27. November 2014, 15:41 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 09.05.2012 um 17:28 UhrKommentare

Der Zackenbarsch liebt Crème brûlée mit Ingwer

Wie schade, dass es das Geruchsbuch noch nicht gibt! Starkoch und Buchautor Luke Nguyen nimmt uns mit auf eine bildreiche Reise durch das Land seiner Vorväter und erkundet die kulinarische Verschmelzung zwischen Vietnam und Frankreich.

Foto © Alan Benson/Vieatnam

Es gibt ein chinesisches Sprichwort, das eine Grundeinstellung widergibt, die sich auf ganz Asien anwenden lässt: "Chi fan le ma?" Das heißt übersetzt so viel wie "Hast du heute schon gegessen?" Wer jemals Asien bereist hat, trägt die Essenz des Kontinents ein ganzes Lebens mit sich: Der Kontinent ist ein olfaktorisches Wunderkind - vor allem, was die Kulinarik betrifft. Ob Indien, Thailand, Indonesien, Kambodscha oder Vietnam - ohne Essen geht hier gar nichts und ohne Gewürze, kein Essen.

Rezepte und die Menschen dahinter

Wer wieder zurückkommt hat grundsätzlich ein Problem: Entweder man findet ein asiatisches Restaurant seines Vertrauens, das authentische Küche anbietet oder man nimmt diverse Kochbücher zur Hand, muss dabei aber nicht selten feststellen, dass die Rezepte zwar gut sind, aber das gewisse Etwas dann doch fehlt, weil das dafür nötige Quentchen Koriander, Ingwer oder Zitronengras eine Frage der Übung oder des richtigen Familienrezeptes ist. Und genau hier setzt Luke Nguyen, Autor des Buches "Vieatnam 2" auch an - er findet auf seiner Suche nach Rezepten eben nicht nur diese, sondern auch die Menschen und ihre Geschichten, die den Rezepten die nötige Authentizität verleihen. Nguyen nimmt den Leser mit - wie schon bei seinem ersten Buch - nach Vietnam, in das Land seiner Vorfahren. In "Vieatnam 2" macht er sich jedoch auf die Suche nach den französischen Einflüssen, die während der Besatzung Frankreichs den Weg in die vietnamesische Küche gefunden haben.

Doch Nguyen stellt auch die Menschen hinter den Rezepten ins Rampenlicht und entführt uns in legendäre Hotels, Restaurants, auf Märkte und zu Garküchen. Man trifft Didier Corlou, einen französischer Meisterkoch, der vermutlich tagelang über die traditionelle Pho-Suppe philosophieren könnte. Lernt, dass es in Vietnam herausragende Weine gibt, tummelt sich frühmorgens oder spätnachts auf Märkten - ein Fest für die Augen mit herausragenden Fotos des Fotografen Alan Benson. Nach der Lektüre meldet sich unweigerlich der eigene Hunger - der mit den Rezepten schnell gestillt werden kann, wie etwa mit knusprigen Makrelenrollen oder Omelette mit Schweinefleisch.

Wer in die traditionelle Küche eintauchen will, kommt an der Nudelsuppe mit Rind - der traditionellen Pho Bo - nicht herum und darf sich auf ein Festival der Gewürzgenüsse freuen. Wer sich selbst oder auch Gäste mit exotischen Klassikern verwöhnen möchte, hat unter anderem mit Crème brûlée mit Zitronengras und Kaffirlimetten nach einem Rezept von von Nguyens Cousin Khanh eine gute Vorlage zur Hand. Oder darf es vielleicht doch lieber eine Panna Cotta mit Pandanus und Ingwer sein? Wer schon gegessen hat, wird dennoch ebenso gerne zum Kochbuch greifen, um vielleicht zwischendurch einfach durch Hanoi oder Saigon zu streifen. Aber grundsätzlich gilt ohnehin die vietnamesische Feststellung: "Das Leben ist zu kurz, um schlechte Suppe zu essen"

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Susanne Rakowitz

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