlichsten Viertel von Rio unternahm McCurry eine seiner faszinierenden und einzigartigen Entdeckungsreisen: In deren Verlauf fängt er Geschichten, Erfahrungen und charakteristische Eigenschaften von Menschen und entfernten Ländern ein. Der Pirelli Kalender 2013 erzählt seine Geschichten auf zweierlei Weise. Einmal mithilfe von Gesichtern, die als Graffiti auf Wände gemalt wurden, oder mit Gesichtern, die dem Fotografen auf der Straße begegneten. Und es sind besondere Models, mit denen McCurry Geschichten erzählt. Sie eint ihr starkes persönliches Engagement für Stiftungen, humanitäre Projekte und nichtstaatliche Hilfsorganisationen.

"Mein Ziel war es, Brasilien, seine Landschaft, seine Wirtschaft und seine Kultur zu porträtieren und dabei das menschlichen Element zu berücksichtigen", erläutert McCurry seinen Ansatz. "Diese Geschichte wollte ich mit meiner Kamera erzählen. Für mich ist die Fotografie ein bedeutendes und ausdrucksstarkes Mittel, um die großen und kleinen Geschichten des täglichen Lebens zu erzählen".

Im Hintergrund der Aufnahmen pulsiert das Leben in Rio. Der Betrachter sieht historische Stadtviertel wie Lapa und Santa Teresa, die Armutsviertel, Favelas genannt, Bars und Nachtklubs, Märkte, Tanzhallen, Fitnessstudios, Schulen und Bushaltestellen. Dabei wirkt die Stadt besonders authentisch und ganz anders, als man sie von zahlreichen Aufnahmen kennt. "Ich ging viel in den Straßen spazieren, betrachtete das alltägliche Leben und machte sehr viele Aufnahmen", erzählt Steve McCurry. "Dabei suchte ich den Augenblick, in dem das Motiv eine gewisse Spannung verriet".

Gesichter und Stimmungen

McCurry, der über die Erfahrung langjähriger Reisen verfügt und von einer natürlichen Neugier geleitet wird, tauchte in den Geist der Stadt Rio ein, die ihm Gesichter und Stimmungen bot. Im Kalender wechseln sich die Porträts der Modells und Schauspielerinnen mit den Aufnahmen von Einwohnern der Stadt ab: junge Boxer während des Trainings, ein Obsthändler auf dem Markt, Sambatänzer, Meister des Capoeira, die ihre Kunst praktizieren, eine Joggerin, ein Kunstlehrer, ein Tourist in einem Museum, eine Sekretärin, die aus dem Fenster schaut oder ein Liebespaar, das im Sonnenuntergang spazieren geht.

Diese Szenen des gewöhnlichen und doch nicht so gewöhnlichen Lebens beschreiben dabei die Entwicklung eines Landes, das sich verändert, ohne seine Identität und jene Eigenschaften zu verlieren, die es so einzigartig machen. Steve McCurry: "Ich würde mich als einen Straßenfotografen bezeichnen, der gefundene Situationen festhält. Nackte Menschen können Sie überall fotografieren. Aber diese Models waren bekleidet, und jede von ihnen engagiert sich für wohltätige Zwecke. Weil es sich um zielstrebige und idealistische Personen handelt, wollte ich sie an einem speziellen Ort fotografieren, und Rio war dafür perfekt".

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