23. November 2014, 11:10 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 31.05.2012 um 18:07 UhrKommentare

So viele HIV-Infektionen wie vor 20 Jahren

Grazer Experten warnen: Auch in der Steiermark steigen die Ansteckungen. Sorglosigkeit und Kondom-Müdigkeit führen zu dramatischem Anstieg.

Foto © APA

Es sind alarmierende Zahlen: Im letzten Jahr infizierten sich österreichweit 525 Menschen mit HIV - der höchste Wert seit 1993. Auch in der Steiermark steigen die Ansteckungen, im letzten Jahr waren es 78, im ersten Quartal 2012 sind es bereits 18 Neu-Infizierte. Das sind um zehn mehr als im ersten Quartal 2010.

Sorglosigkeit

"Die Menschen sind zu sorglos", erklärt Lola Fleck, Geschäftsführerin der steirischen Aids-Hilfe, die dramatische Entwicklung. Einerseits liege es an der Kondom-Müdigkeit: Laut Zahlen der Kondom-Hersteller ist der Kondom-Konsum in Österreich um 50 Prozent zurückgegangen. Andererseits scheint HIV seinen Schrecken zu verlieren. "Es soll mir nichts Schlimmeres passieren", hat Andreas Kapper, Aids-Experte am LKH West, Patienten nach einem positiven Test schon sagen gehört. Es mag eine Verdrängungs-Reaktion gewesen sein, denn: Auch wenn man mit HIV mittlerweile leben kann, sind die Einschränkungen beträchtlich. "Denn therapierbar heißt nicht heilbar", mahnt Kapper. Und der Medikamenten-Cocktail der HIV-Therapie bringt viele Nebenwirkungen mit sich, hohes Herzinfarkt-Risiko, Osteoporose oder Nierenleiden sind nur einige.

Weiteres Kopfzerbrechen bereiten den Experten Hiobsbotschaften aus den USA: Der HIV-Heimtest und die "Pille gegen Aids" wurden zugelassen. Fahrlässig findet es Fleck, Menschen HIV-Tests selbst machen zu lassen. "Man darf niemanden mit der Diagnose HIV alleine lassen", verweist sie auf die Bedeutung von Beratungsgesprächen. Und auch die Pille - ein antivirales Medikament mit schweren Nebenwirkungen - biete keinen 100-prozentigen Schutz vor HIV. Sich schützen kann man weiterhin nur mit Kondom.

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