26. November 2014, 04:04 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 02.02.2012 um 14:37 UhrKommentare

Unfruchtbarkeit: Vitamin-D-Mangel könnte Rolle spielen

Der unzureichende Serumspiegel von Vitamin D ist schon seit längerem ein Risikofaktor für Erkrankungen von Osteoporose über kardiovaskuläre und autoimmunologische Erkrankungen bis hin zu Diabetes bekannt und könnte auch bei der Fruchtbarkeit eine Rolle spielen.

Foto © Reuters/Symbolbild

Vitamin D ist bekannt für seine Wirkungen in der Rachitisprophylaxe und eine Standardtherapie in der Osteoporosebehandlung. Anhaltspunkte, dass das Vitamin, welches zugleich ein Hormon ist, auch eine Rolle bei der Fruchtbarkeit von Männern und Frauen spielen könnte, legte die Grazer Endokrinologin Barbara Obermayer-Pietsch in einer systematischen Analyse bisheriger Studien in der aktuellen Ausgabe des "European Journal of Endocrinology" vor. Laut der Expertin gebe es "einige vielversprechende Funde, die der weiteren Untersuchung bedürfen".

"Das Steroidhormon Vitamin D hat eine weitreichende Bedeutung für die Gesundheit des menschlichen Körpers", so Obermayer-Pietsch. Der Rezeptor für Vitamin D kommt beinahe in allen Geweben des Körpers vor, und nahezu alle Zellen reagieren auf die Substanz. Der unzureichende Serumspiegel von Vitamin D ist schon seit längerem ein Risikofaktor für Erkrankungen von Osteoporose über kardiovaskuläre und autoimmunologische Erkrankungen bis hin zu Diabetes. Verursacht wird er meist durch zu geringe Sonnenexposition, was die natürliche Bildung von Vitamin D in der Haut eingeschränkt, schilderte die Medizinerin. Behoben werden kann er ebenso leicht durch Sonnenlichtexposition bzw. Vitamin D-Substitution.

Obermayer-Pietsch hat gemeinsam mit ihrer Kollegin Elisabeth Lerchbaum systematische Vitamin-D-Studien aus der PubMed-Datenbank des National Center for Biotechnology Information (NCBI) in Bethesda (Maryland) ausgewertet. Demzufolge lassen sich bei Frauen Hinweise finden, "dass Vitamin D in die Bildung von weiblichen Hormonen und in verbesserten Schwangerschaftsraten, aber auch Stoffwechselveränderungen beim Fett- und Zuckerstoffwechsel, involviert ist". Bei Männern würden "klare Hinweise auf eine Verbindung von Vitamin D und männlichen Hormonen" vorliegen. U.a. scheine auch ein Zusammenhang zwischen der Gabe von Vitamin D und dem Anstieg des Testosteronspiegels als auch der Samenqualität gegeben. Bei Frauen könnte Vitamin-D hingegen die Testosteronwerte senken.

Angesichts der Häufigkeit der Unfruchtbarkeit von rund 15 Prozent bei ansonsten gesunden jungen Frauen und Männern sollte die mögliche Rolle von Vitamin D in der menschlichen Fortpflanzung "nicht vernachlässigt" werden, so die Grazer Enodkrinologin. Weitere Forschungen - vor allem hochwertige randomisierte Studien mit einer großen Stichprobe - könnten durchaus zu neuen therapeutischen Ansätzen führen. "Fruchtbarkeitsstörungen werden möglicherweise nicht durch Vitamin-D-Behandlung allein erreicht werden können, vermutlich wäre es aber eine sichere und billige Behandlung, die positive Effekte auf die menschliche Reproduktion und viele positive Stoffwechseleffekte inklusive Herz/Kreislaufsystem und Skelett haben könnte", so Obermayer-Pietsch abschließend. Diese Forschungen dazu werden am neuen Studienzentrum des Comet-Projektes "BioPersMed" der Med-Uni Graz in Zusammenarbeit mit biomedizinischen Partnerfirmen zu zahlreichen kardiologischen, hepatologischen und hormon- und stoffwechselbezogenen Themen durchgeführt.

  • Druckbare Version anzeigen
  • E-Mail

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

» Kommentar erstellen

Wir weisen darauf hin, dass dieses Forum nicht moderiert wird. Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (zB Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, etc. sind daher verboten! Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer allenfalls gesperrt. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (zB Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name, Postanschrift und E-Mail-Adresse, jedoch keine Handynummer) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.

Was tun bei ...

  • Der wöchentliche Ratgeber: Von Krampfadern und anderen gesundheitlichen Problemen - wir liefern die Antworten.

Gesund Essen und Trinken

  • Vom Blitz-Eis bis zu den Geheimnissen des Mangolds: Die besten Rezepte und Tipps für eine gesunde Ernährung.

Gute Frage

  • Wir fragen Experten, was von Volksweisheiten und Gesundheitstheorien zu halten ist.

Der harte Weg zum Ironman

  • Kleine-Redakteur Georg Michl will 2015 beim Klagenfurter Ironman bestehen. Seinen knallharten Weg dorthin können Sie hier mitverfolgen!

Aus der Praxis

  • Tipps und Wissen aus der Praxis: Die Leser der Kleinen Zeitung fragen, Dr. Herbert Ederer antwortet.