28. November 2014, 13:34 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 20.06.2012 um 10:49 UhrKommentare

"Gewichtiger" Geburtstag: John Goodman wird 60

Goodman, der nie die Schönheitsideale Hollywoods erfüllte, feiert am 20. Juni seinen 60. Geburtstag. Die Paraderolle des Schauspielers, der heuer gleich in zwei Oscar-nominierten Filmen mitspielte: der grummelige Ehemann Dan Connor in "Roseanne".

Foto © Reuters

In dem mit fünf Oscars gekrönten Stummfilm "The Artist" mimte er mit dicker Zigarre im Mund einen mächtigen Studioboss im Hollywood der späten 20er Jahre. In dem Drama "Extrem laut und unglaublich nah" mit Sandra Bullock und Tom Hanks spielte er einen New Yorker Portier. Einen Oscar gab es für Goodman bis jetzt noch nicht, dafür aber einen Golden Globe als bester TV-Darsteller für seine langjährige Paraderolle als der grummelige Ehemann Dan Connor in "Roseanne". Die TV-Sitcom mit Roseanne Barr flimmerte ab 1988 fast zehn Jahre über die US-Bildschirme.

Von seiner Heimatstadt St. Louis (Missouri) bahnte sich Goodman über den New Yorker Broadway Mitte der 80er Jahre den Weg nach Hollywood. Dort traf er schnell auf einen anderen Newcomer, Jung-Regisseur Joel Coen, der ihn 1987 neben Nicolas Cage und Holly Hunter für die Entführungskomödie "Arizona Junior" anheuerte. Ein Glückslos für Goodman, der mit den Regie-Brüdern Ethan and Joel Coen drei weitere Filme drehte. In "Barton Fink" wurde er zum Serienkiller, in "The Big Lebowski" zum aufbrausenden Vietnam-Veteranen und Bowling-Buddy für Jeff Bridges alias 'The Dude', in "O Brother, Where Art Thou?" zum hinterhältigen Gauner.

In dem Polizeithriller "Der große Leichtsinn" (1987) spielte er an der Seite von Ellen Barkin und Dennis Quaid einen Detektiv, diese Rolle übernahm er auch in "Sea of Love - Melodie des Todes" (1989). In der Komödie "King Ralph" stieg er zum König von England auf, in "Flintstones - Familie Feuerstein" (1994) spielte er als tollpatschiger Fred Feuerstein alle an die Wand.

In dem Zeichentrick-Hit "Die Monster AG" gab er dem haarigen Monster Sulley seine Stimme. In "Blues Brothers 2000" dröhnte er als Sänger, in der Komödie "Evan Allmächtig" (2007) mit Morgan Freeman als Gott schlug er als korrupter Abgeordneter auf den Putz.

Dann gab es eine Auszeit für Goodman, er bekannte sich öffentlich zu einem Alkoholproblem. 2007 begab sich der stämmige Star freiwillig in eine Entzugsklinik. "Für meine Familie und für mich selbst habe ich die notwendigen Schritte unternommen, um den Rest meines Lebens nüchtern zu bleiben", tat der Mime damals über seinen Pressesprecher kund. Sein einziges Kind mit Ehefrau Annabeth Hartzog, Tochter Molly, kam 1990 zur Welt.

Mit dem Familienspaß "Speed Racer" meldete sich Goodman nach der Pause zurück. Gedreht wurde in den Filmstudios Babelsberg bei Berlin, Susan Sarandon und John Goodman spielten die Eltern eines jungen Rennfahrers. Der deutsche Regisseur Sönke Wortmann heuerte das Hollywood-Schwergewicht dann für das Historiendrama "Die Päpstin" in der Rolle des gemütlichen Papstes Sergius an.

Goodman hat noch weitere Filme im Kasten. Mit Denzel Washington drehte er kürzlich das Drama "Flight" um einen drogen- und alkoholsüchtigen Piloten. Regisseur und Schauspieler Ben Affleck holte ihn für den Politthriller "Argo" vor die Kamera, der im November in den deutschen Kinos anläuft. Auch beim nächsten Coen-Film ist Goodman wieder dabei. Seit Februar drehen die "No Country for Old Men"-Regisseure das Musikdrama "Inside Llewyn Davis". Es spielt in der Folk-Szene der 1960er Jahre im New Yorker Künstlerviertel Greenwich Village. Mit Justin Timberlake, Carey Mulligan, F. Murray Abraham und Garrett Hedlund ist Goodman in bester Gesellschaft.

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