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Zuletzt aktualisiert: 29.11.2012 um 21:39 UhrKommentare

So schützen Sie Ihr Kind im Internet

Der Fall einer 12-Jährigen, die von einem Mann übers Internet kontaktiert und später sexuell missbraucht wurde, besorgt Eltern. Fragen und Antworten zum Thema.

Foto © Fuchs

Ab welchem Alter sollten Eltern ihren Kindern erlauben, soziale Netzwerke im Internet wie Facebook und Co. zu nutzen?

ANTWORT: Das komme darauf an, wie weit die Medienkompetenz des Kindes ausgebildet ist, erklärt "Social Media"-Trainer Klaus Strassegger. In den meisten Netzwerken sei die Teilnahme ab 13 Jahren erlaubt. Das sei schon okay. "Nur wissen Eltern meist gar nicht, dass 80 Prozent der Kinder schon ab zehn Jahren in sozialen Internet-Netzwerken im unterwegs sind", erklärt Strassegger, der schon viele Hundert Workshops an Schulen zu dem Thema abgehalten hat. Und: Die meisten Fälle von Cyber-Grooming (Anbahnung von sexuellen Kontakten übers Internet), wo Kinder betroffen sind, passierten Zehn- bis Zwölfjährigen.

Bleiben die Täter im Dunkeln oder findet man sie leicht?

ANTWORT: Wer im Netz surft, hinterlässt zwangsläufig eine Vielzahl verräterischer Spuren (IP-Adressen, Cookies etc.). Die beste Quelle zu Täterinformationen ist der Account des Opfers, in dem sämtliche Kommunikation gespeichert ist. Gefälschte Facebook-Profile sind sehr leicht enttarnt - wenn man weiß, worauf man achten muss: Kaum bis keine anderen Freunde, versteckte Freundeslisten, fehlende Interaktion mit anderen Personen oder wenig plausible Profilinformationen sind erste Indizien.

Was sind hier derzeit die größten Gefahren für Kinder und Jugendliche?

ANTWORT: Videochats sind ein großes Thema. Viele Jugendliche machen laut Strassegger bei "Chatroulette" mit. Dabei bekommt man einen Chatpartner irgendwo auf der Welt zugelost. Oft sitze dann ein entblößtes Gegenüber vor dem Bildschirm, hauptsächlich Männer. "Wenn so etwas passiert, sofort aussteigen!", rät Strassegger. Grooming kommt auch häufig bei sozialen Netzwerken vor. Oft stellten Kinder und Jugendliche auch selbst zu freizügige Fotos oder persönliche Daten wie Telefonnummern ins Netz.

Wie effektiv sind Jugendschutzeinstellungen oder -programme am Computer? Kann ich davor meine Kinder effektiv schützen oder gibt es Lücken?

ANTWORT: Moderne Betriebssysteme wie Windows 7 oder 8 bzw. Apples OSX bieten eigene Jugendschutzeinstellungen, als Ergänzung dazu gibt es spezielle Software wie Microsofts "Family Safety". Damit sperrt man unter anderem den Zugang zu einzelnen Websites ("Blacklist") oder erlaubt nur die Nutzung bestimmter ("Whitelist"). Das funktioniert recht zuverlässig, verhindert allerdings nicht, dass Kids den Account der Eltern nutzen, der alles "darf", oder dass bei Freunden Unerlaubtes konsumiert wird. Die größte Lücke dabei sind E-Mails und Smartphones.

Sollten Eltern sich zur Kontrolle in sozialen Netzwerken anmelden?

ANTWORT: Das ist eine Möglichkeit. Wichtig ist laut Strassegger jedenfalls, öfters gemeinsam mit dem Kind ins Internet zu gehen und dessen Kontakte sowie Fotos zu kontrollieren. Es mache Sinn, dem Kind zu zeigen, dass man Interesse für seine Aktivitäten hat.

Welche Anzeichen gibt es, die Eltern Grund zur Sorge bieten?

ANTWORT: Nachhaken sollte man, wenn ein Kind sich sehr zurückzieht oder auch plötzlich gar nicht mehr im Internet ist. Grooming ist strafbar und kann angezeigt werden. Kriminalpräventions-Beratung unter Tel.: 059 133.

Macht es Sinn, dass besorgte Eltern die Internet-Nutzung verbieten?

ANTWORT: Das ist laut Strassegger nicht sinnvoll. "Der Medienbereich gehört einfach dazu", sagt er. "Je mehr Erwachsene das verbieten, desto stärker nutzen Jugendliche das Internet heimlich." Das beinhalte die größte Gefahr.

Muss man bei Facebook weltweit bekannt und auffindbar sein?

ANTWORT: Nein. Facebook bietet detaillierte Einstellungen zur Privatsphäre (Pfeil rechts oben), aber es mangelt an Übersicht. Ein Trend bei jungen Nutzern ist das "Verstecken" des Echtnamens hinter kurzen Pseudonymen.

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