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Zuletzt aktualisiert: 07.01.2012 um 05:10 UhrKommentare

Preisvergleich bringt Bares ins Geldbörsel

Ein Arbeiterkammertest ergibt, dass sich vor allem bei Brot, Gemüse oder Schokolade ein Preisvergleich lohnt. Bioprodukte sind im Schnitt drei Mal so teuer wie die Billig-Lebensmittel.

Foto © Bilderbox/Wodicka

Bis zu 800 Prozent Preisunterschied bei Tomaten - das ist nur eines der Ergebnisse, das der jährliche Vergleich der Lebensmittelpreise durch die Arbeiterkammer Steiermark ergeben hat. Auch bei Mischbrot, Äpfeln, Vollmilchschokolade, Kartoffeln oder Spaghetti kosten die teuersten Vertreter zwischen fünf und sechs Mal mehr, als das billigste Vergleichsprodukt.

Insgesamt wurden im "AK-Warenkorb" 523 Produkte von 19 verschiedenen Lebensmittelkategorien dem Vergleich unterzogen. Der mit den 19 Billig-Produkten gefüllte Warenkorb kostete demnach 12,53 Euro, der Markenproduktkorb 23,66 Euro und die vergleichbaren Bioprodukte 33,4 Euro.

"Für die Verbraucher soll die Erhebung eine Orientierung in der großen Vielfalt an Lebensmitteln geben. Denn es gibt Produkte wie den Zucker, wo ein Preisvergleich überflüssig ist, aber auch viele, wo sich ein Vergleich wirklich lohnt", sagt Susanne Bauer, Marktforscherin der Arbeiterkammer. Ein Kilogramm Zucker kostete etwa in allen getesteten Märkten 1,19 Euro. Bei 500 Gramm Spaghetti wiederum spannt der Preis zwischen günstigstem und teuerstem Produkt einen Bogen von 39 Cent bis 2,99 Euro. Am eklatantesten war die Preisspanne bei Tomaten: Ein Kilo der günstigsten Tomaten war um 1,29 Euro zu haben, die teuersten kosteten pro Kilo 11,92 Euro - das mehr als Achtfache!

Unter die Lupe genommen wurde auch die Verwendung von Herkunftsauszeichnungen, auf die Verbraucher großen Wert legen. Rund die Hälfte der untersuchten Produkte stammte aus Österreich. Besonders auffällig dabei: Während bei Produkten aus dem Ausland meist nur das Land selbst angeführt ist, erfreuen sich bei heimischen Produkten individuelle Wort- und Bildhinweise über die Herkunft großer Beliebtheit.

Große Unterschiede

Die Kärntner Arbeiterkammer kann die Untersuchungsergebnisse der steirischen Kollegen nur bestätigen. Auch in unserem Bundesland gibt es bei Lebensmitteln große Preisunterschiede. "Insbesondere bei den Markenprodukten empfiehlt sich ein Preisvergleich, da sich laut der Erhebung ja große Preisunterschiede in diesem Produktsegment herauskristallisiert haben", rät Susanne Kalensky, Leiterin des AK-Konsumentenschutzes in Kärnten, den Kunden.

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Ihre Meinung

  • Gudrun Maurer, 68, Pensionistin, Feistritz/Drau: Am meisten spüre ich es bei den Lebensmitteln, beim Erdgas und bei den Kanal- und Müllgebühren. Ich vergleiche mehr als früher. Ich schaue aber auch, dass die Lebensmittel, die ich kaufe, gesund sind, aber die sind ja meistens teurer. Beim Kauf von Kleidung spare ich.

    Johann Staudacher, 86, Pensionist, Lieserbrücke: Ich habe das Gefühl, dass alles teurer wird. Da braucht man nur an Butter oder Brot zu denken. Besonders merke ich es aber beim Tanken. Wir leben in einer Gegend, wo man ein Auto braucht, um zum Arzt oder zum Einkaufen zu kommen. Ich brauche jetzt 50 statt 30 Euro.

    Rosa Bradach, 63, Pensionistin, St. Veit: Vor allem bei Milch und Brot merkt man die Preissteigerungen. Als Mindestrentnerin muss ich schauen, wie ich über die Runden komme. Ich kaufe zum Beispiel kein Joghurt um 70 Cent oder Süßigkeiten. Ich leiste mir auch nicht mehr so oft einen Kaffee mit einer Mehlspeise.

    Cagliyan Erol, 22, Kebap-Koch, Klagenfurt: Überall wird alles teurer. Strom, Wasser, Miete, Essen - also von meinem Verdienst etwas ansparen kann ich nicht mehr. Bei den Lebensmitteln lohnt sich daher der Preisvergleich. Man muss eben schauen, ob einem die Qualität passt und wo das Produkt am wenigsten kostet.

    Irmgard Fuchs, 48, Küchenhilfe, Bad St. Leonhard: Von der Teuerung betroffen sind alle Grundnahrungsmittel, besonders aber Milchprodukte wie Käse. Ich vergleiche stärker, dabei schaue ich auf den Mengenpreis. Ich lese das Kleingedruckte. Ich fahre zu zwei oder drei Geschäften, um Angebote zu finden.

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