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Zuletzt aktualisiert: 04.03.2013 um 13:15 UhrKommentare

Tanzen gegen Demenz

Zwölf Wochen lang tanzen wieder "Dancing Stars" übers Parkett. Warum man es ihnen gleichtun sollte, weiß der Sportmediziner.

Foto © Fotolia: Lisa F. Young

Sie drehen sich wieder, die Prominenten auf dem Tanzparkett: Am Freitag startete die achte Staffel "Dancing Stars", die die Tanzsternchen über zwölf Wochen in Rumba, Walzer oder Cha-Cha-Cha schulen wird. Und man hat das ja schon öfter beobachtet: Dank "Dancing Stars" steht den Promi-Tänzern nicht nur der Schweiß auf der Stirn, sondern über die Wochen purzeln auch die Kilos und aus ehemals behebigen Parkett-Tramplern werden grazile Tanz-Prinzessinnen. Und -Prinzen.

Gut für Körper und Geist

Daraus lässt sich schließen: Tanzen als Sport betrieben, kann nicht so verkehrt sein. "Tanzen ist gesund für Geist und Körper", unterstreicht auch der Sportmediziner Peter Schober (MedUni Graz). Und hebt auch gleich noch einen Vorteil des Tanzens hervor: "Tanzen macht den Menschen Spaß! Das ist das Wichtigste, um seinen Lebensstil langfristig zu verändern und gesünder zu leben."

Die positive Wirkung auf Geist und Körper ist vielfältig: Studien haben gezeigt, dass man allein durch Tanzprogramme Übergewicht verlieren und damit auch andere Risikofaktoren wie Blutfettwerte positiv beeinflussen kann. Während die Kilos purzeln, arbeitet auch der Kopf: "Man muss sich die Schrittkombinationen merken, das fordert das Gehirn", sagt Schober. Außerdem aktiviert jede Form der intensiveren Bewegung das Lernzentrum - und kann so der altersbedingten Demenz vorbeugen.

Apropos Alter: Schober sieht keine Alters-obergrenzen für das Tanzen, im Gegenteil - Tanzen kann Lebensbegleiter sein. Prinzipiell gilt aber für jede körperliche Belastung: "Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Rhythmusstörungen müssen gut eingestellt sein", sagt Schober. Dann steht dem Schritt aufs Tanzparkett nichts im Wege.

Tanzen ist gesund für Geist und Körper

Tanzen trainiert eine Vielzahl von Muskeln, sorgt für bessere Haltung, verbrennt Kalorien und hält das Gehirn fit. Wie, das erklärt Sportmediziner Peter Schober (MedUni Graz).

Tanzen schadet den Gelenken nicht

"Wenn man in Highheels tanz, besteht natürlich immer die Gefahr, umzuknöcheln", plädiert Schober für vernünftiges und gut sitzendes Schuhwerk. Sonst sei Tanzen für die Gelenke aber kein Problem. drehende Bewegungen machen der Hüfte nichts, solange man in der Rotation nicht abrupt "stecken bleibt".

Für Beine, Bauch und Rücken

"Eigentlich werden beim Tanzen nahezu alle Muskeln beansprucht", sagt Sportmediziner Peter Schober. Vor allem aber werden die Muskeln in den Beinen trainiert, da sich diese am meisten bewegen. Aber auch die Bauchmuskulatur wird aktiviert – da es beim Tanzen eine aufrechte Haltung braucht und dafür wiederum braucht es die Muskeln in Bauch und Rücken.

Tanzen kann (fast) jeder

Sportmediziner Schober sieht keine Altersobergrenze für das Tanzen. Aber: Für jede körperliche Betätigung gilt, das man Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herzrthythmusstörungen gut im Griff haben muss. Vorsicht auch bei schwerer Osteoporose: Die Verletzungsgefahr ist groß.

Tanzen trainiert das Gehirn und beugt Demenz vor

Studien beweisen: körperliche Aktivität verringert das Risiko, an Demenz zu erkranken – das gilt auch fürs Tanzen. "Tanzen ist keine automatisierte Bewegung, man muss sich Schrittkombinationen merken", erklärt Schober. Auch die Koordination wird trainiert, ein wichtiger Faktor, um Stürzen vorzubeugen. Außerdem ist Tanzen ein Gemeinschaftssport, schützt vor Isolation und kann Depressionen vorbeugen.

Tanzen trainiert den Kreislauf

Wie jede Form der Bewegung animiert auch Tanzen den Kreislauf. Gerade im Alter, wenn die Gegenregulation des Kreislaufes schlechter und einem leicht schwindelig wird, ist Tanzen ein Mittel, um auch das Sturzrisiko zu verringern. Wichtig ist, langsam zu beginnen und schrittweise zu steigern. "Zweimal pro Woche sollte man eine Stunde tanzen", sagt Schober.

Blutfettwerte senken, Übergewicht bekämpfen

"Studien haben gezeigt, dass man alleine durch Tanzprogramme Übergewicht verlieren kann", sagt Schober. So werden auch andere Risikofaktoren wie Blutfettwerte positiv beeinflusst. Wichtig ist das regelmäßige Tanzen. Der Effekt lässt sich auch in Zahlen festmachen: Beim Polkatanzen verbrennt man 340 Kilokalorien pro Stunde, beim langsamen Walzer sind es 180 kcal.

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