28. November 2014, 21:31 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 22.08.2012 um 20:15 UhrKommentare

Rekordzahlen bei Hantavirus-Fällen

Ärzte schlagen Alarm. Schon 200 Menschen infizierten sich mit dem Hantavirus und mussten ins Spital. Nur genaue Hygiene schützt vor Infektion.

Foto © Julius Kramer - Fotolia

So viele Hantavirus-Fälle wie heuer hat es noch nie gegeben - wir berichteten. "Die Zahlen sind regelrecht explodiert", schlägt nun Marianne Wassermann-Neuhold vom Landesreferat für Gesundheits- und Impfvorsorge Alarm. Die Zahl der offiziell erfassten Fälle liege bei 155, bestätigen sich die noch hinzukommenden Verdachtsfälle, sind es "wohl schon bald 200." Die Krankheitsfälle verteilen sich recht unterschiedlich im Land. Die meisten Fälle wurden bisher im Bezirk Feldbach konstatiert, nämlich 41, es folgen Leibnitz mit 28, Deutschlandsberg und Graz-Umgebung mit je 22. Weniger betroffen ist die Obersteiermark, so die Ärztin. Zum Vergleich: 2011 gab es 21 Fälle, 2010 nur neun.

Die Folgen einer Infektion mit dem Hantavirus sind zum Teil dramatisch: Kopf-, Bauch und Rückenschmerzen werden nicht selten gefolgt von einem vorübergehenden Nierenversagen. "Rund zehn Prozent der Betroffenen erleiden ein solches Nierenversagen", sagt Wassermann-Neuhold. Eine Nierenwäsche (Dialyse) inklusive einem einwöchigen Krankenhausaufenthalt sind notwendig. Eine Person ist letztes Jahr an den Folgen einer Infektion gestorben.

Übertragen werden die Hantaviren über Kot und Harn der Rötelmaus, meist über die Atemwege oder Körperkontakt mit den Ausscheidungen. Hygienemaßnahmen - Staubschutzmasken und Handschuhe tragen und vor dem Essen die Hände waschen - schützen vor einer Ansteckung.

Über die Ursachen für die Zunahme der Hantavirus-Fälle können die Experten nur vermuten. Rötelmäuse halten sich vor allem in Buchen und Mischwäldern sowie waldnahen Hecken und Büschen auf. Der lange und warme Herbst letztes Jahr bescherte ihnen wohl optimale Nahrungsbedingungen. Eine größere Anzahl als sonst überlebte und kommt nun den Menschen nahe.

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