27. November 2014, 17:16 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 31.12.2010 um 19:09 UhrKommentare

Was nach dem Scheitern übrig bleibt

Gescheiterte Beziehungen sind (leider) nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich ist das Museum, das sich ihnen verschrieben hat.

Foto © APA/Archivfoto

Berlin, Belgrad, Stockholm, New York - nur einige von rund zwanzig Stationen des Museum Of Broken Relationships, des Museums der gescheiterten Beziehungen. Und weltweit war das Echo von Publikum und Medien mehr als positiv.

So positiv, dass seine Erfinder, Olinka Vitica und Draen Grubii, das ungewöhnliche Museum nun in ihrer Heimatstadt Zagreb als fixe Institution einrichteten. In bester Altstadtlage, in der ehrwürdigen Straße der Heiligen Cyrill und Method. Im Gebäudekomplex, in dem die renommierte städtische Galerie für zeitgenössische Kunst bis zur Übersiedlung in das heuer eröffnete Museum für zeitgenössische Kunst feine Ausstellungen bot.

Ausgangspunkt war - eine gescheiterte Beziehung, die von Olinka und Draen nämlich. Es wäre doch schade, fanden die beiden Künstler, wenn alles, was schön gewesen sei, einfach dem Müll anheimfallen sollte. Ein therapeutischer Aspekt kam dazu: "Die Menschen sollen eine reinigende Erfahrung machen und die Last einer gescheiterten Beziehung loswerden."

Das Angebot, Exponate beizusteuern, kam und kommt jedenfalls an. Davon kann man sich in den subtil restaurierten historischen Räumen überzeugen. Vom Gartenzwerg über Kleidungsstücke, Schlüssel, Souvenirs, Tagebücher bis zur Axt ist das emotional aufgeladene Material zerbrochener Verhältnisse witzig aufbereitet. Dazu die zu den Objekten gehörenden Geschichten.

Von Jänner 2003 bis September 2005 hielt etwa eine Liebe in Ljubljana. Eine slowenische Emailschüssel ist von ihr geblieben. In ihr knetete sie Brotteig, weil er das erotisch fand. Das Brot sei immer hart wie Stein gewesen. Ob das der Grund für die Trennung war, erfährt man nicht. Aber dass sie danach aus der Schüssel nur mehr Salat gegessen und 21 Kilo abgenommen habe.

Erde und Axt

Eine ernstere Geschichte erzählt ein Stoffbündel mit Erde. Keine gewöhnliche Erde, sondern "entminte" Erde aus Sarajevo, die man als Andenken an bittere Kriegszeiten kaufen konnte.

Die erwähnte Axt diente übrigens einem Berliner, die Möbel der Frau, die ihn verlassen hatte, zu Kleinholz zu machen: "Als sie die Möbel abholen wollte, hatte ich alles fein säuberlich zu Haufen arrangiert. Sie nahm sie mit und wir trennten uns im Guten."

Das Museum versteht sich als work in progress. Spender sind eingeladen, ihre Beziehungs-Artefakte beizusteuern, neben der "analogen" Schau gibt es auch eine "Virtuelle Sammlung" (Informationen über die Website www.brokenships.com).

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