27. November 2014, 13:01 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 10.11.2012 um 22:23 UhrKommentare

Fix & Fertig: Das gute Geschäft mit Fertiggerichten

Es ist ein Geschäft mit der Bequemlichkeit der Kunden. Die Palette der Fertig- und Halbfertiggerichte wird immer größer. Die Nachfrage steigt, ein Ende ist nicht in Sicht.

Foto © Yvonne Bogdanski/Fotolia.com

Schnitzerl und Hühnchen vorpaniert und tiefgekühlt. Salat und Tomaten gewaschen, geschnitten und verpackt. Die Früchte fein säuberlich gewürfelt und im Becherl portioniert. Lang ist's her, als sich der Horizont von Fertiggerichten zwischen Gulaschdose und Tiefkühlpizza eingeengt hat. Seit Jahren ist der sogenannte "Convenience-Bereich" im Lebensmittelhandel der Wachstumsmarkt schlechthin. Convenience steht für "Bequemlichkeit" und hier geht der Trend beim Essen seit Jahren hin. Die Angebotspalette und der Umsatz steigen kontinuierlich.

Woran liegt's? "Das hat vor allem mit veränderten Lebensgewohnheiten in unserer Non-Stop-Gesellschaft zu tun, in der sich viele Menschen, vor allem unter der Woche, weniger Zeit zum Essen nehmen wollen oder können", betont Trendforscher Andreas Reiter.

Mit dem Trend zum bequemen Essen gehen auch andere Umwälzungen im Handel einher. Dieser setzt wieder verstärkt auf kleinflächige Mini-Supermärkte in Innenstädten, wo die Auswahl an Convenience-Produkten, Fertiggerichten zum Mitnehmen, sehr groß ist. Eine wesentliche Rolle spielen aber auch Tankstellen, Bahnhöfe oder Flughäfen, wo man mit Fix-Fertig-Essen ebenfalls punkten kann und zudem von den dort liberaleren Öffnungszeiten profitiert.

Markt treibt den Handel an

Darüber, wie es um die Qualität der Fertiggerichte bestellt ist, gehen die Meinungen auseinander (siehe rechts). Zuletzt stellte etwa die Arbeiterkammer in einem Test (Detailergebnisse im Web unter www.arbeiterkammer.com) ein dürftiges Zeugnis aus. Wobei Pauschalurteile über die Qualität von Fertiggerichten häufig zu kurz greifen. "Sie kämpfen mit einem landläufigen Imagedefizit, sind verpackt, gelten als nicht gesund. Doch schnelles Essen und Qualität sind nur ein scheinbarer Widerspruch", so Reiter. Faktoren wie Regionalität oder Nachhaltigkeit würden auch im Convenience-Bereich eine zunehmend wichtige Rolle spielen, "der Handel wird hier vom Markt getrieben und reagiert auch darauf". Das unterstreichen auch die beiden heimischen Handelsriesen Spar und Rewe (Billa, Merkur, Adeg). Sie haben eigene Verkaufsstellen (Billa box) und Produktlinien (Spar enjoy) entwickelt, die das Bedürfnis nach den "schnellen" Waren befriedigen. Beide melden ein erhöhtes Verlangen der Kunden nach "gesunden Snacks" (fertige Salate, Obstschalen). Bei Spar registriert man zudem eine gesteigerte Nachfrage der Kunden nach "Convenience-Produkten, die man gleich vor Ort verzehren kann". Das Angebot reicht dabei von warmen Suppen und Nudelsalaten bis hin zu jeglichen Arten von Sandwiches.

Klar ist, das zeigen viele Untersuchungen: Günstig sind Fertiggerichte nicht. Konsumentenschützer weisen darauf hin, dass tellerfertige und portionierte Produkte wesentlich teurer sind. Fazit der AK-Experten, die eine Reihe von Fertiggerichten nachgekocht haben: Selber kochen ist immer billiger, auch wenn nur eine Portion zubereitet wird.

Ein interessanter Aspekt daran: Laut zahlreichen Studien gelten gerade Österreichs Konsumenten traditionell als äußerst kostenbewusst. Gilt das bei Convenience-Produkten nicht? "Mit diesen Produkten löst man gewissermaßen auch ein Zeitproblem. Oft ist dann die Zeit wichtiger als der Preis", so Reiter.

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