22. Dezember 2014, 01:02 Uhr | Aktualisiert vor - min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 13.07.2012 um 13:49 UhrKommentare

So sicher sind Narkosen

Alle Fragen und Antworten zum Thema Narkose: von Risikogruppen bis zum Propofol.

Foto © Fotolia: Gordon Grand

Für den Kärntner Anästhesisten und Intensivmediziner Rudolf Likar ist klar, warum sich die Menschen vor Narkosen fürchten: "Weil man die Kontrolle über den Körper aus der Hand gibt." Sein Grazer Kollege Wolfgang Toller versucht das statistische Risiko (Grafik rechts) zu relativieren: "Die Gefahr, auf dem Weg ins Spital zu verunglücken, ist höher, als unter Narkose zu sterben." Das allgemeine Operationsrisiko werde laut Experten viel zu oft mit dem Narkoserisiko verwechselt. Zu den Risikogruppen gehören Erwachsene mit Herz- oder Lungenproblemen. Bei den Kindern wiederum hängen mögliche Komplikationen mit der Anatomie zusammen. Deren Luftröhre ist sehr klein. Wenn die dortige Schleimhaut gereizt oder verletzt wird - etwa durch einen Narkoseschlauch - und anschwillt, kann ein Problem bei der Beatmung entstehen. "Aber das Risiko bleibt extrem gering", so Toller.

Angst vor Propofol?

Viele Menschen haben nach den negativen Schlagzeilen Angst vor dem Narkosemedikament Propofol. Likar: "Zu Unrecht. Es ist das am weitesten verbreitete und sicherste Narkosemittel." Auch Toller schlägt in diese Kerbe. Beide setzen aber Grenzen: Bei Kindern kann Propofol bei einfachen Operationsnarkosen eingesetzt werden - aber nicht für lang dauernde "Ruhigstellungen". "Das wäre Missbrauch", so Toller. Bei Kindern und Erwachsenen kann bei längerer Anwendung das Propofol-Infusionssyndrom auftreten. Dabei kommt es vereinfacht erklärt zum Muskelabbau. "Aber mit genauen Kontrollen erkennen wir das und können rechtzeitig handeln", versichert Likar.

  • Druckbare Version anzeigen
  • E-Mail

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

» Kommentar erstellen

Wir weisen darauf hin, dass dieses Forum nicht moderiert wird. Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (zB Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, etc. sind daher verboten! Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer allenfalls gesperrt. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (zB Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name, Postanschrift und E-Mail-Adresse, jedoch keine Handynummer) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.

Was tun bei ...

  • Der wöchentliche Ratgeber: Von Krampfadern und anderen gesundheitlichen Problemen - wir liefern die Antworten.

Der steirische Ärzteführer



Gesund Essen und Trinken

  • Vom Blitz-Eis bis zu den Geheimnissen des Mangolds: Die besten Rezepte und Tipps für eine gesunde Ernährung.

Gute Frage

  • Wir fragen Experten, was von Volksweisheiten und Gesundheitstheorien zu halten ist.

Der harte Weg zum Ironman

  • Kleine-Redakteur Georg Michl will 2015 beim Klagenfurter Ironman bestehen. Seinen knallharten Weg dorthin können Sie hier mitverfolgen!

Aus der Praxis

  • Tipps und Wissen aus der Praxis: Die Leser der Kleinen Zeitung fragen, Dr. Herbert Ederer antwortet.