23. November 2014, 23:24 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 04.04.2012 um 16:51 UhrKommentare

Slowenien will die "Krainer Wurst" für sich

Slowenien will sich die Bezeichnung "Krainer Wurst" schützen lassen. Bei mehreren heimischen Behörden läuten die Alarmglocken. Allein die Firma Messner verkauft eine Million Stück im Jahr.

Foto © KLZ/Hoffmann

Die Krainer fehlt bei keiner zünftigen Osterjause - aber wie lange noch gehört die Wurst, die in Österreich seit Jahrzehnten gekocht und gebraten genossen wird, auf unseren Speisezettel? Slowenien beantragte bei der EU-Kommission den alleinigen Schutz der Bezeichnung "Krainer Wurst" (kranjska klobasa auf Slowenisch). Ihren geografischen Ursprung hat die Krainer tatsächlich von der Landschaft Krain in Nordslowenien.

Alarmstimmung bei heimischen Produzenten

Die heimischen Produzenten versetzt das in Alarmstimmung, da sie mit Umstellungskosten und hohen Absatzverlusten rechnen müssten. Messner in Stainz stellt die Krainer seit Generationen her und erfand die Käsekrainer. "Für uns wäre das unvorstellbar, dürften wir die Bezeichnung nicht mehr verwenden", sagt Sprecherin Doris Stiksl. "Die Krainer ist eines unserer Hauptprodukte und der Name ein gelernter Begriff vieler Menschen." Messner verkauft pro Jahr mehr als eine Million Krainer-Würste und fast noch einmal so viele Käsekrainer.

So einfach kann Slowenien die Bezeichnung nicht schützen lassen. Das Österreichische Patentamt, Wirtschaftskammer, Landwirtschaftsministerium und die Veterinärmedizinische Universität haben bei der EU-Kommission Einspruch erhoben. Cornelia Zoppoth, Sprecherin des Patentamtes, hofft auf eine bilaterale Einigung. "Kommt das nicht zustande, entscheidet die EU-Kommission frühestens Ende 2013."

Wirtschaftsfaktor Ostern in der Steiermark

So ist die Krainer aus der Steiermark sicher auch nächstes Jahr noch in der Osterjause. Dafür kaufen Steirer immer öfter bei Direktvermarktern ein; sie haben Hochsaison in der Karwoche. 200.000 steirische Haushalte besorgen Fleisch, Eier und Kren direkt bei den Bauern, erklärt die Landwirtschaftskammer. 12.000 Schweine, je zur Hälfte für den Direktmarkt und die Industrie, werden dafür zur Schlachtbank geführt. Im Schnitt verzehrt jeder Steirer 250 Gramm Osterschinken, dazu acht Eier und 50 Gramm Kren - das ist ein Drittel der Jahresmenge.

Stark profitiert auch der Tourismus von Ostern. Der Termin in der ersten Aprilwoche ist ein Glücksfall, betont Georg Bliem, Chef von Steiermark Tourismus. "Von den Skigebieten bis zu Wellness profitieren alle." Allerdings ortet Bliem noch Potenzial für Städte und das Weinland, "wenn man die Osterzeit als Auftakt in die Saison positioniert". Als Vorbild könnte das norddeutsche Mecklenburg-Vorpommern dienen, "das Ostern mit Märkten und Veranstaltungen zelebriert".

Wirtschaftsfaktor Ostern in Kärnten

Hochsaison haben in der Karwoche Direktvermarkter. Immer öfter decken sich Kärntner Haushalte mit Osterfleisch, Eiern und Kren direkt bei den Bauern ein, erklärt die Landwirtschaftskammer. Mit dem prämierten Petzenland-Schinken haben die Südkärntner Bauern den Osterbeinschinken zu einer Marke erhoben, die bereits zum Wirtschaftsfaktor geworden ist. Der Ostermarkt in Bleiburg wird mittlerweile von Besuchern aus ganz Kärnten gestürmt.

Stark profitiert auch der Kärntner Handel. "Ostern ist gleich nach Weihnachten das zweitgrößte Ereignis", sagt Spartenobmann Jürgen Mandl. 14,5 Millionen Euro werden die "Kärntner Osterhasen" laut einer Schätzung der Wirtschaftskammer ausgeben. "Im Vorjahr waren es rund 14 Millionen Euro. Wir haben also eine leichte Steigerung", sagt Nikolaus Gstättner, Geschäftsführer der Sparte Handel. Die Osterhasen geben pro Person aber trotzdem deutlich weniger aus als die Christkinder. Nämlich 50 Euro im Vergleich zu 350 Euro. Und wer profitiert vom Ostergeschäft? "Der Lebensmittel- und Bekleidungshandel, Sport- und Spielwarengeschäfte und der Elektrohandel mit der Unterhaltungselektronik", so Gstättner.

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