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Zuletzt aktualisiert: 11.11.2012 um 19:58 UhrKommentare

"Urlaub am Bauernhof" feiert 40-jähriges Jubiläum

Vor 40 Jahren schlossen sich 70 Betriebe zum Netzwerk "Urlaub am Bauernhof" zusammen. Eine Gabelschau zwischen Landlust, Online-Pionieren und Höfesterben.

Foto © Delm07 / Fotolia

Es war eine Reise ins Ungewisse. Als sich 70 steirische Betriebe vor genau 40 Jahren unter dem Namen "Urlaub am Bauernhof" zusammenschlossen, um die Vermarktung anzukurbeln und zu professionalisieren, hatten sie wohl noch keine Vorstellung davon, wie bekannt ihre Marke einmal werden würde.

Heute wird hierzulande fast jeder fünfte Tourismusbetrieb bäuerlich geführt. Und ein Stammgast-Anteil von 53 Prozent sowie jährlich 548.000 Nächtigungen auf Bauernhöfen zeigen, dass die Landlust der Gäste ungebrochen und Urlaub mit Tradition wohl nicht von gestern ist.

"Gerade die letzten Jahre waren von Internationalisierung und Spezialisierung geprägt", erklärt der steirische "Urlaub am Bauernhof"-Obmann Hans Schwaiger. Vor allem, weil man bei immer mehr Höfen direkt online den Urlaub buchen könne, ziehe es neue Gästeschichten - sogar aus Schottland oder Weißrussland - in heimische Bauernhofbetten.

Sehr zur Freude von Steiermark-Tourismus-Chef Georg Bliem: "Bei Urlaub am Bauernhof war man absoluter Vorreiter, was den Gästekontakt übers Internet betrifft, und man hat sich früh Nischen gesucht, um Zielgruppen punktgenau anzusprechen."

So gibt es mittlerweile eigene Winzerhöfe, Reiterhöfe, Almhütten oder Gesundheits-Bauernhöfe. Nicht zuletzt deshalb konnte der Durchschnittsumsatz pro Gästebett seit 1991 fast verdreifacht werden - auf nunmehr 3142 Euro pro Jahr. Dennoch: "Dem Trend zum kürzeren Aufenthalt können auch wir uns nicht entziehen", sagt Schwaiger, "aber die Gäste bleiben bei uns noch immer länger als anderswo" (siehe Grafik). Weniger Freude hat Bliem indes mit "Trittbrettfahrern, die die starke Marke ?Urlaub am Bauernhof' nutzen, obwohl sie selbst nicht Mitglied sind". Denn wer dabei ist, unterzieht sich strengen Qualitätskriterien, wobei statt Sternen hier zwei bis vier Blumen vergeben werden.

Doch der Trend zum "endgültigen Schließen der Stalltür" macht auch vor touristisch genutzten Höfen nicht halt. Die Zahl der "Urlaub am Bauernhof"-Betriebe sank seit 1999 von 600 auf 503. Das sei strukturell bedingt, so Schwaiger. Oft gebe es keinen Hofnachfolger oder es werde auf andere Produkte umgesattelt. Doch auch hier versucht man mit der Zeit zu gehen: Unter dem Motto "Urlaub am Land" gibt man ab sofort Bauernhöfen, die mit der Viehwirtschaft aufhören, die Chance, weiterhin touristisch tätig zu sein.

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Hans Schwaiger, Obmann "Urlaub am Bauernhof"

  • "Dem Trend zum kürzeren Aufenthalt können sich auch die "Urlaub am Bauernhof"-Betriebe nicht entziehen. Aber die Gäste bleiben bei uns noch immer länger als anderswo."

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